Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Start für Forschungsprojekt TransiDoc - Rechtssicherheit für elektronische Dokumente

09.11.2004


Mit einer Auftaktveranstaltung im Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit startet heute das vom Ministerium geförderte Projekt TransiDoc. Ziel des vom Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie geleiteten Forschungsvorhabens ist die Entwicklung von Konzepten und Praxislösungen, mit denen die Rechtssicherheit von digital signierten Dokumenten sichergestellt werden kann. Anwendung finden sollen die Projektergebnisse zum Beispiel in der Medizin bei der Digitalisierung von Patientenakten, in der öffentlichen Verwaltung bei der elektronischen Antragsbearbeitung oder im Arbeitsumfeld von Notaren und Rechtsanwälten. Entsprechend gehören Fachleute der einzelnen Bereiche zu den Projektpartnern: Beteiligt sind das Zentrum für Infomations- und Medizintechnik des Uni-Klinikums Heidelberg (ZIM), die Intercomponentenware AG (ICW), die curiavant Internet GmbH, die Projektgruppe verfassungsverträgliche Technikgestaltung an der Universität Kassel (provet) sowie die Bundesnotarkammer.




"Derzeit ist die rechtliche Wirksamkeit elektronischer Dokumente durch Veränderung von digitalen Datenformaten oder vergleichbaren Transformationen generell in Frage gestellt", sagt Andreas Schmidt, Projektleiter am Fraunhofer-Institut SIT in Darmstadt. Bei der Digitalisierung handschriftlich unterzeichneter Dokumente etwa wird die Unterschrift rechtlich unwirksam. Die erstellte digitale Version hat vor Gericht nicht dieselbe Beweiskraft wie das Papiergegenstück. Ein ähnliches Problem stellt sich bei elektronischen Dokumenten, die digital signiert wurden. "Durch eine Änderung im Datenformat brechen Signaturen in der Regel und werden dadurch ungültig", sagt Schmidt. Da Zahl und Vielfalt der Datenformate stetig ansteigen, ist die Rechtssicherheit in diesem Bereich zunehmend gefährdet. Ziel des TransiDoc-Projekts ist es deshalb, Lösungen zu ermöglichen, die digitale Daten zum vollständigen Ersatz von Papierdokumenten machen und den Beweiswert elektronischer Akten auf Dauer sicherstellen.



In einem interdisziplinären Ansatz erarbeiten die Projektpartner dazu gemeinsam nicht nur technische, sondern auch organisatorische Lösungsvorschläge. In einem zweiten Schritt sollen dann Werkzeuge zur Erzeugung, Bearbeitung und Prüfung von Lösungen entstehen. Leitgedanke ist dabei die Entwicklung eines Transformationssiegels für elektronische Daten. Anhand dieses Siegels sollen spätere Gutachter wie bei einer Beglaubigung genau nachvollziehen können, was wann wie mit dem Dokument geschah. Zur Sicherstellung der Rechtssicherheit ist die Überprüfung der Projektergebnisse in Form eines Beispielprozesses mit Richtern und Rechtsanwälten geplant. Erste Software-Ergebnisse werden 2006 erwartet.

Oliver Küch | idw
Weitere Informationen:
http://www.transidoc.de
http://www.sit.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: Datenformat Projektergebnis Rechtssicherheit TransiDoc

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Layouterfassung im Flug: Drohne unterstützt bei der Fabrikplanung
19.05.2017 | IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

nachricht Intelligente Industrialisierung von Rechenzentren
15.05.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Medikamente aus der CLOUD: Neuer Standard für die Suche nach Wirkstoffkombinationen

23.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

CAST-Projekt setzt Dunkler Materie neue Grenzen

23.05.2017 | Physik Astronomie