Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gezielte Internet-Information für Auto- und Motorradfahrer

06.06.2007
Im BMBF-Projekt SmartWeb wurde die erste mobile Antwortmaschine auf der Basis semantischer Internetdienste entwickelt.

Während der heutigen Abschlusspräsentation des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit 13,7 Mio. Euro geförderten Projektes SmartWeb haben 16 Partner aus Industrie und Forschung mehrere Weltneuheiten auf dem Gebiet der mobilen Internetdienste und der multimodalen Fahrerassistenzsysteme erfolgreich demonstriert (Termin: 5.6., 10:30 - 13:00 Uhr BMW Group Trainingsakademie, Plenum, Unterschleißheim).

SmartWeb bietet erstmals einen mobilen Zugriff zu semantischen Internetdiensten und hat daher weltweit großes Interesse in Wirtschaft und Wissenschaft ausgelöst. Im mobilen Einsatz ist die Verwendung klassischer Suchmaschinen wie Google nicht praktikabel, da z.B. der Autofahrer in Stresssituationen keine langen Verweislisten, sondern eine knappe Antwort auf seine Anfragen haben will. Auf die Frage "Wo gibt es hier einen Kinderarzt?" antwortet SmartWeb präzise "Dr. Bilger (889 m)" und kann dann auch sofort mit dem Navigationssystem dorthin führen.

Mit 11 Patentanmeldungen, 8 Produktinnovationen und über 140 wissenschaftlichen Publikationen ist das SmartWeb-Projekt außerordentlich erfolgreich, weil es die gesamte Innovationskette von der Grundlagenforschung bis zur neuartigen Produktfunktion vollständig durchlaufen hat. Eine Weltneuheit bietet SmartWeb auch mit echten Sprachdialogen, in denen das System mehrere Internet-Dienste automatisch verknüpft: Nachdem der Fahrer auf die Frage "Wo gibt es hier Italiener?" entsprechende Restaurants auf der digitalen Karte angezeigt bekommt und eines ausgesucht hat, kann er den frei formulierten Dialog fortsetzen mit "Wie komme ich dahin und vorher muss ich noch tanken". Er bekommt dann eine Routenplanung zum Restaurant, die auch noch einen Tankstopp einplant.

... mehr zu:
»Motorrad »SmartWeb »Weltneuheit

Eine weitere Weltneuheit ist die Nutzung der Handy-Kamera mit Bilderkennung bei der Internetsuche für Fußgänger: Wenn der mobile Tourist ein Plakat oder Modell des Brandenburger Tors sieht, kann er einfach die Kamera darauf richten und fragen "Wie komme ich dahin?" und das auf dem neuen Ameo-SmartPhone von T-Mobile installierte SmartWeb zeigt ihm dann den Weg dorthin. Für die mobile Sicherheit hat SmartWeb eine Durchbruchsinnovation für das Motorrad der Zukunft geleistet: Der Fahrer wird über visuelle und akustische Ausgaben vor lokalen Gefahren gewarnt, wobei die Information über ein Stauende hinter einer Kurve von einem vorausfahrenden PKW per Internet-Verbindung übertragen wird. Über einen neuartigen Lenkergriff mit Kraftrückkopplung und Sprachein- und -ausgabe im Helm kann der Motorradfahrer ohne Ablenkung jederzeit wichtige Informationen aus dem Internet abrufen.

In dem auf drei Jahre (2004 - 2007) ausgelegten Leuchtturmprojekt unter Leitung des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Saarbrücken setzten die SmartWeb-Partner semantische Internet-Technologien im Automobil, auf dem Motorrad und für Fußgänger um.

"SmartWeb ist eingebettet in die Hightech-Strategie der Bundesregierung auf dem Gebiet der Informations- und Kommunikationstechnologien. Es ist uns damit gelungen, Inventionen aus dem Bereich der Mensch-Technik-Kommunikation und des semantischen Web in marktrelevante Innovationen für die deutsche Automobilindustrie umzusetzen.", erklärt Prof. Dr. Dr. h.c.mult. Wolfgang Wahlster, Chef des DFKI und wissenschaftlicher Gesamtprojektleiter von SmartWeb. "Nur durch die Extraktion der tatsächlich gesuchten Information und die Verknüpfung semantischer Webdienste können heutige Suchmaschinen zu mobilen Antwortmaschinen wie SmartWeb weiterentwickelt werden."

SmartWeb zeigt den mobilen multimodalen Zugang zu semantischen Webdiensten. Das Besondere dabei: man bekommt die Informationen nicht nur durch Eintippen von Fragen, sondern auch durch gesprochene Sprache kombiniert mit Stifteingaben auf dem Bildschirm. Es wird also möglich, das Mobiltelefon in Alltagssprache zu "fragen" und dieses wird mit Informationen aus dem Netz "antworten". Im SmartWeb Kfz wurde die natürlichsprachliche Ansteuerung von Web-Diensten im Pkw realisiert, welche den Verkehr sicherer und effizienter machen. Angefragt werden können z.B. Parkrauminformationen, die Verkehrslage oder das Wetter. SmartWeb Motorrad zeigt die intelligente Car2X-Kommunikation zwischen Pkw und Motorrad. Warnmeldungen über lokal begrenzte Gefahren, z.B. Fahrbahnglätte oder Ölspuren, können als Sprachmitteilung im Helm des Fahrers ausgegeben werden.

Die BMW Group Forschung und Technik, die als Gastgeber der Abschlusspräsentation fungierte, zeigte erstmals einen Demonstrator zum Thema verbesserte Sicherheit durch direkte Fahrzeug-Fahrzeug-Kommunikation. Dazu Prof. Raymond Freymann: "Mehr als 50 Prozent der schweren Unfälle sind mit mangelnder Information des Fahrers verknüpft. Deshalb haben wir uns in SmartWeb mit der Kommunikation zwischen Automobil und Motorrad beschäftigt." Dank direkter drahtloser Kommunikation etwa mit einer lokalen Gefahrenwarnung ließe sich die Verkehrssicherheit in Zukunft weiter erhöhen.

Die BMW Forschung und Technik GmbH ist eine hundertprozentige Tochter der BMW AG und verantwortet seit 2003 die Forschungsthemen bei der BMW Group: VehicleTechnology (Fahrzeugtechnologie), CleanEnergy (Wasserstofftechnologie), EfficientDynamics (Intelligentes Energiemanagement/Alternative Antriebe), ConnectedDrive (Fahrerassistenz/Aktive Sicherheit) und ITDrive (IT- und Kommunikationstechnologie). Die rechtliche Eigenständigkeit als GmbH garantiert kreativen Freiraum und ein Maximum an Flexibilität. Einen weltweiten Zugang zu Trends und Technologien sichert ein international etabliertes Netzwerk mit den Stützpunkten in den USA (Palo Alto, CA und Clemson, SC), Japan (Tokyo) sowie den Liaison Offices in Frankreich mit Eurécom (Sophia Antipolis) und in Deutschland (Saarbrücken) mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI GmbH).

Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI GmbH) mit Sitz in Kaiserslautern, Saarbrücken und Bremen sowie dem Projektbüro in Berlin ist das weltweit größte Forschungszentrum auf diesem Gebiet. Aktuell forschen mehr als 240 Mitarbeiter aus 42 Nationen an innovativen Software-Lösungen. Das Finanzierungsvolumen lag in 2006 über 21 Mio. Euro. 1988 von namhaften deutschen Unternehmen der Informationstechnik und zwei Großforschungseinrichtungen als gemeinnützige GmbH gegründet, hat sich die DFKI GmbH inzwischen zum Exzellenzzentrum für intelligente Softwaretechnologien entwickelt. Der Erfolg: 49 Professoren und Professorinnen aus den eigenen Reihen und 51 Spin-Off Unternehmen mit mehr als 1300 hochqualifizierten Arbeitsplätzen.

www.dfki.de

Weitere Informationen zu SmartWeb:

An SmartWeb arbeiten insgesamt 16 Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft zusammen. SmartWeb-Konsortium:

- Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH (Konsortialführer)
- Institut für Angewandte Informatik und Formale Beschreibungsverfahren, Universität Karlsruhe (TH)
- BMW Forschung und Technik GmbH
- DaimlerChrysler AG
- European Media Laboratory GmbH
- Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
- Fraunhofer Institut für Rechnerarchitektur und Softwaretechnik
- International Computer Science Institute (Berkeley, USA)
- Institut für Maschinelle Sprachverarbeitung, Universität Stuttgart
- Ludwig-Maximilians-Universität München
- Ontoprise GmbH
- Siemens AG
- Sympalog Voice Solutions GmbH
- T-Systems Nova GmbH
- Universität Bremen
- Universität des Saarlandes
DFKI SmartWeb-Kontakt: Dr. Anselm Blocher
Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) GmbH
Stuhlsatzenhausweg 3, Geb. D 3.2
D-66123 Saarbrücken
email: Anselm.Blocher@dfki.de
Tel.: +49 (0)681 302 5262
Fax: +49 (0)681 302 5341
DFKI-Pressekontakt: Reinhard Karger, M.A.
Tel.: +49 (0)681-302 5253
Fax: +49 (0)681-302 5341
email: reinhard.karger@dfki.de, Internet: http://www.dfki.de
Weitere Informationen:
http://www.dfki.de
http://www.smartweb-projekt.de
http://uk.dfki.de/download/smartweb
http://www.bmbf.de

Reinhard Karger | idw
Weitere Informationen:
http://www.smartweb-projekt.de
http://www.bmwgroup.com

Weitere Berichte zu: Motorrad SmartWeb Weltneuheit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Sicheres Bezahlen ohne Datenspur
17.10.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Saarbrücker Forscher erstellen digitale Objekte aus unvollständigen 3-D-Daten
12.10.2017 | Universität des Saarlandes

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise