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Skype-Risiken für Unternehmen sind überschaubar

20.04.2010
Laut einem heute von Berlecon Research und der Fraunhofer ESK vorgestellten Report kann Skype eine Ergänzung für Unternehmen sein, die bisher noch keine umfassende Unified Communications installiert haben.

Auch wenn viele Unternehmen noch Bedenken haben, bestehen aus Sicht der Analysten keine generellen Einwände gegen eine ergänzende geschäftliche Nutzung. Allerdings müssen für den Unternehmenseinsatz klare Regeln definiert werden. Für Unternehmensbereiche, die besonderen Geheimhaltungsrichtlinien unterliegen, ist Skype nach wie vor ungeeignet. Der Report bewertet die Chancen und Risiken der aktuellen Skype-Version und definiert eine exemplarische Skype Policy für die geschäftliche Nutzung.

Skype steht heute für viele Nutzer als Synonym für die kostenfreie Sprach- und Videotelefonie über das Internet. Der Internetdienst hat weltweit inzwischen über 500 Mio. Nutzer, davon sind im Durchschnitt ständig ca. 20 Mio. online. Zwar liegt der Fokus von Skype auf der privaten Nutzung. Mit seinen zahlreichen Funktionen wie Präsenzanzeige, Instant Messaging, sowie File und Desktop Sharing kommt Skype aber auch im Geschäftsalltag zum Einsatz - insbesondere in Unternehmen, in denen (bisher) diese Funktionen nicht über umfassende UC-Lösungen zur Verfügung stehen.

In vielen Unternehmen wird Skype von den Mitarbeitern allerdings ohne Abstimmung mit den ITK-Verantwortlichen eingesetzt. Denn im Gegensatz zu den meisten anderen Kommunikationsdiensten sind zum Installieren von Skype keine Administrationsrechte nötig. Da die Nutzung von Skype zahlreiche Sicherheitsrisiken und Rechtsfragen mit sich bringt, sind viele Unternehmen unsicher, ob sie den Einsatz von Skype durch ihre Mitarbeiter unterbinden sollten. Hauptkritikpunkt ist, dass die Protokolle nicht offen gelegt sind und der Quellcode von Skype keiner Überprüfung zugänglich ist, so dass Sicherheitskonzepte und deren Implementierung nicht überprüfbar sind. Da Skype-Mechanismen die Firewall tunneln können, wird die IT-Infrastruktur verwundbarer. Nicole Dufft, Geschäftsführerin von Berlecon Research: "Auch wenn Skype seit Erscheinen unserer ersten Analyse im Jahr 2007 verstärkt die Belange von Geschäftskunden adressiert, ist die Kritik nach wie vor berechtigt. Allerdings sind die Risiken gegen die Vorteile abzuwägen und sprechen nicht generell gegen eine ergänzende Nutzung von Skype." Die Analysten von Berlecon Research und der Fraunhofer-Einrichtung für Systeme der Kommunikationstechnik ESK empfehlen Unternehmen, ihre Mitarbeiter über die entsprechenden Risiken aufzuklären und klare Regeln für den Umgang mit Skype aufzustellen. Auf Rechnern sicherheitskritischer Bereiche mit einem hohen Schutzbedürfnis sollte die Installation von Skype gar nicht erst gestattet werden, um den versehentlichen oder missbräuchlichen Datentransport nach außen zu verhindern. Sven Brandt, Leiter der Communication Solutions Gruppe der Fraunhofer ESK gibt zu bedenken: "Dem Trend, dass die Endsysteme verwundbarer werden und der Schutz durch klassische Firewallkonzepte abnimmt, müssen Unternehmen sich aber ohnehin stellen. Und nicht nur Skype ist ein potenzieller Kanal zum Transfer unternehmenskritischer Daten."

Nicole Dufft fasst zusammen: "In Unternehmen, in denen Funktionalitäten wie Instant Messaging oder Präsenzanzeige noch nicht über andere Kommunikationslösungen zur Verfügung stehen, wird Skype gerne von den Mitarbeitern eingesetzt. Zweifelsohne ist Skype kein Ersatz für eine professionelle Telefonie- oder UC-Umgebung. So bietet Skype bspw. nur eingeschränkten User Support und sowohl die Funktionalitäten als auch die Integrationsmöglichkeiten sind begrenzt. Unter Beachtung der von uns definierten Regeln und Policy-Empfehlungen kann Skype aber durchaus als Ergänzung zur klassischen Telefonie eingesetzt werden."

Der Report "Skype im Unternehmenseinsatz 2010 - Chancen, Risiken und Policy-Empfehlungen" richtet sich an alle Unternehmen, in denen die Nutzung von Skype bisher nicht oder nur unzulänglich geregelt ist. Er nimmt eine Neubewertung der Nutzen und Risiken von Skype vor und gibt Empfehlungen zum Einsatz in Unternehmen. Der jetzt veröffentlichte Report ist eine Neuauflage der im Jahr 2007 erschienen Analyse "Skype im Unternehmenseinsatz" und wurde unter Beachtung der neuesten Skype-Version 4.2 erstellt. Berücksichtigt wurden neue Features und Konfigurationsmöglichkeiten, aktuelle Endbenutzer-Lizenzvereinbarungen sowie neueste Erkenntnisse zu Sicherheits- und Rechtsfragen.

Weitere Informationen und Grafiken aus dem Report stehen unter http://www.berlecon.de/skype zur Verfügung. Journalisten erhalten auf Anfrage eine Presseversion des Reports.

Über Berlecon Research

Berlecon Research ist ein unabhängiges Analysten- und Beratungshaus mit Sitz in Berlin. Das Unternehmen bewertet seit mehr als 10 Jahren Chancen und Herausforderungen neuer ITK-Technologien, im Fokus der Analysen steht der deutsche Markt. Schwerpunktthemen sind IT Services & Outsourcing sowie Mobility & Business Communications. Neben Research Reports zu aktuellen ITK-Themen erstellt Berlecon neutrale Studien im Auftrag von Technologieanbietern und führt MultiClient-Projekte durch. In individuellen Workshops und Vorträgen präsentieren Berlecon-Analysten aktuelle Research-Ergebnisse und diskutieren deren Implikationen für Technologie- und Marktstrategien.

Kompetenz in der Beurteilung wirtschaftlicher und technischer Fragestellungen und qualitativ hochwertige Analysen nach wis-senschaftlichen Standards zeichnen das Unternehmen aus.

Weitere Informationen zum Unternehmen und zu aktuellen
Publikationen: http://www.berlecon.de.
Die Fraunhofer-Einrichtung für Systeme der Kommunikationstechnik ESK
Die Fraunhofer ESK forscht anwendungsorientiert an Informations- und Kommunikationssystemen, die gleichzeitig beherrschbar, effizient und zuverlässig sind. Die Wissenschaftler der Fraunhofer ESK sind Experten für weitere Bereiche der Kommunikations- und Informationstechnik (IuK), von Übertragungstechnik über Protokolle und Systeme bis zu intelligenten Anwendungen. Da die IuK zunehmend durch Software realisiert wird, haben die Wissenschaftler das Kompetenzfeld Software Methodology ebenfalls erschlossen. Die Kompetenzen der Fraunhofer ESK kommen in den Geschäftsfeldern Automotive, Enterprise & Carrier Communication und Industrial Communication zum Einsatz, d.h. in Branchen, bei denen der Einsatz von IuK-Technologien besonders wichtig ist. Zu den Kunden und Partnern der Fraunhofer ESK zählen u.a. Unternehmen aus der Automobilbranche, der Telekommunikationsbranche, der Automatisierungstechnik und der Gebäudetechnik.

| Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.esk.fraunhofer.de
http://www.berlecon.de/skype

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