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Grid-Technologien für die Wirtschaft nutzbar machen

20.06.2007
Unter der wissenschaftlichen Leitung von OFFIS ist eines der ersten Grid-Projekte für den Mittelstand gestartet. Das BMBF geförderte Projekt namens "BIS-Grid" will Grid-Technologien für die Integration von dezentralen, betrieblichen Informationssystemen nutzbar machen.

Verteiltes Rechnen oder Grid-Computing funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Was für einen allein zu schwer ist, das können viele auf einmal ganz leicht erreichen. Riesige Datenmengen, die in der wissenschaftlichen Forschung keine Seltenheit sind, können von einem Supercomputer bearbeitet werden oder aber Häppchenweise von vielen kleinen Heim-PCs. Projekte wie "seti@home" sind vielen bekannt und kommen uns als erstes in den Sinn, wenn wir an "Grid-Technologien" denken. Dass die Technologien aber nicht nur für verteilte Rechenleistung auf komplexer wissenschaftlicher Ebene wie der Astrophysik oder für Klimatologen sinnvoll einsetzbar sind, sondern aufgrund ihrer Fähigkeiten im Bereich der Koordination, Sicherheit und Zuverlässigkeit auch für betriebliche Software-Integration eingesetzt werden können, will das neu gestartete BMBF-Projekt "BIS-Grid" aufzeigen.

Als eines der ersten Projekte für die kommerzielle Nutzung von Grid-Technologien wollen die Forscher das Anwendungspotenzial für Grid-Technologien erheblich erweitern und es zusammenbringen mit der Welt der Enterprise Application Integration (EAI) und Service-orientierten Architekturen (SOA). Beide Technologien haben viele Gemeinsamkeiten, da sie auf Integrationsprobleme innerhalb von heterogenen Umgebungen fokussiert sind. Die Grid-Technologie deckt dabei die Ressourcen- und SOA die Anwendungsebene ab.

BIS-Grid beabsichtigt sowohl auf konzeptioneller als auch auf technischer Ebene Erweiterungen für ein "horizontales Service-Grid" im Anwendungsbereich betrieblicher Informationssysteme zu erarbeiten. Auf konzeptioneller Ebene sollen neue Formen der Kooperation und neue Geschäftsmodelle erarbeitet werden. Auf technischer Ebene soll die Sprache BPEL (Business Process Execution Language) für die Grid Services nutzbar gemacht werden. Das Erreichen dieser Ziele soll anhand von zwei Anwendungsszenarien mit Wirtschaftspartnern in der Praxis evaluiert werden. Die Ergebnisse dieses Projektes leisten damit einen wesentlichen Beitrag zum praktischen Einsatz von Grid-Technologien im Bereich der Integration betrieblicher Informationssysteme.

Die nachhaltige Durchsetzung der entwickelten Dienste und Konzepte wird durch die Nutzung der in der D-Grid-Initiative des BMBF entwickelten Technologien, der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und durch die Zusammenarbeit mit anderen D-Grid-Projekten unterstützt werden.

In der D-Grid-Initiative fördert das BMBF seit 2005 den Einsatz von Grid-Technologien, welche die effiziente Nutzung von Computer-Ressourcen für komplexe Berechnungen und den Umgang mit sehr großen Datenmengen ermöglichen. In dieser zweiten D-Grid-Ausschreibung wurden von über 50 eingereichten Anträgen neben BIS-Grid noch 9 Projekte zur Förderung ausgewählt.

Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Wilhelm Hasselbring vom Informatik-Institut OFFIS, wird ein Verbund aus den Wissenschaftspartnern OFFIS (Koordination), Forschungszentrum Jülich, dem PC2 der Universität Paderborn und der TU Berlin sowie den Wirtschaftspartnern CADsys (Chemnitz), CeWe Color (Oldenburg), KIESELSTEIN (Chemnitz) und Siemens AG (Paderborn) vom BMBF mit über zwei Millionen Euro für drei Jahre gefördert.

Ansprechpartner bei Rückfragen der Redaktionen:
Dr. Christoph Mayer
Bereichsleiter Betriebliches Informationsmanagement
Tel. 0441 9722-180
E-Mail: mayer@offis.de

Britta Müller | idw
Weitere Informationen:
http://www.d-grid.de
http://bisgrid.d-grid.de

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