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Weichen für zukunftsfähige Internet-Infrastruktur müssen jetzt gestellt werden

16.10.2012
- Neues VDE-Positionspapier untermauert die Bedeutung der IKT als Wachstumsmotor
- Deutschland droht im internationalen Wettlauf um Hochleistungsnetze zurückzufallen
- Experten fordern stärkere Beteiligung von Unternehmen an EU-Fördermitteln

Die wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung moderner Kommunikationstechniken und -systeme wächst weiter. Seit über 15 Jahren verzeichnet der individuelle Datenkonsum einen Zuwachs um 50 Prozent bis 100 Prozent pro Jahr. Dieser Trend wird sich nach VDE-Schätzungen in den nächsten zehn Jahren fortsetzen. Zugleich ist die Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) ein starker Wirtschaftsmotor.

In Deutschland trägt der IKT-Sektor zu etwa einem Viertel zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum bei. Besonders große Zukunftspotenziale eröffnen komplexe Dienste und Anwendungen wie Smart Grid, Cloud Computing, Smart Cities und Smart Home. Hier hält Deutschland technologische Spitzenpositionen. Um diese Potenziale zu nutzen, ist aber der massive Ausbau von flächendeckenden Breitband-Hochgeschwindigkeitsnetzen erforderlich, die höchste Anforderungen an Sicherheit, Qualität und Effizienz erfüllen.

International hat bereits ein standortpolitischer Wettlauf um den Aufbau einer zukunftsfähigen Internet-Infrastruktur für die neuen Märkte eingesetzt. Dabei drohen Deutschland und Europa zurückzufallen. Zu diesem Ergebnis kommt das VDE-Positionspapier „Bedeutung der IKT für den Standort Deutschland“, das von Experten der Informationstechnischen Gesellschaft im VDE (VDE|ITG) erarbeitet wurde.

Während asiatische Länder ihre Investitionen in Forschung und Innovation stark erhöhen, hat Europa das Lissabon-Ziel, drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes in Forschung und Entwicklung zu investieren, bisher noch nicht erreicht. Zwar ist das von der EU-Kommission geplante Förderprogramm „Horizon 2020“ ein Schritt in die richtige Richtung. Problematisch ist aber, dass der Anteil der Unternehmen an den Fördermitteln der europäischen Forschungsrahmenprogramme (FRP) von 39 Prozent im 4. FRP auf gerade noch 24 Prozent im 7. FRP sank und eine Kehrtwende sich nicht abzeichnet.

Um die Balance zwischen der Grundlagen- und angewandter Forschung auf der einen Seite und der Wirtschaft als Zugpferd für Innovation auf der anderen Seite herzustellen, ist aber aus VDE-Sicht eine höhere Beteiligung der Wirtschaft als bisher am Gesamtbudget anzustreben. Damit die wirtschaftlichen Hebeleffekte der IKT genutzt werden können, muss der Ausbau der Netze frühzeitig weiter forciert und visionär gestaltet werden. Dazu sind die Kompetenz und das verstärkte Engagement von IKT-Unternehmen erforderlich.

Bei dem Ausbau der IKT-Infrastruktur geht es nicht nur darum, die Datenautobahnen in Stand zu halten oder bedarfsgerecht zu erweitern. Vielmehr gilt es, die Energie-, Informations- und Logistik-Probleme einer älter werdenden und wohlhabenden Gesellschaft zu lösen, die Zukunftsfähigkeit des Standorts mit Weitblick zu sichern und angesichts der abflauenden Wirtschaftsdynamik und der andauernden Finanzkrise kräftige industriepolitische Impulse zur Stärkung der Realwirtschaft und des Arbeitsmarktes zu geben.

Für die Redaktion: Das VDE-Positionspapier „Bedeutung der IKT für den Standort Deutschland“ wurde von Experten der Informationstechnischen Gesellschaft im VDE erstellt. Es ist kostenlos im InfoCenter unter www.vde.com erhältlich.

Über den VDE und die Informationstechnische Gesellschaft im VDE:
Der Verband der Elektrotechnik Elektronik und Informationstechnik (VDE) ist mit 36.000 Mitgliedern (davon 1.300 Unternehmen, 8.000 Studierende, 6.000 Young Professionals) und 1.100 Mitarbeitern einer der großen technisch-wissenschaftlichen Verbände Europas. Der VDE vereint Wissenschaft, Normung und Produktprüfung unter einem Dach. VDE-Tätigkeitsfelder sind der Technikwissenstransfer, die Forschungs- und Nachwuchsförderung der Schlüsseltechnologien Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik und ihrer Anwendungen. Die Sicherheit in der Elektrotechnik, die Erarbeitung anerkannter Regeln der Technik als nationale und internationale Normen, Prüfung und Zertifizierung von Geräten und Systemen sind weitere Schwerpunkte. Das VDE-Zeichen, das 63 Prozent der Bundesbürger kennen, gilt als Synonym für höchste Sicherheitsstandards. Die Technologiegebiete des VDE: Informationstechnik, Energietechnik, Medizintechnik, Mikroelektronik, Mikro- und Nanotechnik sowie Automation.
Die Informationstechnische Gesellschaft im VDE (ITG) engagiert sich mit 12.000 Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik für die Förderung der Informationstechnik, ihrer Anwendungen und für den technisch-wissenschaftlichen Nachwuchs.

Pressekontakt: Melanie Mora, Tel. +49 (0)69 6308461, melanie.mora@vde.com

Melanie Mora | VDE
Weitere Informationen:
http://www.vde.com

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