Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Geschäftsprozesse: Webbasiertes Werkzeug ermöglicht fehlerfreie grafische Modellierung

12.10.2007
Vier Bachelor-Absolventen des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) haben ein webbasiertes Werkzeug zur grafischen Modellierung von Geschäftsprozessen entwickelt, das den Nutzer aktiv dabei unterstützt, fehlerfreie Modelle zu erstellen. Das Ergebnis wurde beim "Bachelorpodium" am 11. Oktober vorgestellt, zu dem rund 200 Entscheider aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft nach Potsdam gekommen waren.

Das neu entwickelte Werkzeug soll in weiteren Forschungsprojekten sowie im Lehrbetrieb des HPI eingesetzt werden.

"Ein Traum der IT-Industrie ist es, Betriebswirten ein Werkzeug in die Hand zu geben, das es ihnen ermöglicht, die Unternehmenssoftware ohne technische Vorkenntnisse selbst zu gestalten", erklärte Hagen Overdick, der als wissenschaftlicher Mitarbeiter die Studenten betreute, die Motivation des Bachelorprojekts. Damit sich dieser Traum erfüllt, ist es notwendig, alle Geschäftsprozesse des betroffenen Unternehmens in einer dem Computer verständlichen Weise zu modellieren. "Diese Modellierung ist trotz vieler Bemühungen immer noch sehr komplex", erläuterte Teamsprecher Martin Czuchra. Die bisher zur Verfügung stehenden Werkzeuge böten oftmals nicht alle Elemente einer Modellierungssprache an oder verstünden deren Bedeutung nicht. Zudem müssten die Anwendungen auf jedem Rechner mühsam installiert und eingerichtet werden.

Aus diesen Gründen hat das Studententeam einen Geschäftsprozess-Editor mit dem Namen "Oryx" entwickelt, der es dem Nutzer mit einer grafischen Benutzeroberfläche ermöglicht, fehlerfreie Prozesse zu modellieren - Expertenkenntnisse in der Modellierungssprache sind nicht mehr notwendig. Oryx kennt die Bedeutung einzelner Elemente einer Modellierungssprache und kann dem Nutzer dadurch Hilfestellungen geben, wie die einzelnen Elemente zu verknüpfen sind. Ein Regelwerk verhindert, dass der Nutzer fehlerhafte Modelle erstellt. Vorteil auch: Die verwendete Modellierungssprache und die Funktionalität des Editors lassen sich leicht erweitern.

Die Oryx-Anwendung wird im Webbrowser ausgeführt, dadurch ist das Starten des Programms so einfach wie das Öffnen einer Website und Oryx ist nicht an bestimmte Betriebssysteme oder Softwareinstallationen gebunden. Trotzdem lässt sich das Programm durch den Einsatz modernster Technologien wie eine Desktop-Anwendung bedienen. Diese Lösung gefiel der auf besonders gute Benutzerführung spezialisierten Computerfirma Apple so gut, dass sie Projektsprecher Martin Czuchra im Juni zur Apple Worldwide Developers Conference nach San Francisco einlud, um Oryx dort vorzustellen.

Die Bachelorprojektgruppe wurde betreut von Hagen Overdick und Gero Decker, Doktoranden im Fachbereich Business Process Technology. Die Leitung übernahm HPI-Prof. Mathias Weske.

Bachelorpodium - Ausweis der praxisnahen Ausbildung am HPI

Das "Bachelorpodium" des Hasso-Plattner-Instituts gibt es schon seit dem Jahr 2005. Seitdem präsentieren die Bachelorstudenten des HPI ein- oder zweimal im Jahr öffentlich die Ergebnisse ihrer Praxis-Projekte, die sie in Teams von vier bis acht Studenten am Ende ihres Bachelorstudiums absolviert haben. Sie zeigen, wie sie zwei Semester lang - von ihren Professoren angeleitet - größere praktische Aufgaben der Informations¬technologie eigenverantwortlich angepackt und welche innovativen Lösungen für Wirtschaft und Gesellschaft sie dabei entwickelt haben. Projektgeber sind renommierte Unternehmen und Institutionen aus ganz Deutschland. Eine Übersicht über die laufenden Projekte gibt die HPI-Internetseite http://www.hpi.uni-potsdam.de/lehre/studienprojekte/bachelorprojekte.html.

Kurzprofil Hasso-Plattner-Institut

Das Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik GmbH (HPI) in Potsdam ist Deutschlands universitäres Exzellenz-Zentrum für IT Systems Engineering. Als einziges Universitäts-Institut in Deutschland bietet es den Bachelor- und Master-Studiengang "IT Systems Engineering" an - eine praxisnahe und ingenieurwissenschaftlich orientierte Alternative zum herkömmlichen Informatik-Studium, die von derzeit 420 Studenten genutzt wird. Insgesamt 50 Professoren und Dozenten sind am HPI tätig. Es betreibt exzellente universitäre Forschung - auch für erste Adressen der Wirtschaft. Vor allem geht es um Grundlagen und Anwendungen für große, hoch komplexe und vernetzte IT-Systeme.

Hans-Joachim Allgaier | idw
Weitere Informationen:
http://www.hpi-web.de/bachelorpodium
http://www.hpi.uni-potsdam.de/lehre/studienprojekte/bachelorprojekte.html

Weitere Berichte zu: Geschäftsprozess Modellierung Modellierungssprache Oryx Werkzeug

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Ein stabiles magnetisches Bit aus drei Atomen
21.09.2017 | Sonderforschungsbereich 668

nachricht Drohnen sehen auch im Dunkeln
20.09.2017 | Universität Zürich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie