Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Systemarchitekturen für die nächste Rechnergeneration

26.10.2004


Computer gibt es nun schon seit mehreren Jahrzehnten. Rechner der ersten Generation haben noch ganze Räume in Anspruch genommen. Seitdem sind Computer immer kleiner geworden. Und sogar der gewohnte Desktop-Computer von heute wird vielleicht bald gänzlich unsichtbar sein.



Der PC (Personal Computer) ist aus Beruf und Freizeit nicht mehr wegzudenken. Und doch sind Computer kein Bestandteil der Zukunft, die Befürworter der DC-Initiative (Disappearing Computer - unsichtbare Computer) voraussehen - zumindest nicht in der Form, wie wir sie heute kennen.



Die DC-Initiative wird vom Bereich Future and Emerging Technologies (FET) des IST-Programmes (Information Society Technologies) unterstützt und hat eine Vielzahl von Projekten gesponsert, die auf eine Zukunft der anderen Art ausgerichtet sind. In dieser Zukunft werden computerähnliche Komponenten (z.B. Sensoren) in der sie umgebenden Umwelt aufgelöst, in der sie miteinander kommunizieren. Das führt zu neuen Funktionen und verbessert die Lebensqualität.

ORESTEIA ist eines der von DC unterstützten Projekte. Um sich den Herausforderungen stellen zu können, die mit der Realisierung dieser "computerfreien" Vision einhergehen, mussten die ORESTEIA-Partner neue Systemarchitekturen entwickeln. Die Forschungsarbeit der National Technical University von Athen führte zur Einrichtung der hybriden CAM-SPM (Connectionist Association Module - Symbolic Processing Module) Intelligenzarchitektur.

Die Neuheit des CAM-SPM-Systems ist die Integration von subsymbolischen und symbolischen Informationen zur Gewährleistung einer Ambient Intelligence. Subsymbolisch bezieht sich hierbei auf numerische Daten, die von in die Nutzerumgebung eingebetteten Sensoren gewonnen werden und auch als Artefakte bekannt sind. Die symbolische Komponente bezieht sich auf semantisches Wissen, oft in Form von Regeln, das auf der Interaktion dieser Artefakte basiert.

Bei der Überprüfung des Konzepts dachte man besonders an die Funktionalität der Gesundheitsüberwachung. Die numerischen bzw. subsymbolischen Daten wurden von mehreren biometrischen Sensoren erzeugt, die Herzfrequenz, Blutdruck und andere Variablen messen. Die Daten wurden dann vom CAM verarbeitet. Auf Grundlage der Regeln und Definitionen im SPM gab das System dann eine "Diagnose" des Gesundheitszustandes der betreffenden Person aus, zum Beispiel "normal" oder "unnormal". Der Nutzer kann dann auf Grundlage dieser Informationen Entscheidungen treffen.

Der Prototyp wurde erfolgreich bei zahlreichen Veranstaltungen präsentiert, die vom IST-Programm zur Förderung der DC-Initiative organisiert wurden. Die Verbreitung wurde auch über wissenschaftliche Publikationen realisiert. Wie der Name FET schon verrät, ist diese Technologie noch nicht reif für eine Vermarktung. Sie kann aber weitere Forschungsbemühungen anregen. Die Gesundheitsüberwachung ist nur die Spitze des Eisbergs, denn es gibt noch viele weitere Einsatzbereiche.

Prof. Stefanos Kollias | ctm
Weitere Informationen:
http://www.ntua.gr/en_index.htm

Weitere Berichte zu: DC-Initiative IST-Programm Modul Sensor Systemarchitektur

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Forschungsprojekt: Zukünftige Fahrzeugtechnologien im Open Region Lab – ZuFOR
30.03.2017 | Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften

nachricht Schnelle Time-to-Market durch standardisierte Datacenter-Container
28.03.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Atome rennen sehen - Phasenübergang live beobachtet

Ein Wimpernschlag ist unendlich lang dagegen – innerhalb von 350 Billiardsteln einer Sekunde arrangieren sich die Atome neu. Das renommierte Fachmagazin Nature berichtet in seiner aktuellen Ausgabe*: Wissenschaftler vom Center for Nanointegration (CENIDE) der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben die Bewegungen eines eindimensionalen Materials erstmals live verfolgen können. Dazu arbeiteten sie mit Kollegen der Universität Paderborn zusammen. Die Forscher fanden heraus, dass die Beschleunigung der Atome jeden Porsche stehenlässt.

Egal wie klein sie sind, die uns im Alltag umgebenden Dinge sind dreidimensional: Salzkristalle, Pollen, Staub. Selbst Alufolie hat eine gewisse Dicke. Das...

Im Focus: Kleinstmagnete für zukünftige Datenspeicher

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Chemikern der ETH Zürich hat eine neue Methode entwickelt, um eine Oberfläche mit einzelnen magnetisierbaren Atomen zu bestücken. Interessant ist dies insbesondere für die Entwicklung neuartiger winziger Datenträger.

Die Idee ist faszinierend: Auf kleinstem Platz könnten riesige Datenmengen gespeichert werden, wenn man für eine Informationseinheit (in der binären...

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Nierentransplantationen: Weisse Blutzellen kontrollieren Virusvermehrung

30.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zuckerrübenschnitzel: der neue Rohstoff für Werkstoffe?

30.03.2017 | Materialwissenschaften

Integrating Light – Your Partner LZH: Das LZH auf der Hannover Messe 2017

30.03.2017 | HANNOVER MESSE