Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Volle CPU-Leistung im Browser nutzen

09.12.2008
Google-Technologie für bessere Webanwendungen

Google hat mit "Native Client" eine Technologie vorgestellt, um Webanwendungen Zugriff auf die volle Rechenleistung der CPU zu bieten.

Durch das Ausführen von nativem Code direkt im Prozessor soll dies unabhängig von Browser und Betriebssystem leistungsfähigere, dynamischere Webanwendungen ermöglichen. Noch befindet sich die Open-Source-Technologie im Forschungsstadium.

"Google muss ein akademisch interessantes Problem lösen, die statische Code-Analyse. Das ist nötig um sicherzustellen, dass der Code von der Webseite nicht die Kontrolle über den lokalen Rechner übernehmen kann", meint Phillip Reisner, technischer Geschäftsführer beim IT-Unternehmen LINBIT, gegenüber pressetext.

"Moderne Computer können Mrd. Anweisungen pro Sekunde ausführen, aber heutige Webanwendungen können nur einen Bruchteil dieser Rechenleistung nutzen", erklärt Brad Chen von Googles Native Client Team im Google-Code-Blog. Das will die neue Technologie ändern. Sie ermöglicht es, in Webanwendungen native Code-Module einzubauen, die dann direkt am lokalen Prozessor ausgeführt werden.

Damit können sie die CPU- Leistungsfähigkeit ähnlich gut ausschöpfen wie Desktop-Programme. Da native Anwendungen umfangreichen Zugriff auf alle Ressourcen eines Computers haben und daher ein System auch schwer schädigen könnten, geht es bei Native Client nicht zuletzt um die Sicherheit. Der Zugang setzt auf ein Sandbox-Modell, um ungewollte Interaktion von Code-Modulen mit dem System zu verhindern und sucht mit statischer Analyse nach etwaigen Sicherheitsmängeln. Außerdem gibt es strenge Regeln, wie ein Code-Modul aussehen muss.

Google betont, dass es eine Herausforderung sei, Native Client wirklich sicher zu gestalten. Die Technologie wird daher jetzt mit der Security- und Open-Source-Community geteilt, um Feedback zu erhalten. Das Potenzial sei jedenfalls groß. Als Beispiel nennt Chen die Möglichkeit, die Bildbearbeitung eines Online-Angebots durch nativen Code direkt am Computer eines Nutzers auszuführen und dadurch Datenströme und Latenzzeiten zu minimieren. "Ich denke Native Code hat das Potenzial, eine Killer-Technologie zu werden, da es .NET, Java, Silverlight und Flash bei der Performance immer schlagen wird", meint auch Reisner. Allerdings sieht Google selbst die Entwicklung nicht unbedingt als Konkurrenz zu bekannten Web-Technologien. "Native Client ersetzt keine existierenden Technologien, sondern soll diese ergänzen, indem sie Webentwicklern eine neue Möglichkeit eröffnet", heißt es auf Anfrage von pressetext.

Der erste Forschungsrelease von Native Client enthält die nötigen Komponenten, um Code-Module zu erstellen, die in Chrome, Firefox, Safari und Opera auf modernen Windows-, Mac- oder Linux-Systemen mit einem x86-Prozessor ausgeführt werden können. Damit wird bereits ein breites Spektrum von Desktop- und Notebook-Computern abgedeckt. Chen zufolge wird daran gearbeitet, auch CPUs in PowerPC- sowie der beispielsweise bei Smartphones gängigen ARM-Architektur zu unterstützen. Zum Internet Explorer sagt Chen zwar nichts, doch gibt Google gegenüber pressetext an, Native Client langfristig für alle gängigen Betriebssystem-Browser-Kombinationen umsetzen zu wollen.

Thomas Pichler | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://code.google.com/p/nativeclient
http://www.linbit.com

Weitere Berichte zu: Browser CPU CPU-Leistung Code-Modul Google Native Client Prozessor Rechenleistung Webanwendung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Autonome Schifffahrt: Transdisziplinäre Forschung an der Uni Kiel
22.05.2018 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

nachricht CrowdWater: eine App für die Hochwasser-Forschung
18.05.2018 | Universität Zürich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

Wie verleiht man Zellen neue Eigenschaften ohne ihren Stoffwechsel zu behindern? Ein Team der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz Zentrums München veränderte Säugetierzellen so, dass sie künstliche Kompartimente bildeten, in denen räumlich abgesondert Reaktionen ablaufen konnten. Diese machten die Zellen tief im Gewebe sichtbar und mittels magnetischer Felder manipulierbar.

Prof. Gil Westmeyer, Professor für Molekulare Bildgebung an der TUM und Leiter einer Forschungsgruppe am Helmholtz Zentrum München, und sein Team haben dies...

Im Focus: LZH showcases laser material processing of tomorrow at the LASYS 2018

At the LASYS 2018, from June 5th to 7th, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) will be showcasing processes for the laser material processing of tomorrow in hall 4 at stand 4E75. With blown bomb shells the LZH will present first results of a research project on civil security.

At this year's LASYS, the LZH will exhibit light-based processes such as cutting, welding, ablation and structuring as well as additive manufacturing for...

Im Focus: Kosmische Ravioli und Spätzle

Die inneren Monde des Saturns sehen aus wie riesige Ravioli und Spätzle. Das enthüllten Bilder der Raumsonde Cassini. Nun konnten Forscher der Universität Bern erstmals zeigen, wie diese Monde entstanden sind. Die eigenartigen Formen sind eine natürliche Folge von Zusammenstössen zwischen kleinen Monden ähnlicher Grösse, wie Computersimulationen demonstrieren.

Als Martin Rubin, Astrophysiker an der Universität Bern, die Bilder der Saturnmonde Pan und Atlas im Internet sah, war er verblüfft. Die Nahaufnahmen der...

Im Focus: Self-illuminating pixels for a new display generation

There are videos on the internet that can make one marvel at technology. For example, a smartphone is casually bent around the arm or a thin-film display is rolled in all directions and with almost every diameter. From the user's point of view, this looks fantastic. From a professional point of view, however, the question arises: Is that already possible?

At Display Week 2018, scientists from the Fraunhofer Institute for Applied Polymer Research IAP will be demonstrating today’s technological possibilities and...

Im Focus: Raumschrott im Fokus

Das Astronomische Institut der Universität Bern (AIUB) hat sein Observatorium in Zimmerwald um zwei zusätzliche Kuppelbauten erweitert sowie eine Kuppel erneuert. Damit stehen nun sechs vollautomatisierte Teleskope zur Himmelsüberwachung zur Verfügung – insbesondere zur Detektion und Katalogisierung von Raumschrott. Unter dem Namen «Swiss Optical Ground Station and Geodynamics Observatory» erhält die Forschungsstation damit eine noch grössere internationale Bedeutung.

Am Nachmittag des 10. Februars 2009 stiess über Sibirien in einer Höhe von rund 800 Kilometern der aktive Telefoniesatellit Iridium 33 mit dem ausgedienten...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Mikroskopie der Zukunft

22.05.2018 | Medizintechnik

Designerzellen: Künstliches Enzym kann Genschalter betätigen

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics