Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Startschuss für deutsch-niederländisches Forschungsprojekt zur Fernerkundung mit Drohnen

09.03.2012
Projekt „Smart Inspectors“ der Hochschule Rhein-Waal legt Grundstein für das geplante niederländisch-deutsche Kompetenznetzwerk Fernerkundung in der Euregio Rhein-Waal

Der Landwirt fährt mit seinem Auto zum Acker, öffnet die Heckklappe und lässt ein GPS-gesteuertes Modellflugzeug steigen, das er auch mit seinem SmartPhone steuern kann. Diese ferngesteuerte Drohne ist mit Spezialkameras ausgerüstet, die das Feld optisch erkunden.

Die gewonnenen Aufnahmen werden schon im Flug in das Internet übertragen und dort analysiert. Kurze Zeit später empfängt der Landwirt mit seinem SmartPhone die Ergebnisse in Kartendarstellung und erkennt sofort, an welchen Stellen er seinen Acker vielleicht mehr düngen oder anders bewirtschaften muss. Ferne Zukunftsmusik? Nicht an der Hochschule Rhein-Waal, denn hier wird ab sofort gemeinsam mit Forschungs- und Industriepartnern aus dem niederländisch-deutschen Grenzgebiet an solchen Lösungen gearbeitet. Das Forschungs- und Entwicklungsprojekt „Smart Inspectors“ hat zum Ziel, die gesamte Prozesskette von Infrarot(IR)-Spezialkameras und Radar über Fluggeräte und Datenfernübertragung bis zur wissenschaftlichen Auswertung und Ergebnisdarstellung für den Endkunden zu entwickeln.

Prof. Dr.-Ing. Rolf Becker von der Hochschule Rhein-Waal beantragte „Smart Inspectors“ federführend bei der Euregio Rhein-Waal, die durch ihre strategische Beratung im Bereich der Wirtschaftsförderung maßgeblich zum Erfolg des Antrags beitrug. Der Lead Partner Hochschule Rhein-Waal ist mit zahlreichen Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeitern am Vorhaben beteiligt. Zusammen mit Kollegen der Wageningen University and Research Centre (Fernerkundung), des Landwirtschaftszentrums Haus Riswick, der Firmen sceme.de GmbH (Sensoren), IMST GmbH (Radar) und BLGG Research (landwirtschaftliche Forschung und Beratung) entwickeln sie neue Verfahren und Anwendungen in der Infrarot- und Radar-Fernerkundung.

Das neuartige IR- und Radar-Fernerkundungssystem soll von Drohnen und kleinen Ultraleichtflugzeugen getragen werden können. Es ist kostengünstiger und flexibler als konventionelle flugzeuggetragene Systeme und weniger von Bewölkung abhängig als Erdbeobachtungssatelliten.

Auch außerhalb der Landwirtschaft birgt die Fernerkundung großes Potential für verschiedene Anwendungen, wie beispielsweise in der Verkehrsüberwachung, der technischen Inspektion von Industrieanlagen, dem Hochwasserschutz (Deichkontrolle) oder dem Monitoring von Naturschutzgebieten und Tierbeständen.

Durch den Aufbau des transnationalen Kompetenznetzwerks Fernerkundung Euregio Rhein-Waal wird eine nachhaltige Nutzung von Fernerkundungssystemen und -verfahren in der Region gewährleistet. Interessierte Firmen im Grenzgebiet können gemeinsam mit dem Kompetenznetzwerk neuartige Produkte und Dienstleistungen entwickeln, etwa in den Bereichen Katastropheneinsatz, technische Überwachung, Umweltschutz und Landwirtschaft. Dadurch werden auch neue Arbeitsplätze geschaffen.

Mit dieser High-Tech-Offensive in der Euregio Rhein-Waal können neue Märkte zeitnah besetzt werden. Außerdem werden die entwickelten Technologien einen weltweiten Absatzmarkt finden, etwa in Ländern mit einer sehr großflächigen Landwirtschaft.

Das Projekt „Smart Inspectors“ wurde am 1. März vom zuständigen Lenkungsausschuss genehmigt und wird im Rahmen des europäischen Programms INTERREG IV A „Deutschland-Nederland“ gefördert. Die Gesamtkosten des Projektes belaufen sich auf etwa 3,16 Millionen Euro. Der Beitrag der Europäischen Union liegt bei 1,42 Millionen Euro. Das Land Nordrhein-Westfalen, die niederländische Provinz Gelderland und das niederländische Wirtschaftsministerium beteiligen sich zusammen mit weiteren 762.000 Euro. Der Rest wird von den Projektpartnern finanziert.

Smart Inspectors
Projektpartner: Hochschule Rhein-Waal (Kleve und Kamp-Lintfort), Wageningen Universiteit (Wageningen), BLGG Research (Wageningen), sceme.de GmbH (Kalkar), Landwirtschaftszentrum Haus Riswick (Kleve), IMST GmbH (Kamp-Lintfort)

Assoziierte Partner: ISIS-IC GmbH (Wesel), Alterra (Wageningen), TerraSphere Imaging & GIS B.V. (Amsterdam), CARRIER³ Goran Kelemen (Emmerich), Flieg mit uns (Borken/Wesel)

Laufzeit: 2012 – 2014

INTERREG IV A
INTERREG IV A ist ein Programm der Europäischen Union zur Unterstützung von grenzüberschreitenden Projekten. Die Euregio Rhein-Waal führt INTERREG IV A in ihrem Arbeitsgebiet aus und betreut die Projektpartner von der Ideenentwicklung bis zum Projektabschluss. INTERREG IV A zielt auf die Entwicklung der europäischen Grenzregionen ab. Unterstützt werden Projekte in den Bereichen Wirtschaft, Technologie und Innovation, nachhaltige regionale Entwicklung sowie Gesellschaft und Integration. Zu diesem Zweck stellt die Euregio Rhein-Waal bis zum Jahr 2013 EU-Fördermittel in Höhe von 34 Millionen Euro zur Verfügung.

Christin Hasken | idw
Weitere Informationen:
http://www.hochschule-rhein-waal.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Echtzeit-Daten für die intelligente Elektromobilität
26.08.2015 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Neue App hilft beim Benzinsparen
26.08.2015 | Universität Augsburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Universum: Simulationen am Supercomputer

Davon träumt die Wissenschaft: An einem Computer zu simulieren, wie sich das Universum bis heute entwickelt hat. Forscher aus Würzburg und Heidelberg wollen dem Traum jetzt näher kommen: Sie haben Rechenzeit im Wert von knapp fünf Millionen Euro auf einem Supercomputer bewilligt bekommen.

Der Würzburger Mathematiker Professor Christian Klingenberg und der Heidelberger Astrophysiker Professor Volker Springel haben sich Großes vorgenommen: Sie...

Im Focus: An engineered surface unsticks sticky water droplets

The leaves of the lotus flower, and other natural surfaces that repel water and dirt, have been the model for many types of engineered liquid-repelling surfaces. As slippery as these surfaces are, however, tiny water droplets still stick to them. Now, Penn State researchers have developed nano/micro-textured, highly slippery surfaces able to outperform these naturally inspired coatings, particularly when the water is a vapor or tiny droplets.

Enhancing the mobility of liquid droplets on rough surfaces could improve condensation heat transfer for power-plant heat exchangers, create more efficient...

Im Focus: Starke, aber zeitlich begrenzte Temperaturabkühlungen unter der Lupe

Grosse Vulkanausbrüche schleudern beträchtliche Mengen an Schwefeldioxid in die Atmosphäre, die sich in Aerosole umwandeln, in der Stratosphäre verteilen, dort einen Teil der Sonneneinstrahlung blockieren und so die Erdoberfläche für einige Jahre abkühlen.

Ein internationales Forscherteam mit Berner Beteiligung hat nun dank der Kombination von Jahrringuntersuchungen an Bäumen und Klimamodellen einen Ansatz...

Im Focus: Elektrofahrzeuge kabellos laden und entladen

Über ein kabelloses Ladesystem können Elektroautos künftig nicht nur tanken, sondern die Energie ins Stromnetz zurückspeisen. Auf diese Weise helfen sie das Netz zu stabilisieren. Das kostengünstige Ladesystem erreicht hohe Wirkungsgrade – über den vollen Leistungsbereich von 400 Watt bis 3,6 Kilowatt. Die Abstände zwischen Auto und Ladespule können bis zu 20 Zentimeter be- tragen. Auf der Internationalen Automobil Ausstellung IAA in Frankfurt stellen Fraunhofer-Forscher den Prototyp vom 15. bis 18. September 2015 vor (Halle 4, Stand D33).

Es regnet in Strömen. Wer jetzt ein dickes unhandliches Kabel zwischen Elektrofahrzeug und Ladesäule einstecken muss, wird patschnass. Doch es nützt nichts,...

Im Focus: Increasingly severe disturbances weaken world's temperate forests

Longer, more severe, and hotter droughts and a myriad of other threats, including diseases and more extensive and severe wildfires, are threatening to transform some of the world's temperate forests, a new study published in Science has found. Without informed management, some forests could convert to shrublands or grasslands within the coming decades.

"While we have been trying to manage for resilience of 20th century conditions, we realize now that we must prepare for transformations and attempt to ease...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologietag „Laser-Plasma-Hybridtechnologie“

01.09.2015 | Veranstaltungen

Kongress - Das Lebensende planen

01.09.2015 | Veranstaltungen

Internationale Ökologenkonferenz zeigt Wege in eine nachhaltige Zukunft auf

01.09.2015 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

moove goes Luxemburg: vitaliberty und DKV Luxembourg starten Partnerschaft für gesunde Unternehmen im Großherzogtum

01.09.2015 | Unternehmensmeldung

Ausbildungsstart bei Siemens - rund 160 Azubis im 1. Ausbildungsjahr an fünf mitteldeutschen Standorten

01.09.2015 | Unternehmensmeldung

Siemens verkauft 18 Industriegasturbinen nach Thailand

01.09.2015 | Unternehmensmeldung