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Mit den Störchen gen Süden ziehen

11.10.2002


In diesen Wochen treffen europäische Weißstörche in ihren meist afrikanischen Winterquartieren ein. Besonders wenn Vogelfreunde sie mühsam aufgezogen und beobachtet haben, ist der Wunsch groß, dass sie im folgenden Frühjahr auch wohlbehalten zurückkehren. Tödliche Fallen wie Hochspannungsleitungen und offene Wasserbehälter lassen sich am einfachsten durch Satellitenpeilung der Großvögel erkennen und anschließend entschärfen. Darüber hinaus liefern die Daten wichtige ornithologische Erkenntnisse über das Zugverhalten der Vögel. Um auch Kindern die beeindruckenden Flugleistungen der Störche nahe zu bringen und sie spielerisch mit dem Computer vertraut zu machen, können die geografischen Daten als Flugrouten auf der Internetseite www.storchenzug.de betrachtet werden. Die graphische Animation der Karte haben Mitarbeiter des Fraunhofer-Instituts für Autonome Intelligente Systeme AIS umgesetzt.



Die Hauptdarsteller der Seite heißen Prinzesschen, ihr Mann Jonas, Valinka, Felix, Annamarie und Sophia. Alle sechs wurden mit leistungsfähigen, nur etwa 50 Gramm leichten Minisendern ausgestattet. Deren Positionsdaten werden per Satellit ermittelt und täglich in die interaktive Karte von Europa und Afrika eingetragen. Jeder Storch wird auf seinem Weg durch eine Farbe gekennzeichnet. Ein Schieberegler erlaubt es, ein früheres Datum einzustellen oder eine zeitgeraffte Animation des Flugs ablaufen zu lassen. Ausschnitte der Karte können durch Ziehen der Maus oder mit Zoomtasten vergrößert, verkleinert und verschoben werden. Mit der Möglichkeit, Gewässer, Staatsgrenzen und Verbreitungsgebiete der Vögel ein- und auszublenden, ergeben sich weitere Erkenntnisse und Fragen, die beispielsweise in einem Schulprojekt diskutiert werden können. Oder wissen Sie, warum die Vögel nicht über das Mittelmeer ziehen? Selbst Ornithologen beginnen gerade erst zu verstehen, warum manche Störche westlich über Gibraltar und andere östlich über Israel ziehen.

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Die räumlichen Daten und das statistische Material der interaktiven Karte stellt eine Variante der Software CommonGIS zusammen. »Im Gegensatz zu anderen Geographischen Informationssystemen werden thematische Karten bei uns automatisch generiert«, betont Hans Voss, Projektleiter am AIS. »So ist der professionelle Nutzer des Systems von der eintönigen Umsetzung und Visualisierung der Daten befreit und kann sich ganz der wichtigeren Auswahl und Analyse widmen.«

Ansprechpartner:
Dr. Hans Voss
Telefon 0 22 41 / 14-25 32
Fax 0 22 41 / 14-20 72

Fraunhofer-Institut für Autonome Intelligente Systeme AIS
Schloss Birlinghoven
53754 Sankt Augustin

Johannes Ehrlenspiel | Fraunhofer-Gesellschaft

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