Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Jenaer Studenten entwickeln als Datenbanksystem-Designer erfolgreich das "System J"

07.02.2005


Datenbank-Schmiede an Jenaer Universität


Die hohe Kunst der Datenbanksystem-Entwicklung können an der Friedrich-Schiller-Universität Jena bereits Studenten erlernen. Der Lehrstuhl für Datenbanken und Informationssysteme von Prof. Dr. Klaus Küspert hat in diesem Semester erstmals eine Lehrveranstaltung mit Praktikum angeboten, bei der 15 Informatik-Studenten gemeinsam ein eigenes Datenbanksystem kreierten. "Damit beschreiten wir in der Lehre neue Wege", sagt Küspert. Eine solche Aufgabenstellung für Studenten ist normalerweise nicht Bestandteil der Universitätsausbildung.

"Bisher haben wir den Studenten in Vorlesungen eher passiv vermittelt, wie solche hochkomplexen Systeme funktionieren, die etwa im Banken- oder Versicherungsgewerbe zur Anwendung kommen", sagt Küspert. "Und wir in Jena haben außerdem die Studenten von der Anwendungs- und Administrationsseite mit Datenbanken vertraut gemacht". Es handelt sich dabei um Systeme, über die beispielsweise Fußballfans ihre WM-Tickets bestellen können oder mit denen Banken ihre Online-Geschäfte abwickeln. "Solche Softwaresysteme werden im Kern nur an wenigen Orten der Erde und meist in den USA konzipiert, etwa bei IBM in San Jose", erklärt Küspert. Auch Stellen als Datenbanksystem-Entwickler gebe es deshalb nur wenige weltweit. "Doch wir sind der Meinung, dass das Know-how des Datenbanksystem-Programmierens auch für unsere Absolventen von Nutzen ist", ist sich der Jenaer Informatiker sicher.

Daher haben die Jenaer Studenten in vielfacher Hinsicht Pionierarbeit geleistet bei ihrer Arbeit am ,System J’ - in Anlehnung an den berühmtesten Datenbank-Prototypen ,System R’ aus den 1970er Jahren. Dabei stand den jungen Leuten mit Knut Stolze ein kompetenter Berater zur Seite. Der Informatiker, der jetzt als Doktorand bei Küspert arbeitet, hat drei Jahre lang selbst bei IBM in San Jose in einem Entwickler-Team mitgewirkt. "Einen Mitarbeiter mit solchen Erfahrungen gibt es an wenigen anderen Datenbank-Lehrstühlen deutscher Universitäten", betont Küspert. Von ihm lernten die Studenten nicht nur technische Kniffe, sondern auch einen der wichtigsten Grundsätze im Programmierer-Geschäft: Allein funktioniert nichts, nur im Team sind die Aufgaben zu lösen. "Unsere Studenten haben in Zweiergruppen jeweils eine andere Problemstellung bearbeitet, mussten beispielsweise Lösungen für die Datenabfrage, die Systemverwaltung oder den Zugriff auf Datensätze entwickeln", beschreibt Stolze das Herangehen.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen, das ,System J’ läuft. Wegen dieses Erfolges soll die Datenbanksystem-Entwicklung als Lehrveranstaltung in späteren Semestern eine Fortsetzung erfahren, kündigt Prof. Küspert an.

Kontakt:
Knut Stolze
Institut für Informatik der Universität Jena
Ernst-Abbe-Platz 1-3, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 946367
E-Mail: stolze@informatik.uni-jena.de

Axel Burchardt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Cybersicherheit für die Bahn von morgen
24.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT

nachricht Schutz vor Angriffen dank flexibler Programmierung
22.03.2017 | FZI Forschungszentrum Informatik am Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise