Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Digitale Wasserzeichen in Audiodateien

05.08.2002


Unhörbar und doch verräterisch

... mehr zu:
»Ausleihfrist »DRA »Kennung »Wasserzeichen

Fraunhofer IPSI präsentiert aktuellen Forschungsstand zur Mediensicherheit beim Deutschen Rundfunk-Archiv

Ein wichtiger Bestandteil zum Copyrightschutz digitaler Dateien sind sogenannte digitale Wasserzeichen, mit deren Entwicklung sich die Projektgruppe "Merit" des Fraunhofer Instituts IPSI (Integrierte Publikations- und Informationssysteme) in Darmstadt befasst. Auf der öffentlichen >re:play<-Veranstaltung des Deutschen Rundfunkarchivs (DRA) (www.dra.de/frankfrt.htm -> DRA-aktuell) in Frankfurt am Main auf dem Gelände des Hessischen Rundfunks wird das Fraunhofer IPSI am 21.8. ab 15:00 seine Wasserzeichenentwicklungen präsentieren.


Die zur Zeit knapp 20.000 digitalisierten Audio-Dokumente des DRA werden vor allem Sendern und Institutionen bzw. Personen aus Kultur und Wissenschaft zur Verfügung gestellt. Die vom Fraunhofer IPSI und seinem Spin-Off Platanista GmbH entwickelten Wasserzeichen sollen es dem DRA ermöglichen, einige Sicherheitslücken bezüglich des Copyrightschutzes zu schließen.

In die archivierten Dokumente soll zukünftig beispielsweise wie ein Wasserzeichen eine 12 Bit lange Kennung mit dem Schlüssel des DRA und einer normierten Katalognummer eingebettet werden, so Martin Steinebach, Leiter der Forschungsgruppe "Merit" am IPSI. Durch die nicht wahrnehmbar implantierte Kennung bleibe der Urheber der Datei, im vorliegenden Fall das DRA, auch bei einer illegalen Weitergabe der Dokumente als Urheber erkennbar. Auf den Inhalt des Mediums weise die Katalognummer hin, die somit eine eindeutige Identifikation erlaube. Eine Nachbearbeitung der Musikstücke zur Entfernung des Wasserzeichens nutzt wenig: Die Kennung wird alle 30 Sekunden wiederholt.

Das archivierte Material des DRA wird vor allem für Fernsehübertragungen und Forschungen verwendet; jedoch sind auch hier Manipulationen, beispielsweise Inhaltsveränderungen, nicht auszuschließen. Ein speziell zum Schutz von digitalen Inhalten entwickeltes Wasserzeichenverfahren bietet in diesem Fall die Möglichkeit, Inhaltsmerkmale des Dokuments wiederum in die Datei einzubetten. Bei einem späteren Vergleich mit dem tatsächlich vorliegenden Inhalt können somit Veränderungen nachgewiesen werden.

Steinebach erläutert weiter, dass die "Wasserzeichen" auch Hinweise auf das "Verfallsdatum", den Ablauf der Ausleihfrist des Dokuments, geben können. In einem weiteren Schritt kann damit der Prozess, die Ausleihfrist zu verlängern, automatisiert werden. Im Gegensatz zur Einbettung des Urherberrechts genügt es bei der Ausleihfrist, mit einem öffentlichen Schlüssel zu arbeiten. Dabei werden im Audiobereich unterschiedliche Verfahren für das Einbringen der Kennung und des Verfallsdatums eingesetzt, die sich gegenseitig nicht beeinflussen.

In der Zukunft sieht die Darmstädter Forschungsgruppe die Möglichkeit, mit Hilfe digitaler Wasserzeichen den jeweiligen Anwender zu authentifizieren und die Dokumente so nur einem bestimmten Personenkreis zugänglich zu machen. Außerdem müsse die Verifizierung von Geschäftsprozessen, wie Steinebach abschließend angibt, gewährleistet sein. Sonst könne es dazu kommen, dass Material zwar heruntergeladen werde, aber keine Zahlung erfolge, wenn der Erhalt abgestritten werde.
Das Fraunhofer Institut für Integrierte Publikations- und Informationssysteme (IPSI) ist eine von 56 Einrichtungen der Fraunhofer Gesellschaft mit ingesamt 11000 Mitarbeitern in der ganzen Bundesrepublik, die ein jährliches Forschungsvolumen von insgesamt 900 Millionen Euro bearbeiten. Die Fraunhofer Gesellschaft ist die Trägerorganisation für Einrichtungen der angewandten Forschung in Europa und betreibt u.a. Vertragsforschung für die freie Wirtschaft, Bund und Länder. Zu den Arbeitsgebieten des Darmstädter Forschungsinstituts IPSI gehören u.a. Wissensmanagment und eCommerce; es entwickelt Softwarelösungen für arbeitsteilige Zusammenarbeit, das Publizieren und Informieren. Im Jahr 2001 wurde es in die Fraunhofer Gesellschaft eingegliedert, nachdem es 1987 von der GMD-Forschungszentrum GmbH gegründet worden war.

Beim DRA, 1952 als "Lautarchiv des Deutschen Rundfunks" gegründet, handelt es sich um eine gemeinnützige Stiftung bürgerlichen Rechts und eine Gemeinschaftseinrichtung der ARD. Im Dienste der Rundfunkanstalten sowie einer mit Kunst, Kultur, Wissenschaft und Forschung befassten Öffentlichkeit sammelt, archiviert, erschließt und dokumentiert das Institut Bild-, Ton- und Schnittdokumente.

Durch die Zusammenarbeit mit dem DRA im Projekt H2O4M konnten so, laut Steinebach vom IPSI, praktische Erfahrungen mit den Anforderungen an digitale Wasserzeichen gesammelt werden. Unabhängig von seinem Vortrag beim DRA ist der Leiter der Forschungsgruppe Merit, Martin Steinebach, bereit, seine Lösungen der interessierten Öffentlichkeit vorzustellen.
Firmenkontakt: Martin Steinebach, Fraunhofer IPSI / MERIT - C4M: Competence for Media Security , Dolivostr.15, D-64293 Darmstadt , Tel: +49-6151-869-825, Fax: +49-6151-869-6847, http://ipsi.fhg.de/~steineba/,
mailto: martin.steinebach@ipsi.fhg.de

Pressekontakt:

Fraunhofer-Institut für
Integrierte Publikations- und
Informationssysteme IPSI
Dolivostraße 15
64293 Darmstadt
Michael Kip
Diplom-Volkswirt
Telefon +49 (0) 61 51/8 69-60152
Telefax +49 (0) 61 51/8 69-968
mailto:michael.kip@ipsi.fraunhofer.de
http://www.ipsi.fraunhofer.de

| Fraunhofer IPSI

Weitere Berichte zu: Ausleihfrist DRA Kennung Wasserzeichen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Lemgoer Forscher entwickeln Intelligente Assistenzsysteme für mobile Anwendungen in der Industrie
25.07.2017 | Hochschule Ostwestfalen-Lippe

nachricht Neue Anwendungsszenarien für Industrie 4.0 entwickelt
25.07.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Im Focus: 3-D scanning with water

3-D shape acquisition using water displacement as the shape sensor for the reconstruction of complex objects

A global team of computer scientists and engineers have developed an innovative technique that more completely reconstructs challenging 3D objects. An ancient...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungen

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

IT-Experten entdecken Chancen für den Channel-Markt

25.07.2017 | Unternehmensmeldung

Erst hot dann Schrott! – Elektronik-Überhitzung effektiv vorbeugen

25.07.2017 | Seminare Workshops

Dichtes Gefäßnetz reguliert Bildung von Thrombozyten im Knochenmark

25.07.2017 | Biowissenschaften Chemie