Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Digitale Bibliothek: Wissenschaftler entwickeln Werkzeuge zur Suche in nicht-textuellen Dokumenten

15.03.2012
Wissenschaftler der Universität Bonn und der Technischen Universität Darmstadt haben Werkzeuge für eine inhaltsbasierte Suche in Musikdokumenten und 3D-Objekten entwickelt.

Damit ist es möglich, Partituren anhand von Audioschnipseln oder Notenfolgen zu suchen, Architekturmodelle können anhand ihrer Form oder ihrer Raumkonfiguration gefunden werden.

Bibliothekskataloge basieren auf Texten. Das ist für das schnelle Auffinden von Büchern und Zeitschriften gut und richtig, für nicht-textuelle Dokumente aber nicht ideal – hier sind inhaltsbasierte Merkmale deutlich vorteilhafter.

Im Rahmen des Projekts „Probado“ haben Informatiker der Universität Bonn und der Technischen Universität Darmstadt in Zusammenarbeit mit Bibliothekaren Werkzeuge entwickelt, mit der sich Partituren im Zuge ihrer Digitalisierung sowie 3D-Gebäudemodelle automatisch erschließen und bereitstellen lassen. Dazu haben die Forscher seit 2006 die Digitalisierung großer Bestände von klassischer Musik an der Bayerischen Staatsbibliothek begleitet und digitale Architekturmodelle an der Technischen Informationsbibliothek in Hannover katalogisiert.

Dabei entstand eine Musikanwendung, die Musikstücke unter anderem durch Eingabe einer Melodie über ein virtuelles Piano finden und ähnliche Notenabschnitte in allen Liedern der Datenbank suchen kann. „Probado Musik“ ist dabei in der Lage, auch verschiedene Interpretationen und einzelne Passagen eines Stückes zu identifizieren und erlaubt das Abspielen von Audio mit der synchronisierten Hervorhebung von Noten und Liedtext.

Für das Auffinden von Architekturmodellen entwickelten die Wissenschaftler einen Dienst, der eine Suche anhand der Raumkonfiguration eines Gebäudes erlaubt. Durch das Eingeben bestimmter Raumfluchten und Zimmerverbindungen finden die Suchenden die für sie relevanten Gebäude oder Gebäudeteile schneller und präziser als bei der herkömmlichen textuellen Suche. Ein Prototyp der Software „Probado 3D“ ist unter www.probado.de/3d zu finden.

Das Projekt Probado wurde von 2006 bis 2011 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziert. Beteiligt waren die Professoren Dieter Fellner (TU Darmstadt), Reinhard Klein und Michael Clausen (beide Uni Bonn), als Bibliothekspartner fungierten die Technische Informationsbibliothek in Hannover und die Bayerische Staatsbibliothek. Weitere Kooperationspartner waren das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung in Darmstadt, die Technischen Universitäten Graz und Braunschweig sowie die Leibniz Universität Hannover.

Ansprechpartner für die Presse
Maximilian Scherer
Technische Universität Darmstadt
Graphisch-Interaktive Systeme
Telefon: 06151/155-677
maximilian.scherer@gris.informatik.tu-darmstadt.de

Jörg Feuck | idw
Weitere Informationen:
http://www.probado.de/
http://www.tu-darmstadt.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Verbesserung des mobilen Internetzugangs der Zukunft
21.07.2017 | IHP - Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik

nachricht Affen aus dem Weltraum zählen? Neue Methoden helfen die Artenvielfalt zu erfassen
21.07.2017 | Forschungsverbund Berlin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten