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Erste klinische Bilder des 64-Schicht-CT setzen neue Maßstäbe

11.05.2004


Somatom Sensation 64 jetzt an der Universität Erlangen-Nürnberg im Einsatz Seit zwei Wochen ist der 64-Schicht-Computertomograph (CT) von Siemens Medical Solutions an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg im klinischen Einsatz.

Mit einer Rotationsgeschwindigkeit von 0,37 Sekunden ist der Somatom Sensation 64 nicht nur der schnellste CT auf dem Markt, sondern liefert mit 0,4 Millimetern auch die höchste räumliche Auflösung. Das haben auch die weltweit ersten klinischen Bilder eines 64-Schicht-CT gezeigt: Die Darstellung kleinster Blutgefäße in Kopf, Lungen, Bauch, Nieren und Extremitäten ist in hervorragender Qualität möglich. Neue Maßstäbe setzt der Somatom Sensation 64 auch in der Herzbildgebung. Selbst dünnste Herzkranzgefäße können gestochen scharf dargestellt werden – und das in weniger als zehn Sekunden. „Maßgeblich für die Entwicklung des Somatom Sensation 64 waren die Anforderungen unserer klinischen Anwender. Wir setzen neue Maßstäbe in punkto Bildqualität, Auflösung und Geschwindigkeit und stoßen so in komplett neue Bereiche der klinischen Bildgebung vor“, erläuterte Dr. Richard Hausmann, Leiter des Geschäftsgebietes Computertomographie bei Siemens Medical Solutions.

Erreicht wird die hohe räumliche Auflösung durch den Einsatz eines völlig neu entwickelten Detektors mit 64 Datenkanälen in Kombination mit der Röntgenröhre Straton. Die leistungsstarke Röntgenröhre Straton ermöglicht erstmals das so genannte Double z-Sampling. Dabei wird der Elektronenstrahl innerhalb der Röntgenröhre auf seiner Bahn zur Anode mit einer neuartigen elektromagnetischen Ablenkung sehr schnell bewegt. Dadurch entstehen zwei Foki, die bis zu 5.000 Mal pro Sekunde oszillieren, und dementsprechend auch zwei in Patientenlängsachse (z-Achse) verschobene Röntgenstrahlen. Sie sind jeweils um die Hälfte einer Detektor- Schichtdicke auf der z-Achse versetzt. Basierend auf hochauflösenden Detektorzeilen wird durch das Double z-Sampling eine Verdoppelung der Anzahl der Schichten pro Rotation auf 64 erreicht, was verglichen mit konventionellen 64-Zeilen-CT-Systemen zu einer deutlich höheren Auflösung führt. Außerdem werden so mit verbesserten Rechenverfahren Bildartefakte eliminiert, die bei konventionellen CT-Geräten die diagnostische Qualität der Bilder beeinträchtigen können. Wie die ersten klinischen Ergebnisse deutlich zeigen, können mit dieser neuen 64-Schicht-Technologie nun erstmals auch große Scanbereiche mit höchster Auflösung von 0,4 Millimetern abgebildet werden, was zu einer noch genaueren Diagnose auch kleinster Veränderungen führt.

Basierend auf der neuen Speed4D-Technologie für die Produktfamilie Somatom Sensation wurde der Somatom Sensation 64 im vergangenen Jahr beim Kongress der Radiological Society of North America (RSNA) in Chicago vorgestellt. Nun wurde das System an der Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) installiert und wird von der Abteilung für Diagnostische Radiologie in Kooperation mit dem Institut für Medizinische Physik betrieben. „Bildgebung in dieser Qualität, Schärfe und Geschwindigkeit verschafft uns die Möglichkeit, die menschliche Anatomie auf einem Niveau zu studieren, von dem wir früher nur träumen konnten“, sagte Professor Dr. Werner Bautz, Direktor des Institutes für diagnostische Radiologie an der FAU. „Mit den Augen des Sensation 64 können wir selbst kleinste Details erkennen, was die Möglichkeiten einer frühen Diagnose und Behandlung noch weiter verbessern wird.“ Nach einer umfassenden klinischen Testphase in weiteren weltweit führenden klinischen Instituten in Europa, USA und Asien wird es ab Herbst 2004 kommerziell verfügbar sein.

Der Somatom Sensation 64 arbeitet mit der Siemens-Benutzeroberfläche syngo, der intuitiven Softwareplattform für alle bildgebenden Modalitäten und Systeme. Syngo vereinheitlicht und automatisiert die Bedienprozesse über unterschiedlichste Systeme wie zum Beispiel Magnetresonanz- oder Computertomographen hinweg.

Siemens Medical Solutions (Med) ist weltweit einer der größten Anbieter im Gesundheitswesen. Der Bereich steht für innovative Produkte und Komplettlösungen sowie für ein umfangreiches Angebot von Dienst- und Beratungsleistungen. Abgedeckt wird das gesamte Spektrum über bildgebende Systeme für Diagnose und Therapie, die Elektromedizin und die Audiologie bis hin zu IT-Lösungen. Mithilfe dieser Lösungen ermöglicht Med seinen Kunden, sichtbare Ergebnisse sowohl im klinischen, als auch im administrativen Bereich zu erzielen – so genannte „Proven Outcomes“. Innovationen aus dem Hause Siemens optimieren Arbeitsabläufe in Kliniken und Praxen und führen zu mehr Effizienz in der Gesundheitsversorgung. Med beschäftigt weltweit rund 31 000 Mitarbeiter und ist in 120 Ländern präsent.

Im Geschäftsjahr 2003 (30. September) erzielte Med einen Umsatz von 7,4 Mrd. € sowie einen Auftragseingang von 7,8 Mrd. €. Das Bereichsergebnis betrug 1,1 Mrd. €. Weitere Informationen unter:

Anja Süssner | Siemens AG
Weitere Informationen:
http://www.siemens.com/medical

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