Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

„Die Milch läuft morgen ab“: Masterstudenten entwickeln intelligenten Kühlschrank

08.03.2012
Jeder kennt die Situation: Man steht vor dem Regal im Supermarkt und weiß nicht, ob die Milch im Kühlschrank noch haltbar ist oder die Butter zu Hause noch ein paar Tage reicht.
Masterstudierende des Fachbereichs Elektrotechnik und Informatik der Hochschule Niederrhein haben einen intelligenten Kühlschrank entwickelt, der dem ratlosen Supermarktbesucher die benötigten Informationen auf seinem Handy anzeigt. Dann poppt ein Fenster auf und meldet: „205 g Butter. Milch läuft morgen ab.“ Der Blick aufs Handy bringt die gewünschten Informationen: Butter ist noch da, Milch muss gekauft werden.

„Wir betrachten das von den Studierende entwickelte System als eine solide Basis für technische Weiterentwicklungen“, sagt Prof. Dr. Gudrun Stockmanns, die das Studierendenprojekt betreut hat. Die Professorin für praktische Informatik leitet am Forschungsinstitut iPattern den Bereich „Ambient Assisted Living“. An dem Institut werden unaufdringliche und hilfreiche Assistenzsysteme entwickelt. Der intelligente Kühlschrank, von den Studierenden „ZenFridge“ getauft, ist ein Baustein dazu.

Er funktioniert über zwei eingebaute Waagen, die als Ablagefläche dienen, und einen Barcode-Scanner, der die Produkte beim Hineinlegen in den Kühlschrank einliest. „Anhand des Barcodes erkennt die Software das Produkt“, erklärt Informatik-Student Simon Wolters, der den Kühlschrank mit seinen Kommilitonen Hendrik Tervooren, Stephan Sohn und Philipp Roski entwickelt hat. Wird ein entnommenes Produkt zurück in den Kühlschrank gelegt, muss es zuerst vor den Barcode-Scanner gehalten werden. Kommt es anschließend auf die Waage, erkennt die Software das Gewicht des Produkts – und speichert das neue Gewicht für das Produkt ab. Die Information ist dann auch vom Handy aus abrufbar.

Das Konzept eines intelligenten Kühlschranks ist nicht neu. Besonders beim ZenFridge ist, dass grundsätzlich jede Ware mit EAN-Code erkannt wird. Weiter kann durch die Verwendung der vier Wägezellen die Handhabung vereinfacht werden. ZenFridge wird jetzt im Labor des Forschungsinstituts iPattern verbleiben, um weitere Forschungen zu ermöglichen. Der nächste Entwicklungsschritt ist dann, die Gewichtsmessung auch für eine Standortbestimmung der Lebensmittel im Kühlschrank zu nutzen. Weitere Ideen bestehen darin, das ZenFridge-Konzept auf die gesamte Vorratshaltung zu übertragen, sodass ein gezieltes Einkaufen über die ZenFridge-Software gesteuert werden kann.

Dazu kann die Kühlschrank-Software Lieblingsrezepte auswerten und daraus Einkaufslisten für die noch fehlenden Zutaten zu erstellen. Auch könnten die Daten über die Zutaten im Kühlschrank über einen längeren Zeitraum ausgewertet werden, so dass der Nutzer den Verbrauch bestimmter Produkte nachverfolgen kann. Der Kühlschrank wird damit zum Ernährungsassistenten für den Menschen. Vieles ist denkbar, sicher ist aber: Bis zum Produkt ist es für ZenFridge noch ein weiter Weg.

Dr. Christian Sonntag | idw
Weitere Informationen:
http://www.hs-niederrhein.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Innovative Produkte:

nachricht LED-Sitzhocker gegen Rückenschmerzen
02.05.2018 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation

nachricht Hochschule Hamm-Lippstadt entwickelt Lebensmittel-Abholbox für ländliche Regionen
14.03.2018 | Hochschule Hamm-Lippstadt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Innovative Produkte >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Im Focus: Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Die Leber durchlaufen vier komplex verwobene Gefäßsysteme. Die chirurgische Entfernung von Tumoren ist daher oft eine schwierige Aufgabe. Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS hat Algorithmen entwickelt, die die Bilddaten von Patienten analysieren und chirurgische Risiken berechnen. Leberkrebsoperationen werden damit besser planbar und sicherer.

Jährlich erkranken weltweit 750.000 Menschen neu an Leberkrebs, viele weitere entwickeln Lebermetastasen aufgrund anderer Krebserkrankungen. Ein chirurgischer...

Im Focus: Positronen leuchten besser

Leuchtstoffe werden schon lange benutzt, im Alltag zum Beispiel im Bildschirm von Fernsehgeräten oder in PC-Monitoren, in der Wissenschaft zum Untersuchen von Plasmen, Teilchen- oder Antiteilchenstrahlen. Gleich ob Teilchen oder Antiteilchen – treffen sie auf einen Leuchtstoff auf, regen sie ihn zum Lumineszieren an. Unbekannt war jedoch bisher, dass die Lichtausbeute mit Elektronen wesentlich niedriger ist als mit Positronen, ihren Antiteilchen. Dies hat Dr. Eve Stenson im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching und Greifswald jetzt beim Vorbereiten von Experimenten mit Materie-Antimaterie-Plasmen entdeckt.

„Wäre Antimaterie nicht so schwierig herzustellen, könnte man auf eine Ära hochleuchtender Niederspannungs-Displays hoffen, in der die Leuchtschirme nicht von...

Im Focus: Erklärung für rätselhafte Quantenoszillationen gefunden

Sogenannte Quanten-Vielteilchen-„Scars“ lassen Quantensysteme länger außerhalb des Gleichgewichtszustandes verweilen. Studie wurde in Nature Physics veröffentlicht

Forschern der Harvard Universität und des MIT war es vor kurzem gelungen, eine Rekordzahl von 53 Atomen einzufangen und ihren Quantenzustand einzeln zu...

Im Focus: Explanation for puzzling quantum oscillations has been found

So-called quantum many-body scars allow quantum systems to stay out of equilibrium much longer, explaining experiment | Study published in Nature Physics

Recently, researchers from Harvard and MIT succeeded in trapping a record 53 atoms and individually controlling their quantum state, realizing what is called a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

Visual-Computing an Bord der MS Wissenschaft

17.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

18.05.2018 | Physik Astronomie

Countdown für Kilogramm, Kelvin und Co.

18.05.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics