Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Das Handy als Infopoint und Navigator

06.09.2010
Wie Fahrgäste in öffentlichen Verkehrsmitteln künftig Informationen neuartig, rasch und barrierefrei abrufen können, ist Kern des Forschungsprojektes „MIP – Mobile Information Point“, das von der Technischen Universität (TU) Wien gemeinsam mit den großen österreichischen Verkehrsunternehmen, Mobilfunkunternehmen und anderen Partnern aus der Wirtschaft durchgeführt wird.

Reisende stehen an einer Haltestelle oder einem Bahnhof und stellen sich Fragen: Wie komme ich weiter an mein Ziel? Wann und wo steht der nächste Bus bereit? Wann fährt die Bahn retour oder wo ist die nächste Wartemöglichkeit?

Damit Fahrgäste für Antworten auf diese und viele weitere, ortsbezogene Fragen künftig nur noch das Handy zücken müssen, forscht die Gruppe Industrielle Software (INSO) der TU Wien im Rahmen des Projektes „MIP – Mobile Information Point“ gemeinsam mit den unten angeführten Partnern.

Testgebiet Bahnhof: eine Berührung genügt

Forschung mit angreifbaren Ergebnissen zu betreiben, ist der Anspruch, den das MIP-Team von Anfang an hatte. In den Bahnhöfen Krems (NÖ) und Baden bei Wien sind intelligente, interaktive Poster (Vorstufen zu interaktiven Anzeigetafeln), sogenannte Mobile Information Points, angebracht. Ein MIP belädt bei aktiver Berührung mit dem Fahrgasthandy über Near Field Communication (NFC)-Technik oder andere Smartphone-Mechanismen automatisch das Mobiltelefon mit den aktuellen lokalen Reiseinformationen. Mit einem Schlüssel bzw. Verweis wird das Mobiltelefon selbst zur Anzeigetafel mit persönlicher Navigationsmöglichkeit. Aktuelle Verkehrsinformation, etwa über die nächsten ankommenden und abfahrenden Züge und Busse, Echtzeitauskunft und die dabei barrierefreie Abfrage, sind für Fahrgäste des Öffentlichen Verkehrs von hohem Wert.

Die Technik hinter MIP

Der momentan noch experimentelle Stand der Mobile Information Points bietet über ein interaktives Plakat relevante Kurzinformationen für den Fahrgast. Dabei werden u.a. folgende Mechanismen bedient: Mittels Handy-Kamera und geeigneter, im Internet frei erhältlicher Software oder NFC-fähigem Mobiltelefon wird ein an den Information Points angebrachter 2D-Code oder NFC-Chip ausgelesen werden. Der Code bzw. Chip dient als Schlüssel, um standortrelevante Information über gängige Informationskanäle (Web/WAP, SMS, etc.) mit dem Mobiltelefon abzufragen. Die Forschungsarbeiten dienen neben Fragen der Reife und breiten Einsatzfähigkeit der Technologie vor allem der Akzeptanz und Usability durch die NutzerInnen.

Die interessanten Forschungsfragen liegen bei MIP nicht in der unmittelbaren Technologiefrage selbst, sondern in dem iterativen Prozess, ein derartiges, den BahnfahrerInnen noch nicht vertrautes System aus vielen verfügbaren Komponenten so zu verschmelzen und zu integrieren, dass es für die Reisenden auch wirklich tauglich und nützlich wird. Dabei werden Verfahren des „explorativen und evolutionären Prototypings“ angewandt, um die Technik schrittweise zu verbessern, bis sie für den Echteinsatz tauglich ist. Mit dem Projekt MIP wird überdies versucht, einen Standard bzw. ein sogenanntes Best-Practice für das beschriebene Vorhaben in Zusammenarbeit mehrerer Akteure (Verkehrsunternehmen, Verkehrsverbund, Designer, Techniker, Mobilfunkbetreiber, Österreichische Arbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (ÖAR)) zu entwickeln.

Einen wichtigen Schwerpunkt stellt dabei die barrierefreie Nutzung dar. Im Rahmen der Tests sollen essenzielle Erkenntnisse besonders über die (barrierefreie) Bedienbarkeit und Nutzungsfrequenz gewonnen werden. Diese Erkenntnisse sind Grundlage für einen möglichen Echtbetrieb und sind jedenfalls Basis für zukünftige, nutzergerechte MIPs.

Projektpartner

Das Projekt MIP führt die TU Wien mit erfahrenen Großunternehmen und technologisch versierten KMU zusammen, um gemeinschaftlich die Basis für smarte österreichische Wertschöpfung zu etablieren. Das Projekt MIP "Mobile Information Point" wird in der Programmlinie "ways2go" vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie gefördert.

* ÖBB-Infrastruktur AG
* ÖBB-Personenverkehr AG
* ÖBB-Postbus GmbH
* Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) Gesellschaft m.b.H.
* ÖAR Österreichische Arbeitsgemeinschaft für Rehabilitation
* Projektmanagement: LOB iC GmbH
* NEXPERTS GmbH
* Simlinger Informations-Design GmbH
* VENDARO m-commerce Dienstleistungen GmbH
* TU Wien – Forschungsgruppe Industrielle Software (INSO) und Zentraler Informatikdienst (ZID)

* A1 Telekom Austria AG

Webtipp: http://www.mip.or.at

Factbox INSO

Die Forschungsgruppe für Industrielle Software an der TU Wien befasst sich mit Themen der industriellen Integration der Informations- und Softwaretechnik. Die Gruppe ist thematisch spezialisiert auf Forschung- und Entwicklung in den Bereichen Softwaretechnik, Usability Engineering, Interaction Design, angewandte Security und IT-Systemintegration. Die Gruppe unter der Leitung von Univ.Prof. DI Dr. Thomas Grechenig beherrscht die Planung und Implementierung von IT-Großsystemen und IT-Systeme mit landesweitem Infrastruktur-Charakter. Grechenig und sein Team haben international zahlreiche Großprojekte geplant und bei der Umsetzung erfolgreich als leitende IT-Architekten begleitet.

Rückfragehinweis:

Anfragen richten Sie bitte per E-mail an:

Dipl.-Ing. Mag. Dr. Karin Kappel
Technische Universität Wien
Institut für Rechnergestützte Automation
Favoritenstraße 9-11, 1040 Wien
T +43-1-5872197
karin.kappel@inso.tuwien.ac.at
http://www.inso.tuwien.ac.at/people/senior_competence/karin_kappel
Aussender:
Technische Universität Wien
Büro für Öffentlichkeitsarbeit
Bettina Neunteufl, MAS
Operngasse 11/5. Stock, 1040 Wien
T: +43-1-58801-41025
bettina.neunteufl@tuwien.ac.at
pr@tuwien.ac.at
http://www.tuwien.ac.at/pr

Werner Sommer | idw
Weitere Informationen:
http://www.tuwien.ac.at/pr

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Schutz vor Angriffen dank flexibler Programmierung
22.03.2017 | FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Störungsfreie Kommunikation für die Fabriken von morgen
22.03.2017 | Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen