Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hubert Haut hilft heilen

16.03.2010
Neues Gesundheitsspielzeug hilft Kindern, Therapien besser einzuhalten

Was passiert, wenn sich Designer mit dem Thema Medizin auseinandersetzen, lässt sich derzeit in Kiel beobachten.


Nicht Packungen oder Pillen werden gestaltet, sondern Produkte, die Patienten helfen, Ihre Krankheiten besser zu verstehen und sie so in Ihren Therapien unterstützen.

Um Kindern mit Neurodermitis zu helfen, wurde Hubert Haut entwickelt, ein Tamagotchi, das jungen Patienten einen altersgerechten Umgang mit Ihrer Erkrankung ermöglicht. Durch einen spielerischen Therapieansatz verdeutlicht Hubert Haut betroffenen Kindern den Nutzen und die Wirkung Ihrer Therapie und erhöht so die Chancen einer Heilung.

Neurodermitis zählt zu den großen Volkskrankheiten unserer Zeit. Sie ist die häufigste chronisch entzündliche Hauterkrankung im Kindesalter. Fast jedes fünfte Kind ist betroffen. Bei Erwachsenen liegt der Prozentsatz der Betroffenen bei etwa 5 Prozent. Ihre Hauptsymptome umfassen trockene, schuppige, gerötete Haut und einen unerträglichen Juckreiz. Die Krankheit tritt meist in Schüben auf und erfordert eine regelmäßige Hautpflege.

Es gibt mittlerweile wirksame medizinische Pflegeprodukte, jedoch fällt es gerade jüngeren Patienten häufig schwer, die Pflege ihrer Haut konsequent einzuhalten. Kindern fehlt oft das Verständnis dafür, dass auch in einer nahezu gesunden Phase weiter konsequent gecremt werden muss, um neue Schübe zu verhindern. Sie empfinden den Eincremvorgang oft als Behinderung und „Zeitfresser“ und wollen der negativ besetzten Krankheit nicht noch mehr Raum in Ihrem Tagesablauf einräumen. Hier setzt das Konzept Hubert Haut an.

Hubert Haut, ein Tamagotchi (hier treffend: Dermagotchi), ist ein Elektronikspielzeug. Ein täglicher Begleiter, der ähnlich einem Haustier nach Fürsorge und Pflege verlangt. Wird Hubert gepflegt, so stellt sich die kleine Figur auf dem Display als prall gefüllt und glücklich dar. Wird über einen längeren Zeitraum die Pflege vernachlässigt, verändert Hubert Haut Aussehen und Gemüt. Er leidet auf dem Display und meldet sich durch lautes Piepen zu Wort. Eine virtuelle Pflege ist notwendig.

Um einen Verbindung zwischen der Therapie des Kindes und der des Dermagotchis herzustellen, wird der Pflegeansatz gekoppelt. Hubert Haut wird gepflegt, indem der Tubendeckel der Pflegecreme per Schlüssel-Schloss-Prinzip in die Rückseite des Dermagotchis gesteckt wird. Der junge Patient cremt sich zur selben Zeit aus der nun offenen Cremetube ein, der Vorgang wird durch fröhliche Tänzchen und Melodien von Hubert Haut untermalt. Die negative besetzte Hautpflege wandelt sich in ein spielerisches Prinzip. Das Kind lernt, die virtuellen Pflegeprozesse des Hubert Haut auf den eigenen Körper zu übertragen. Es wird altersgerecht angeregt, Verantwortung für die eigene Haut zu übernehmen und eine Therapie über einen langen Zeitraum einzuhalten.

Zusätzlich bietet Hubert Haut Anreize zur kontinuierlichen Verbesserung der Hautpflege. Eine Gewinnsumme auf dem Display erhöht sich mit jedem Cremevorgang - fällt jedoch wieder, wenn nicht gepflegt wird. So wird Huberts Besitzer angeregt, sich auch über einen längeren Zeitraum regelmäßig zu pflegen und dem behandelnden Arzt bietet die Zahl eine zusätzliche Therapiekontrolle. Wird Hubert über lange Zeit gut und regelmäßig gepflegt, überrascht er seinen Besitzer zur Belohnung mit zusätzlichen, virtuellen Verkleidungen (Sonnenbrillen, Hüte, Blumen etc.).

Hubert Haut ist ein Projekt der Produktdesignerin Anette Ströh und wurde in Zusammenarbeit mit Frau Prof. Dr. Regina Fölster-Holst und der Neurodermitis-Sprechstunde der Universitäts-Hautklinik Kiel entwickelt. Das Produkt ist zum Patent angemeldet. Anette Ströh studierte Produktdesign und Medical Design an der Bauhaus-Universität Weimar, dem Pratt Institute New York City und der Muthesius Kunsthochschule Kiel. Sie lebt und arbeitet in Kiel und Berlin.

Dipl. Des. Anette Ströh
Stadtfeldkamp 9 D-24114 Kiel
Mail. contact@anette-stroeh.com
Tel. 0049 (0) 179 1196902
Prof. Dr. Regina Fölster-Holst
UKS-H, Campus Kiel, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie
Mail. rfoelsterholst@dermatology.uni-kiel.de
Tel. 0049 (0) 431- 597 1536

Anette Ströh | Anette Ströh
Weitere Informationen:
http://www.dermatology.uni-kiel.de
http://www.anette-stroeh.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Innovative Produkte:

nachricht Neu entwickelter Therapiesitz hilft beeinträchtigten Menschen
18.05.2017 | Jade Hochschule - Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth

nachricht Schnell schweben: Studierende konstruieren Transportkapsel
04.04.2017 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Innovative Produkte >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie