Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Im Internet erhältliches Tool gefährdet verbreitete Sicherheitslösungen

06.11.2001


Integralis warnt vor Exploit für SSH - umfangreiche Aktivitäten registriert

Der IT-Sicherheitsspezialist Integralis warnt vor einem kostenlosen Hackingprogramm, das seit kurzem im Internet verbreitet wird. Es ermöglicht auch technisch wenig versierten Nutzern, die Sicherheitslücke in der weitverbreiteten Authentisierungstechnologie SSH (Secure Shell) zu finden und sich so Zutritt in Computernetze zu schaffen. Mit dem Exploit ist nicht zu spaßen. Die Sicherheitsexperten haben bereits großfläche Scans registriert. SSH-basierte Lösungen werden auch in Deutschland häufig eingesetzt.

Dass viele Authentisierungslösungen, welche die SSH-Technologie verwenden, eine deutliche Schwachstelle besitzen, ist schon seit Februar bekannt. Neu ist allerdings, dass nun im Internet ein Programm (Exploit genannt) zur Verfügung steht, das es Angreifern leicht macht, die anfälligen SSH-Implementationen in den Unternehmen zu entdecken.

"Exploits sind besonders gefährlich, da sie im Internet verbreitet werden und auch von wenig versierten Hackern erfolgreich eingesetzt werden können", erläutert Peter Lips, Geschäftsführer von Integralis Deutschland. Seit dem Bekanntwerden des Exploits Ende Oktober wurden bereits umfangreiche Aktivitäten registriert. "Die Unternehmen unterschätzen immer noch die Gefahr, da sie davon ausgehen, dass nur wenige Spezialisten wirklich in der Lage sind, gefährliche Attacken durchzuführen."

Doch dem ist nicht so. Allein im letzten Jahr wurden Studien zufolge 6000 Web-Server gehackt und manipuliert. Im Rahmen einer vom FBI zusammen mit dem Computer Security Institute (CSI) durchgeführten, breit angelegten Studie gaben 20 Prozent der befragten Unternehmen an, dass ihr Server im letzten Jahr erfolgreich gehackt wurde. Die Mehrzahl der Attacken schrieb man den sogenannten Script Kiddies zu, die sich im Internet vorhandene, als Exploits bezeichnete Programme zum Spaß herunterladen.

Nahezu automatisch erhalten die Angreifer mit dem Exploit für SSH eine umfangreiche Listen gefährdeter Systeme. Sie können die Sicherheitslücke - ein Fehler in den logarithmischen Berechnungen - benutzen, um über Buffer Overflows* eigenen Code im Zielsystem zu platzieren. Dieser Code erlaubt es dem Hacker, den Rechner zu übernehmen um ihn anschliessend für seine Zwecke zu missbrauchen: Typische Folgehandlungen eines Hackers sind die Installation von Rootkits und Trojanern, Attacken auf weitere Systeme im Internet, Ausspionieren des Benutzers sowie das Abhören des Netzwerkverkehrs.

SSH-basierte Lösungen werden in Deutschland von vielen Unternehmen eingesetzt, um beispielsweise Mitarbeitern von außen den Zugriff auf das interne Netzwerk zu gewähren, etwa auf Emails, Kundeninformationen, etc.. Mit der Sicherheitslücke behaftet sind einige Versionen von Cisco, SSH Communications Security, OpenSSH und F-Secure. "Wir raten den Unternehmen dringend, ihre Versionen zu überprüfen. Bei anfälligen SSH Servern der Version 1 sollte ein Update auf Version 2 erfolgen. Muss der Version-1- Server noch weiter benutzt werden, ist auf jeden Fall die Fallback-Funktion zu deaktivieren", so Integralis-Sicherheitsspezialist Stefan Strobel. Integralis hat zudem unter ssh-exploit@integralis.de eine "Hotline" eingerichtet. Unternehmen, die Fragen zu dem Exploit haben, können sich per Email an Integralis wenden.

*Buffer Overflow: Bei dieser Angriffstechnik wird ein häufiger Programmierfehler in Anwendungsprogrammen und Betriebssystemen ausgenutzt, nämlich die fehlende Längenbeschränkung in Zwischenspeichern (Buffer) abgelegter Daten wie Paßwörter, URLs, etc. Dadurch lässt sich der Code des Hackers über diesen Buffer auf das angegriffene System übertragen und ausführen. Dem Hacker steht so das gesamte System offen.

ots Originaltext: Integralis Deutschland GmbH
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de

Weitere Informationen:
Integralis Deutschland GmbH
Daniela Seigerschmidt
Gutenbergstraße 1
D-85737 Ismaning
Tel.: 089/94573-328
Fax: 089/94573-299
Email: daniela.seigerschmidt@integralis.de

P-Age die Presseagentur GmbH
Stefanie Schneider/Elke Scheffold
Georg-Kalb-Str. 9
82049 München-Pullach
Tel.: 089 / 790860-18
Fax: 089 / 790860-30
Email: elkes@p-age.de

| ots

Weitere Berichte zu: Attacke Buffer Code SSH Server Sicherheitslücke

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Computer mit Köpfchen
18.08.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Pepper, der neue Kollege im Altenheim
17.08.2017 | Universität Siegen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie