Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Projekte für die Mikro- und Nanorobotik an der Universität Oldenburg

27.02.2007
Mikroroboterbasierte Handhabung in einem Rasterelektronenmikroskop (REM) sowie Anwendung des Rasterkraftmikroskops als Nanoroboter: Hier liegen die Forschungsschwerpunkte der Abteilung für Mikrorobotik und Regelungstechnik (AMiR) von Prof. Dr. Sergej Fatikow, Informatiker an der Universität Oldenburg. AMiR hat nun den Zuschlag für drei weitere Projekte erhalten.

In vielen Anwendungsbereichen der Mikrosystemtechnik und Nanotechnologie ist es erforderlich, Objekte mit einer Genauigkeit von wenigen Nanometern zu handhaben. Flexible, (teil-) automatisierte Nanohandhabungssysteme gelten neben speziellen Roboter-, Aktor-, Sensor-, Regelungs- und Steuerungstechniken als die Schlüsseltechnologie für die Weiterentwicklung dieser Bereiche.

Eine besondere Bedeutung kommt dabei der mikroroboterbasierten Handhabung in einem Rasterelektronenmikroskop (REM) sowie der Anwendung des Rasterkraftmikroskops als Nanoroboter zu. Hier liegen die Oldenburger Forschungsschwerpunkte. Die neuen Projekte seien, so Fatikow, Ausdruck der "hohen Kompetenz und des großen Ansehens" der Oldenburger WissenschaftlerInnen, die national und international zu den bedeutenden Vorreitern in der roboterbasierten Mikro- und Nanohandhabung zählen. Seit dem Start der inzwischen über 20-köpfigen Arbeitsgruppe im Jahr 2001 konnten mehr als sieben Mio. Euro an Forschungsgeldern eingeworben werden.

In den drei neuen Projekten geht es um die Themen Nanomanipulation, Charakterisierung von biologischen Zellen und automatische Handhabung von Carbon-Nanotubes (CNT).

o Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bewilligte das Verbundprojekt "NanoStoRe", in dem mit Hilfe des Elektronenstrahls eines REMs und eines Ausgangsmaterials präzise Strukturen erzeugt werden, die deutlich unter 100 nm liegen. Ein Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines mikrorobotischen Systems zur vollautomatischen Handhabung, Charakterisierung, Montage und Integration von CNT. Dieses Teilprojekt bietet die langfristige Perspektive, CNTs gezielt auszuwählen und diese bedarfsgerecht in Mikrostrukturen zu integrieren, um somit den Weg zur industriellen Anwendung zu ebnen.

o Ziel des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projektes "NanoLabVib" ist die Nutzung lateraler Vibrationen und Oszillationen der Messspitze eines Rasterkraftmikroskops zur Durchführung von Nanomanipulationen. Zudem sollen laterale Vibrationen des Cantilevers genutzt werden, um längliche Nanoobjekte wie z.B. einen DNA-Strang gezielt zu zerschneiden. Dieses Verfahren kann für die Grundlagenforschung in der Nanotechnologie einen wichtigen Beitrag liefern.

o Im Förderbereich des Chinesisch-Deutschen Zentrums für Wissenschaftsförderung konnte ebenfalls das DFG-Projekt "NaDeSta" gewonnen werden. Innerhalb einer bilateralen Kooperation mit der Zhejiang Universität in Hangzhou, China, sollen u.a. biologische Zellen elektrisch und mechanisch charakterisiert werden. In diesem Projekt soll eine mikroroboterbasierte Nanohandhabungs-Anlage entwickelt werden. Diese Anlage kann unter Verwendung eines optischen Mikroskops zur Charakterisierung von biologischen Zellen eingesetzt werden. Sie kann aber auch in der Vakuum-Kammer eines REMs eingesetzt werden, um CNTs zu manipulieren und zu charakterisieren.

Kontakt: Prof. Dr. Sergej Fatikow, Department für Informatik, Tel.:0441/798-4291, E-Mail: fatikow@uni-oldenburg.de

Gerhard Harms | idw
Weitere Informationen:
http://www-amir.informatik.uni-oldenburg.de

Weitere Berichte zu: CNT Charakterisierung REM Rasterkraftmikroskops

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Layouterfassung im Flug: Drohne unterstützt bei der Fabrikplanung
19.05.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

nachricht Intelligente Industrialisierung von Rechenzentren
15.05.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften