Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Transformator zwischen Filmwelten

12.08.2005


Das Modul "smooth motion" bewirkt, dass bewegte Objekte im Film flüssiger und schärfer wiedergegeben werden.
© Fraunhofer HHI


Das Kreuz mit inkompatiblen Standards belastet auch die Filmindustrie. Konverter gewährleisten etwa den Übergang zwischen europäischem und US-amerikanischem Fernsehen. Die Entwickler eines vielseitigen Prototypen zeigen ihr Gerät auf zwei Messen.

... mehr zu:
»Filmwelt »HHI »Konverter »Transformator

HDTV ist ein Kürzel, das die Fantasie von Freunden des Heimkinos in den kommenden Jahren wohl am stärksten beflügeln wird. Dieser weltweite digitale Standard für Breitwandformat beeindruckt mit sehr scharfen Konturen, satten Farben und einer gegenüber herkömmlichem Fernsehen erhöhten Schärfentiefe. Der größte technische Vorteil des "High Definition TV" liegt in seiner hohen Auflösung: Das Bild ist rund 2 000 Punkte breit. Damit werden Fernsehbilder feiner gezeichnet, und Details, die im bis heute üblichen PAL-Standard (720 x 576 Pixel) verloren gehen, sind erkennbar. Auch beim Kinofilm steht ein grundlegender Wandel ins Haus: Schrittweise wird die gesamte Kette von Aufnahme, über Schnitt, Versand und Projektion von analog auf digital umgestellt. Hier wie bei Fernsehproduktionen werden Konverter eingesetzt - also Soft- und Hardware, die Filme des einen Standards möglichst verlustarm in einen anderen überführen.

Einen besonders vielseitigen elektronischen Übersetzer dieser Art präsentieren Forscher vom Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik HHI auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin (2. bis 7. September, Halle 5.3). Gleich anschließend zeigen sie ihre "HiCon"-Technologie auf der Messe International Broadcast Convention IBC in Amsterdam - am Stand 8.221 der Fraunhofer-Allianz Digitales Kino. "Solche Geräte für den professionellen Bereich können bis zu 100 000 Euro verschlingen", weiß Projektleiter Maati Talmi. "Unser Ziel ist es, einen Konverter anzubieten, der maximale Leistung mit geringem Preis vereint."


Ein grundsätzlicher Unterschied besteht im Bildaufbau. In der Welt des Kinos und Computers entsteht ein Film durch die rasche Folge von Vollbildern. Fernsehen und Video hingegen stellen Halbbilder dar, also ein Bild nur ungeradzahlige Zeilen, nächstes Bild nur gerade und so weiter. Um zwischen beiden Welten zu vermitteln, wendet der Konverter das Verfahren interlacing respektive de-interlacing an. Ein zweiter Bereich betrifft unterschiedliche Frequenzen: Während etwa der US-Fernsehstandard NTSC Bilder mit 60 Hertz sendet, bringt der europäische PAL nur 50 pro Sekunde. Ein drittes Feld der verstellbaren Umrechnungen sind schnelle Bewegungen. Ihre Darstellung soll möglichst ruckfrei und dennoch scharf ausfallen. Dies leistet ein Modul, das die Forscher vom HHI bereits entwickelt haben und das sie bis zum kommenden Jahr in den Konverter integrieren wollen. Das Spin-Off MikroM GmbH wird es dann vermarkten. "smooth motion" interpoliert - berechnet Zwischenbilder. So wirkt selbst die starke Zeitlupe einer Torszene im Fußballspiel flüssig.

Ansprechpartner:
Dipl.-Ing. Maati Talmi
Telefon: 0 30 / 3 10 02-2 93, Fax: -2 13
maati.talmi@hhi.fraunhofer.de

Dr. Martin Hahn
Telefon: 0 30 / 3 10 02-3 93
martin.hahn@hhi.fraunhofer.de

Dr. Johannes Ehrlenspiel | idw
Weitere Informationen:
http://www.hhi.fraunhofer.de
http://www.dcinema.fraunhofer.de
http://www.mikrom.com

Weitere Berichte zu: Filmwelt HHI Konverter Transformator

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Datenbrille erleichtert Gehörlosen die Arbeit in der Lagerlogistik
23.02.2018 | Technische Universität München

nachricht Verlässliche Quantencomputer entwickeln
22.02.2018 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics