Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sichere Updates für Navigationsgeräte und Co

23.09.2011
Einen Knopfdruck vom Autofahrer, und schon laden die Steuergeräte neue Software vom Autohersteller herunter – etwa erweitertes Kartenmaterial für das Navi.

Damit dieser Datenkanal vor Hackerangriffen geschützt ist, braucht das Gerät dazu den richtigen kryptographischen Schlüssel. Bisher sind diese in jedem einzelnen Minicomputer im Fahrzeug hinterlegt.

Mit einem neuartigen Vertrauensanker geht das künftig einfacher und kostengünstiger. Auf der IT-Security-Messe it-sa vom 11. bis 13. Oktober in Nürnberg stellen die Wissenschaftler das Verfahren vor (Halle 12, Stand 461).

Ein paar Tage Urlaub in den französischen Alpen – um das gebuchte Hotel zu finden ohne Straßenkarten zu wälzen, muss das Navigationsgerät zunächst mit den französischen Karten aufgerüstet werden. Entweder macht der Urlauber dazu vor der langen Fahrt noch einen Abstecher zur Werkstatt, oder er besorgt sich eine CD mit den entsprechenden Daten. Künftig könnte das Navi auf Anweisung vom Fahrer die Updates selbst herunterladen.

Startet der Autofahrer das Programm, laufen zahlreiche Sicherheitsabfragen – nur so ist der Datentransfer gegen Hacker geschützt. Bisher hinterlegen die Hersteller einen kryptographischen Schlüssel auf jedem Gerät, das etwa solche Updates vom Hersteller erhalten oder mit anderen Steuergeräten kommunizieren soll. Fordert das Gerät ein Update an, muss es über den richtigen Schlüssel zunächst belegen, dass es die Rechte dazu hat.

Dies ist ein nur ein Beispiel für eine Anwendung, bei der die Verwendung von Kryptographie eine entscheidende Rolle zur Absicherung im Fahrzeug einnimmt. Die Autohersteller müssen daher zahlreiche kryptographische Schlüssel in den Minicomputern sicher verwahren. Forscher der Fraunhofer-Einrichtung für Angewandte und Integrierte Sicherheit AISEC in Garching bei München haben hierfür eine sichere, aber kostengünstige Methode entwickelt. »Wir haben einen Vertrauensanker entwickelt – ein Gerät, in dem kryptographische Schlüssel sicher verwahrt werden. Diese Schlüssel können Steuergeräte nutzen, sei es, um Updates vom Hersteller anzufordern oder um untereinander zu kommunizieren«, erklärt Alexander Kiening, Wissenschaftler am AISEC. Doch wie funktioniert das Verfahren? Wünscht der Autofahrer beispielsweise neues Kartenmaterial für das Navi, fordert das Gerät bei dem zentralen Vertrauensanker den erforderlichen Schlüssel an. Dazu muss es sich zum einen authentifizieren, also darlegen, dass es sich auch wirklich um das Navigationsgerät handelt, zum anderen muss es nachweisen, dass es nicht manipuliert wurde. Dazu überprüft der Vertrauensanker, ob die Software des Geräts dem gültigen Stand entspricht. Ist diese Abfrage erfolgreich, erhält das Navi den Schlüssel, mit dem es einen sicheren Virtual Private Network Datenkanal, kurz VPN, zum Hersteller aufbauen kann. Über diesen Kanal bekommt es die gewünschte Software. Abschließend informiert das aktualisierte Gerät den Vertrauensanker darüber, dass die Software erfolgreich geändert wurde.

Das Projekt ist Teil des Verbundvorhabens »Sicherheit in eingebetteten IP-basierten Systemen SEIS«, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF initiiert wurde. Einen ersten Demonstrator haben die Forscher in Zusammenarbeit mit Infineon, Continental und der Fraunhofer-Einrichtung für Systeme der Kommunikationstechnik ESK bereits entwickelt. Sie stellen ihn auf der Messe it-sa vom 11. bis 13. Oktober in Nürnberg vor (Halle 12, Stand 461).

Manuel Mattheß | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de/presse/presseinformationen/2010-2011/21/sichere-updates.jsp

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Lemgoer Forscher entwickeln Intelligente Assistenzsysteme für mobile Anwendungen in der Industrie
25.07.2017 | Hochschule Ostwestfalen-Lippe

nachricht Neue Anwendungsszenarien für Industrie 4.0 entwickelt
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Robuste Computer für's Auto

26.07.2017 | Seminare Workshops

Läuft wie am Schnürchen!

26.07.2017 | Seminare Workshops

Leicht ist manchmal ganz schön schwer!

26.07.2017 | Seminare Workshops