Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Leuchtende Kunststoff-Folie ersetzt traditionelle Lichtquellen im Auto

13.11.2003


Auf Autofahrer wartet ein ganz neuer Lichtblick: Denn künftig sollen Glühlampen im Fahrzeug der Vergangenheit angehören.


Blick in die Zukunft: Eine leuchtende Kunststoff-Folie, die sich in jede beliebige Form bringen lässt, soll traditionelle Lichquellen zum Beispiel im Innenraum des Autos ersetzen. Hand darauf, es handelt sich garantiert nicht um faulen Zauber ...



Die neuartige „Lightshow“ setzt nicht länger auf sperrige Lichtquellen. Stattdessen kommt eine unter Spannung leuchtende Folie zum Einsatz, durch die die Oberfläche im Fahrzeugcockpit in sanftem Licht erstrahlt. Ein Fortschritt vor allem zur Freude der Autohersteller, die künftig platzsparender bauen können. Und auch die Designer können jubeln, denn ihren Ideen sind kaum noch gestalterische Grenzen gesetzt. Selbst Um-die-Ecke-leuchten ist nun möglich.

Also: Birnchen ade. Willkommen Elektrolumineszenz (EL), wie Fachleute diese Art der Lichterzeugung nennen, die die Natur schon lange beherrscht: Wenn etwa die weiblichen Glühwürmchen leuchten um Männchen anzulocken, dann ist das nichts anderes als Lumineszenz.


Leuchtende Folien sind keineswegs neu. Aber es war bisher nicht möglich, diese Folien beliebig zu verformen und damit jede denkbare Geometrie zu erhellen. Das künstliche Glühwürmchen als 3D-Plastik – bisher ein Traum der Ingenieure. Wahr wird er mit der so genannten „Smart Surface Technology“. Entwickelt wurde sie von Bayer Polymers, einem der größten Kunststoff-Hersteller der Welt, gemeinsam mit der Schweizer Firma Lumitec, einem Spezialisten für EL und feine Elektronik-Komponenten.

Als Basismaterial dient dabei die transparente und beliebig formbare Folie Bayfol®. Auf ihr aufgedruckt werden zwei Schichten des elektrisch leitenden Kunststoffs (!) Baytron® P des Bayer- Tochterunternehmens H.C. Starck. Legt man nun Wechselstrom an die beiden Elektroden, so beginnen die in einer Zwischenschicht liegenden EL-Kristalle zu leuchten.

Und wie kommt die „helle“ Folie ins Armaturenbrett? Einfach genial: In einem einzigen durchgehenden Fertigungsprozess fließen – teils im wahrsten Sinne des Wortes – die unterschiedlichen Materialien des Autocockpits zusammen.

„Wir sorgen für ein angenehmes Ambiente“, umschreibt Eckard Foltin, bei Bayer Polymers Leiter des Creative Center, das Ergebnis. Und es ist schon klar, dass demnächst nicht nur im Blickfeld des Fahrers ein neues Licht aufgeht. Vielmehr ist dies nur ein leuchtendes Beispiel für zahlreiche andere Anwendungen. „Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt“, so Foltin. Denkbar sei, die Lichtschicht auch am Türöffner, im Handschuhfach oder im Kofferraum einzusetzen. Und auch außerhalb des Fahrzeugs steht der Kunststoff-Folie eine strahlende Zukunft bevor: Schubladen, Koffer, Schwimmbecken-Wände – überall wo Licht-Armut herrscht, könnte die Folie zum Einsatz kommen. Foltin: „Denkbar wäre auch, Tiefkühltruhen im Supermarkt so zu beleuchten. Das wäre besonders sinnvoll, da das Kunststoff-Licht keinerlei Wärme entwickelt.“ Eine Idee, meine Damen, wird Wirklichkeit: Die unergründlichen Tiefen von Handtaschen werden bald komfortabel ausgeleuchtet. Das Einzige, was dabei dann noch verloren geht, ist vielleicht der Spaß beim Suchen.

Gerd Dreßen | BayNews
Weitere Informationen:
http://www.bayer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Innovative Produkte:

nachricht Neu entwickelter Therapiesitz hilft beeinträchtigten Menschen
18.05.2017 | Jade Hochschule - Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth

nachricht Schnell schweben: Studierende konstruieren Transportkapsel
04.04.2017 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Innovative Produkte >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mobilität 4.0: Konferenz an der Jacobs University

18.10.2017 | Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

18.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Biokunststoffe könnten auch in Traktoren die Richtung angeben

18.10.2017 | Messenachrichten

»ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern

18.10.2017 | Energie und Elektrotechnik