Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studenten der TU Darmstadt entwickeln Gerät zur Verbesserung der Rückenhaltung

26.01.2011
Studenten der TU Darmstadt haben ein kleines Gerät entwickelt, das Fehlhaltungen und Haltungsschäden im Rückenbereich vorbeugen und verhindern kann.

Selbst merkt man eine Fehlhaltung oft nicht – oder erst dann, wenn der Schmerz schon einsetzt: Rückenprobleme haben sich mittlerweile zur Volkskrankheit Nummer eins entwickelt. Rund 75 Prozent der 30- bis 60-Jährigen leiden unter einmaligen oder wiederkehrenden Rückenschmerzen. Die Hauptursache hierfür sind Fehlhaltungen und Haltungsschäden. Abhilfe verspricht eine medizintechnische Sensorik, die an der TU Darmstadt entwickelt wurde.

Das Gerät kann aufgrund seiner geringen Größe – es ist nicht größer als ein USB-Stick – mit Hilfe eines doppelseitigen medizinischen Stickers auf der bloßen Haut angebracht werden. Sobald für eine gewisse Zeit eine falsche Rückenhaltung eingenommen wird, meldet sich das Gerät und fordert den Nutzer auf, seine Haltung zu korrigieren. Ein Mikrorechner vergleicht hierzu permanent die Ist-Position des Nutzers mit einer individuell auf ihn eingestellten und für ihn idealen Soll-Position.

Liegt die Abweichung zwischen Ist und Soll länger als 60 Sekunden in einem ungünstigen Bereich, fängt das Gerät an zu vibrieren – das Signal für den Nutzer, seine falsche Haltung zu korrigieren. Die Bedienung und Nutzung ist dabei genauso einfach wie effizient. Ein einziger Knopf dient sowohl zum Ein- und Ausschalten als auch zur Speicherung der Soll-Position als Referenz. Vom Nutzer wird das Gerät nicht störend wahrgenommen und ist auch unter der Kleidung nicht sichtbar.

Der Rückensensor erinnert den Nutzer aber nicht nur beim Auftreten einer akuten Fehlhaltung immer wieder an die korrekte Rückenposition: Über eine Speicherfunktion wird die Rückenhaltung über den gesamten Tages- und Wochenverlauf mitverfolgt und festgehalten. „So ist es im Nachhinein möglich, die Gesamtzeit der idealen, Rücken schonenden Haltung der Gesamtzeit der falschen Haltung gegenüberzustellen und so etwa Lerneffekte zu beobachten“, erklärt Ghaith Noman, der das Gerät zusammen mit Azam Mahmood entwickelt hat. Beide studieren an der TU Darmstadt im fünften Semester Elektrotechnik und Informationstechnik.

Neben der rein therapeutischen Anwendung sieht Noman wissenschaftliche Studien als ein weiteres zukünftiges Einsatzgebiet seiner Erfindung. Durch die Integration eines GPS-Chips könne beispielsweise festgestellt werden, an welchen Orten Fehlhaltungen besonders häufig auftreten – etwa beim Sitzen im Büro oder im Hörsaal an der Universität – und dann geeignete Maßnahmen ergriffen werden, um hier entgegenzuwirken und vorzubeugen.

Mit ihrer Erfindung belegten Noman und Mahmood beim TU-Ideenwettbewerb 2010 den dritten Platz. Derzeit suchen sie noch nach einem Partner für die Markteinführung. Vorstellen könnten sich die Erfinder beispielsweise, mit Krankenkassen zusammenzuarbeiten.

Pressekontakt:
UniTechSpin
Gudrun Lantelme
Tel.: 06151-16-6087
Mail: lantelme.gu@pvw.tu-darmstadt.de
Ghaith Noman
Tel.: 0176 83135356
Mail: Ghaith.alhakimi@gmail.com

Jörg Feuck | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-darmstadt.de

Weitere Berichte zu: Fehlhaltung Haltungsschaden Rückenhaltung Soll-Position

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Innovative Produkte:

nachricht Trotz Lähmung selbstbestimmt gehen
21.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht Wissenschaftler entwickeln Rollstuhl, der Treppen steigen kann
30.11.2016 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Innovative Produkte >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

17.01.2017 | Physik Astronomie

Wasser - der heimliche Treiber des Kohlenstoffkreislaufs?

17.01.2017 | Geowissenschaften

Kieselalge in der Antarktis liest je nach Umweltbedingungen verschiedene Varianten seiner Gene ab

17.01.2017 | Biowissenschaften Chemie