Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Der elektronische Marktplatz ist eine Großbaustelle

27.10.2000


... mehr zu:
»AIFB »AIK-Symposium »Marktplatz
6. AIK-Symposium "Agenten und elektronische Märkte"

Im Internet wird heftig gebaut. Firmen aus der ganzen Welt versuchen, sich die Filetstücke auf den elektronischen
Marktplätzen zu sichern und dort ihre Niederlassungen zu errichten. Als Baumaterial für Marktplätze und Filialen dienen intelligente Programme und Software-Systeme, die von Forscherinnen und Forschern immer schneller entwickelt werden, denn am Wettlauf ins Netz beteiligt sich die ganze Welt. Beim 6. AIK-Symposium "Agenten und elektronische Märkte" in Karlsruhe informierten sich jetzt rund 100 Teilnehmer aus Wissenschaft und Wirtschaft über die neuesten Entwicklungen. Veranstaltet wurde das Symposium vom Verein Angewandte Informatik Karlsruhe e.V. (AIK e.V.) und dem Institut für Angewandte Informatik und Formale Beschreibungsverfahren (AIFB) der Universität Karlsruhe. Tagungsleiter war Professor Dr. Detlef Seese vom AIFB. Die Vorträge sind im Internet unter http://www.aifb.uni-karlsruhe.de/AIK - Stichwort "Veranstaltungen" abrufbar.

Wichtigstes Werkzeug, mit dem die Forschung das Internet zum Wohl der Wirtschaft nutzbar machen will, sind derzeit Software-Agenten, auch "Bots", "SoftBots", "Robots" oder "Avatare" genannt. Diese elektronischen Stellvertreter des Menschen können bereits jetzt zum Beispiel die besten Angebote für eine Flugreise von Frankfurt nach Mallorca selbstständig aus dem Netz fischen. Die Preisvergleichs-Bots werden zur Zeit hauptsächlich im sogenannten Business-to-Consumer-Geschäft (B2C) eingesetzt, das heißt, zur Endkundenbetreuung im Internet. Die größere Aufmerksamkeit der Wissenschaft und Wirtschaft gehört im Augenblick jedoch der Geschäftsabwicklung zwischen Unternehmen, dem Business-to-Business oder B2B-Geschäft im Internet, denn vom automatisierten Preisvergleich erwarten die Experten langfristig nur geringfügige Preissenkungen. Das wesentlich größere Einsparpotenzial liegt in der Senkung der Kosten für die Abwicklung von Geschäftsvorgängen, der sogenannten Geschäftsprozessoptimierung. Hier sollen Software-Agenten künftig komplette Geschäftstätigkeiten autonom ausführen und dadurch die Administrationskosten deutlich reduzieren. Die ersten Firmen haben schon komplette Geschäftsprozesse ins Internet übertragen. Arbeitsintensive Vorgänge wie etwa die Verbreitung einer Bauausschreibung werden so deutlich einfacher. Der Ausschreibende legt sein Dokument unter dem Stichwort "Ausschreibungen" auf dem Branchenmarktplatz ab. Der interessierte Bieter holt es sich von dort selbst ab.

Die derzeit höchste Evolutionsstufe der elektronischen Märkte sind die Marktplätze mit doppelseitiger Auktionsfähigkeit. Sie bedienen nicht nur den Kunden, der sich die Ausschreibung abholt, sondern verraten auch dem Bauträger, welche Unternehmen die von ihm benötigten Arbeiten anbieten. Dieser Abgleich, im Fachjargon "Matchmaking" genannt, wird auf dem Marktplatz von Agenten selbständig durchgeführt.

Den Abschluss des 6. AIK-Symposiums bildete eine Ausstellung der Forschungsgruppe "Komplexitätsmanagement" des Institutes AIFB, die für die Organisation des Symposiums verantwortlich zeichnete. Die Forschungsgruppe beschäftigt sich mit Anwendungen der Internet-Technologie zur Lösung komplexer wirtschaftlicher Aufgaben. Der Leiter der Forschungsgruppe, Professor Dr. Detlef Seese, forderte in seinem Schlusswort die Vertreter der Wirtschaft auf, sich stärker finanziell in Kooperationen mit Universitäten zu engagieren. Oft seien es nur geringe Beträge, die über Erfolg oder Misserfolg innovativer Lehr- und Forschungsprojekte positiv oder negativ entschieden. Durch ein Aufeinanderzugehen könnten alle Seiten nur gewinnen. Dies wurde durch die ausgestellten Anwendungslösungen demonstriert, welche nur durch Unterstützung der Wirtschaft möglich geworden sind.

Das 7. AIK-Symposium findet am 27. April 2001 in Karlsruhe statt.

Weitere Informationen:
http://www.aifb.uni-karlsruhe.de/AIK

Ansprechpartner für Interviews:
Professor Dr. Detlef Seese, Institut AIFB, Tel. (0721) 608-6037
E-Mail: seese@aifb.uni-karlsruhe.de
Frank Schlottmann, Institut AIFB, Tel. (0721) 608-6557
E-Mail: schlottmann@aifb.uni-karlsruhe.de

Professor Dr. Jürgen Angele, Vorsitzender des AIK e.V.
E-Mail: angele@ontoprise.de

Für die Presse:
Vera Münch PR+TEXTE, Tel. (05121) 82613, Mobil: (0171) 38 25 545
E-Mail: vera.muench@t-online.de



Die Presseinformation ist im Internet abrufbar unter:
http://www.uni-karlsruhe.de/~presse/Pressestelle/pi117.html

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Dr. Elisabeth Zuber-Knost | idw

Weitere Berichte zu: AIFB AIK-Symposium Marktplatz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Der Form eine Funktion verleihen
23.06.2017 | Institute of Science and Technology Austria

nachricht Zukunftstechnologie 3D-Druck: Raubkopien mit sicherem Lizenzmanagement verhindern
23.06.2017 | Universität Ulm

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften