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Digitales Zuhause: Einer für alles

20.02.2008
Kabelsalat und Schnittstellenprobleme gehören schon bald der Vergangenheit an. Im Wohnzimmer der Zukunft sind alle Geräte drahtlos miteinander verbunden und lassen sich kinderleicht über den Fernseher bedienen. Erste Lösungen präsentieren Fraunhofer-Forscher zusammen mit Industriepartnern auf der CeBIT (4. bis 9. März in Hannover).

Umfangreiche Bedienungsanleitungen, verwirrende Verkabelung und unterschiedliche Standards - heute ist es meist noch recht kompliziert, Flachbildschirm, DVD-Spieler, MP3-Player, Surround-Anlage und Computer mit einander zu verbinden und zum Laufen zu bringen. Abhilfe soll das Projekt WiMAC@home (Wireless Media and Control at Home) schaffen.

In dem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie finanzierten Vorhaben arbeiten Forscher an der drahtlosen Anbindung von Geräten der Rundfunk- und Unterhaltungselektronik in Heimnetzwerken. Partner des Konsortiums sind die Loewe Opta GmbH, das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS, das Institut für Rundfunktechnik GmbH IRT, die Nagravision GmbH und die Weinzierl Engineering GmbH.

Im Mittelpunkt steht ein neuartiger Fernseher. Dieser vereint mehrere Funktionen in einem Gerät: Er dient als digitales Medienarchiv, das Musik, Videos und Fotos speichert und diese zusammen mit Live-TV-Programmen im Heimnetzwerk zur Verfügung stellt. Auch Pay-TV-Inhalte können geschützt und unter Wahrung der Urheberrechte verteilt werden. Der Fernseher ist sogar an die Heimautomatisierung angeschlossen: So lassen sich Heizungssysteme, Alarm- und Klimaanlagen vom Bildschirm aus bedienen. Im drahtlosen WiMAC@home-
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»IIS

Netzwerk konfigurieren sich alle Geräte automatisch. Neue Komponenten werden selbstständig mittels Universal Plug and Play (UPnP) eingebunden.

Die Basis für das System bilden die Vorgaben der Digital Living Network Alliance (DLNA). Der Verbund von Computer- und Unterhaltungselektronik-Herstellern hat Standards zur Heimvernetzung festgelegt. So ist es möglich, dass sich Notebooks, Surround-Anlagen, digitale Videorecoder und Fernseher von verschiedenen Herstellern verbinden lassen.

Ein wichtiger Schlüssel zu den modernen Multimedia-Anwendungen sind Audio- und Videocodierungen. Diese Verfahren komprimieren die riesigen Datenströme, die bei Rundfunk und Fernsehen vom Sender zum Nutzer oder zwischen den Geräten übertragen werden. Sie ermöglichen es, auch bei geringer Übertragungsrate hochwertige Informationen zu übermitteln. Die Kompression schrumpft die Menge der Daten, ohne dass die Qualität der transportierten Informationen wesentlich leidet. Das IIS in Erlangen entwickelt im WiMAC@home-Projekt die Software für den Transport von Videos und Musik im Heimnetzwerk. Dabei kommen hocheffiziente MPEG-Codierverfahren zum Einsatz.

"Neue Kompressionsverfahren für Audio und Video ermöglichen beste Bild- und Tonqualität für hochauflösendes und mobiles Fernsehen", erläutert Andreas Werner vom IIS. "Auf der CeBIT zeigen wir HDTV mit beeindruckendem Surroundklang bei niedrigsten Datenraten. Möglich wird dies durch den Einsatz der effizienten Standards MPEG AVC, AAC und MPEG Surround." Die Verwendung rückwärtskompatibler, offener Standards garantiert zudem die Unabhängigkeit von einzelnen Herstellern und gewährleistet, dass Inhalte auf zukünftigen Gerätegenerationen abspielbar bleiben. Zusätzlich arbeiten die Forscher daran, dass sich Inhalte auch zwischen mobilen Geräten wie dem Handy oder PDA und der heimischen Unterhaltungselektronik austauschen lassen.

Das Projekt WiMAC@home soll noch eine weitere Besonderheit bieten: Das System spielt Musik oder Filme immer in dem Zimmer, in dem sich der Nutzer aufhält. Verlässt der Nutzer zum Beispiel die Küche und geht ins Wohnzimmer, wird automatisch die auf dem Küchenradio wiedergegebene Radiosendung auf die Stereoanlage im Wohnzimmer umgeleitet. Die hierzu nötige räumliche Ortung des Zuhörers kann über ein WLAN-fähiges Gerät wie zum Beispiel ein Smartphone erfolgen. Die WLAN-Lokalisierung stammt vom IIS und wurde speziell für drahtlose Heimnetze optimiert. Alternativ kann sich der Zuhörer über RFID authentifizieren.

Das Projekt WiMAC@home stellen die Forscher auf der CeBIT gleich an zwei Ständen vor. Unter dem Motto "Das Wohnzimmer der Zukunft" sind erste Lösungen auf dem Fraunhofer-Stand in Halle 9, Stand B36 zu sehen. Außerdem wird das Projekt auf dem Gemeinschaftsstand des Programms Next Generation Media (Halle 9, Stand A25) vorgestellt, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie ins Leben gerufen wurde.

Weitere Informationen zu WiMAC@home unter:
http://www.wimac-at-home.de
Ansprechpartner:
Matthias Rose
Telefon 09131 776-3011
matthias.rose@iis.fraunhofer.de
Fraunhofer-Institut für
Integrierte Schaltungen IIS
Am Wolfsmantel 33
91058 Erlangen

Birgit Niesing | idw
Weitere Informationen:
http://www.iis.fraunhofer.de
http://www.wimac-at-home.de

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