Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Intelligente Software "versteht" Musikstücke

16.06.2010
Analysesystem liefert Playlists passend zum persönlichen Geschmack

Die computergestützte Analyse von Musikstücken ist ein hilfreiches Tool, um Ordnung und Übersicht in das eigene MP3-Archiv zu bringen.

Während bisher erhältliche Softwarelösungen jedoch meist auf eine Sortierung nach bestimmten Kriterien wie etwa dem Genre beschränkt sind, arbeiten Forscher bereits mit Hochdruck daran, intelligente Technologien zu entwickeln, die einzelne Titel wesentlich komplexer analysieren und "verstehen" können. Ziel ist es, Nutzern die Möglichkeit zu geben, mit einem einzelnen Mausklick vollautomatisierte Playlists aus Millionen von Einzelsongs zu erstellen, die genau den jeweiligen persönlichen Geschmack treffen.

"Die bisher erhältliche Analyse-Software ist nur bis zu einem bestimmten Punkt zu gebrauchen", zitiert NewScientist Luke Barrington, Forscher an der University of California http://www.ucsd.edu in San Diego, der sich vorwiegend mit künstlicher Intelligenz beschäftigt. Eines der größten Probleme der computergestützten Musikanalyse sei der Umstand, dass sich der Großteil der technologischen Ansätze in diesem Bereich für eine Playlist-Zusammenstellung auf die Kategorie des Genre beschränken würden. "Einige Songs lassen sich aber nicht einfach als Rock- oder Popstück charakterisieren", betont Barrington.

Stimmung, Geschwindigkeit und Stil

Um dieses Problem zu lösen, hat der Computerwissenschaftler ein innovatives intelligentes System entwickelt, das aus Musikstücken der User weitaus mehr verschiedene Attribute ausliest als bloß das Genre. So soll die entsprechende Software beispielsweise die allgemeine Stimmung oder auch Geschwindigkeits- und Stilwechsel innerhalb eines Songs erkennen können. "Diese Technologie liefert auch sehr subjektive Beschreibungen zu einer bestimmten Musik und stellt etwa fest, ob ein Song 'funky' ist oder nicht", erläutert Barrington.

Für seine Software, die erstmals im August auf der International Society for Music Information Retrieval Conference im holländischen Utrecht vorgestellt werden soll, hat Barrington den sogenannten MFCC-Ansatz (Mel-Frequency Cepstral Coefficients) adaptiert. Dabei werden Musikstücke in einzelne kleine Audioschnipsel zerlegt, deren Sinuswellen in Bezug auf Ausschlag und Frequenz mithilfe eines speziellen Algorithmus ausgewertet und miteinander verglichen werden.

Zunehmende Bedeutung

Die Grundidee, Musikstücke mit Computerhilfe nach Ähnlichkeit sortieren und abspielen zu lassen, hat in Zeiten von iTunes und Co zunehmend an Bedeutung gewonnen. Hintergrund dieser Entwicklung ist die enorme Fülle an digitaler Musik auf den Festplatten der User, deren Organisation und Verwaltung immer aufwendiger wird. Auch im Bereich der Online-Radios wie Last.fm oder Pandora werden derartige Services eingesetzt, um Nutzer mit der zu ihrem individuellen Geschmack passenden Musik zu versorgen.

Markus Steiner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.ucsd.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht KogniHome feiert die Wohnung der Zukunft
26.06.2017 | Universität Bielefeld

nachricht Der Form eine Funktion verleihen
23.06.2017 | Institute of Science and Technology Austria

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges

26.06.2017 | Förderungen Preise

Fahrerlose Transportfahrzeuge reagieren bald automatisch auf Störungen

26.06.2017 | Verkehr Logistik

Forscher sorgen mit ungewöhnlicher Studie über Edelgase international für Aufmerksamkeit

26.06.2017 | Physik Astronomie