Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Lebensqualität - Technologien für die Generation 65+

04.04.2007
Um das Jahr 2030 wird etwa ein Drittel der Deutschen über 65 Jahre alt sein. Diesem immer größer werdenden Teil der Bevölkerung ein unabhängiges, aktives und angenehmes Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen, ist das Ziel des im Januar 2007 gestarteten Forschungsprojektes "PERceptive Spaces prOmoting iNdependent Aging" (PERSONA).

Insgesamt 21 Partner aus 6 europäischen Ländern arbeiten hier an intelligenten technologischen Lösungen, die älteren Menschen Services für mehr Unabhängigkeit bereitstellen. Mit einem Gesamtvolumen von 12 Millionen Euro, angelegt auf dreieinhalb Jahre, ist es eines der größten EU-geförderten Projekte im Bereich Ambient Intelligence.

Der demographische Wandel stellt eine der größten Herausforderungen für Europa dar. Denn eine immer höher werdende Lebenserwartung der Bevölkerung bedeutet für die Staaten auch, neue Lösungen für auftretende soziale und ökonomische Probleme finden zu müssen. Vor allem die Betreuung alter oder kranker Menschen in Pflege- und Altenheimen ist dabei ein stetig wachsender Kostenfaktor. Auch für die Betroffenen selbst ist ein Umzug in betreute Wohnanlagen meist eine große Belastung, bedeutet er doch, die persönliche Unabhängigkeit aufgeben zu müssen. Hier setzt das EU-geförderte Projekt "PERceptive Spaces prOmoting iNdependent Aging" an. Die Vision der Projektpartner ist es, Systeme bereitzustellen, die Unabhängigkeit, soziale Beziehungen und einen gesunden Lebensstil älterer Personen fördern. Ihnen soll so ermöglicht werden, länger in ihrer gewohnten Umgebung zu bleiben und einen Umzug in ein Altenwohn- oder Pflegeheim hinauszuzögern oder sogar zu vermeiden.

Um diese Vision zu verwirklichen, arbeiten die Forscher an einer skalierbaren Technologieplattform, die als Basis für künftige Entwicklungen im Bereich Ambient Intelligence dienen soll. Die Plattform erlaubt es unterschiedlichen Geräten, sich zu vernetzen und untereinander zu kommunizieren. So entstehen reaktionsfähige Umgebungen, die in der Lage sind, die Situation des Benutzers zu analysieren, seine Präferenzen und Intentionen zu erkennen und entsprechend zu reagieren. In Zukunft könnten beispielsweise Analysewerkzeuge Objekte aus Videodaten erkennen und den Bewohnern so Gefahren melden. Und neue, intuitive Eingabewerkzeuge erlauben eine effektive Kommunikation und Interaktion mit der Umgebung. Auch bei täglichen Aktivitäten wie Duschen, Kochen, Einkaufen, Einhalten von Terminen und Befolgen medizinischer Anweisungen sollen die intelligenten Systeme den Benutzer unterstützen. Die Idee dieses umgebungsgestützten Lebens (Ambient-Assisted Living, AAL) beschränkt sich dabei nicht auf die Wohnräume der Senioren. Die Technologie soll möglichst viele Lebensbereiche durchdringen und möglichst viele verschiedene Aufenthaltsorte abdecken, von der eigenen Wohnung über die Nachbarschaft bis hin zu städtischen Räumen.

Das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD ist ein leitender Technologiepartner des Projekts. Die Darmstädter Wissenschaftler sind verantwortlich für die architektonische Spezifikation der Plattform. Dies bedeutet, sie sorgen dafür, dass die Plattform einfach an unterschiedliche Anwendungsfälle und für verschiedene Geräte angepasst werden kann. Auch die nahtlose Integration von Multimedia und die Untersuchung neuartiger Interaktionsmöglichkeiten in AAL-Umgebungen liegen im Verantwortungsbereich des Fraunhofer IGD. Zusätzlich arbeitet das Institut an der Bereitstellung einer intelligenten Middleware.

Weitere Informationen zum Projekt PERSONA finden Sie in Kürze im Internet unter http://www.aal-persona.org.

Ansprechpartner:
Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD
Dr. Reiner Wichert
Leiter Abteilung Interaktive Multimedia Appliances
Fraunhoferstraße 5
64283 Darmstadt
Telefon: +49 6151 / 155-574
Fax: +49 6151 / 155-480
E-Mail: reiner.wichert@igd.fraunhofer.de
Internet: http://www.igd.fraunhofer.de/igd-a1/projects/persona
Kurzprofil Fraunhofer IGD
Das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD betreibt angewandte Forschung im Bereich der graphischen Datenverarbeitung. Zu den Kernkompetenzen des Instituts gehören unter anderem Visualisierung und Simulation, Animation, Modellierung, Virtuelle und Erweiterte Realität, Sicherheitstechnologien sowie Ubiquitous Computing. Die Forschungsarbeiten konzentrieren sich auf drei Schwerpunkte: Den Erhalt von Semantik über den gesamten Modellierungsprozess hinweg, die Wechselwirkung von Graphik und Vision sowie die Bearbeitung bibliothekarischer Fragestellungen im Kontext dreidimensionaler Modelle. Das Anwendungs-spektrum der innovativen Konzepte, Modelle und Praxislösungen reicht von Virtueller Produktentwicklung über Medizin und Verkehr bis zu Multimedialem Lernen und Training. Im Auftrag von Kunden entstehen Prototypen und Komplett-Systeme, die optimal auf deren spezifische Anforderungen abgestimmt sind. So entwickeln die dreizehn Abteilungen in Darmstadt, Rostock und Singapur neue Technologien, erstellen Studien und realisieren Anwendungen und Systeme (Hard- und Software), die sich durch hohe Benutzerakzeptanz, gute Bedienbarkeit und ergonomische Gestaltung auszeichnen. Die Forschungs- und Entwicklungs-projekte des Fraunhofer IGD haben direkten Bezug zu aktuellen Problemstellungen in Industrie und Wirtschaft. Zahlreiche Ausgründungen gewährleisten, dass Prototypen schnell in marktfähige Produkte umgesetzt werden.

Das Fraunhofer IGD kooperiert eng mit der Technischen Universität Darmstadt, der Technischen Universität Graz und der Universität Rostock. Das Centre for Advanced Media Technology (CAMTech) in Singapur, gegründet 1998, sichert die Präsenz auf den Zukunftsmärkten Asiens. Das Fraunhofer IGD beschäftigt in Darmstadt und Rostock rund 140 feste Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, unterstützt durch etwa 140 wissenschaftliche Hilfskräfte. Der Etat betrug 2006 über 14 Millionen Euro.

Bernad Lukacin | idw
Weitere Informationen:
http://www.aal-persona.org
http://www.igd.fraunhofer.de/igd-a1/projects/persona

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Diagnose per Computer: Gefährliche Krankheitserreger mithilfe maschinellen Lernens erkennen
23.05.2018 | Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

nachricht Frühwarnsystem RAWIS in Katastrophenübung mit THW final getestet
23.05.2018 | Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Im Focus: Faserlaser mit einstellbarer Wellenlänge

Faserlaser sind ein effizientes und robustes Werkzeug zum Schweißen und Schneiden von Metallen beispielsweise in der Automobilindustrie. Systeme bei denen die Wellenlänge des Laserlichts flexibel einstellbar ist, sind für spektroskopische Anwendungen und die Medizintechnik interessant. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) haben, im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts „FlexTune“, ein neues Abstimmkonzept realisiert, das erstmals verschiedene Emissionswellenlängen voneinander unabhängig und zeitlich synchron erzeugt.

Faserlaser bieten im Vergleich zu herkömmlichen Lasern eine höhere Strahlqualität und Energieeffizienz. Integriert in einen vollständig faserbasierten...

Im Focus: LZH zeigt Lasermaterialbearbeitung von morgen auf der LASYS 2018

Auf der LASYS 2018 zeigt das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) vom 5. bis zum 7. Juni Prozesse für die Lasermaterialbearbeitung von morgen in Halle 4 an Stand 4E75. Mit gesprengten Bombenhüllen präsentiert das LZH in Stuttgart zudem erste Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt zur zivilen Sicherheit.

Auf der diesjährigen LASYS stellt das LZH lichtbasierte Prozesse wie Schneiden, Schweißen, Abtragen und Strukturieren sowie die additive Fertigung für Metalle,...

Im Focus: Achema 2018: Neues Kamerasystem überwacht Destillation und hilft beim Energiesparen

Um chemische Gemische in ihre Einzelbestandteile aufzutrennen, ist in der Industrie die energieaufwendige Destillation gängig, etwa bei der Raffinerie von Rohöl. Forscher der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK) entwickeln ein Kamerasystem, das diesen Prozess überwacht. Dabei misst es, ob es zu einer starken Tropfenbildung kommt, was sich negativ auf die Trennung der Komponenten auswirken kann. Die Technik könnte hier künftig automatisch gegensteuern, wenn sich Messwerte ändern. So ließe sich auch Energie einsparen. Auf der Prozesstechnik-Messe Achema in Frankfurt stellen sie die Technik vom 11. bis 15. Juni am Forschungsstand des Landes Rheinland-Pfalz (Halle 9.2, Stand A86a) vor.

Bei der Destillation werden Flüssigkeiten durch Verdampfen und darauffolgende Kondensation des Dampfes in ihre Bestandteile getrennt. Ein bekanntes Beispiel...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neuer Ansatz im Kampf gegen Prostatakrebs entdeckt

24.05.2018 | Medizin Gesundheit

Konventionelle Antibiotika-Therapie ergänzen

24.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Vom Stroh zum Energieträger: Eintopf-Rezept für Wasserstoffgewinnung

24.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics