Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Afrika will Breitbandinternet bis zur Fußball-WM

11.03.2009
Seekabel an Ostküste geplant - Preise und Geschwindigkeit als Problem

Der afrikanische Kontinent rüstet den Ausbau seiner Internet- und Telefoninfrastruktur rund ein Jahr vor dem Beginn der Fußball-WM in Südafrika auf. Branchenbeobachter sprechen inzwischen sogar davon, dass von Mitte 2009 an eine Internet-Revolution stattfinden wird, die vor allem für die lokalen Provider große Chancen mit sich bringt.

"Nicht nur der Bereich des Breitbandinternets entwickelt sich ungebrochen stark. Vielmehr gibt es auch immer mehr Handynutzer, die einen Mobilfunknetzausbau erforderlich machen", sagt Farid Behpour, General Manager Middle East & Africa bei Funambol, einem Open-Source-Anbieter für Mobile-Web und Push E-Mail, im Gespräch mit pressetext.

Afrika scheint seinen digitalen Anschluss an die weltweite Vernetzung zügig voranzutreiben. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung schreibt, soll noch ab Sommer 2009 damit begonnen werden, ein 15.000 Kilometer langes Glasfaserkabel zu verlegen. Bewerkstelligt wird dieses Projekt von dem Kabelunternehmen Seacom. Verlegt werden soll das Kabel auf dem Meeresboden von Südafrika nach Indien und Großbritannien. Auch ist geplant, dass die Leitung Anschlüsse in fünf afrikanische Länder ermöglicht. Damit wird der Osten Afrikas zum allerersten Mal per Breitbandkabel mit dem Rest der Welt verbunden sein. Für das südliche und westliche Afrika ist es das zweite nach Europa reichende Kabel mit einer Datenübertragungskapazität von 1,2 Terabit pro Sekunde.

"In Afrika herrscht beim Ausbau von Telekom- und Internetdienstleistungen derzeit trotz der Finanz- und Wirtschaftskrise eine regelrechte Goldgräberstimmung. Da die Infrastruktur für Internetanwendungen derzeit noch nicht überall flächendeckend besteht und sich gegenwärtig erst im Aufbau befindet, nutzen viele Kunden ihr mobiles Endgerät, um damit ins Internet zu gehen", unterstreicht Behpour gegenüber pressetext. Deshalb lasse sich im Markt mit Handys eine "Explosion an ständig wachsenden Nutzerzahlen" feststellen, so der Experte. Von dieser Entwicklung könnten daher vor allem die Mobilfunkprovider profitieren. Trotz dieser riesigen Wachstumsaussichten bleibt noch großer Nachholbedarf bestehen. So wird die Preispolitik vielerorts vor allem in Sachen Internet nach wie vor von starren Staatsmonopolen bestimmt.

Laut Seacom-Chef Brian Herlihy hätten Regulierungen und begrenzte Übertragungsvolumina inzwischen dazu geführt, dass Internetnutzer in Ostafrika für ein Megabit/Sekunde im Monat 2.500 bis 3.000 Dollar berappen müssen. Hierzulande liegen die Kosten für vergleichbare Leistungen lediglich bei 30 bis 40 Euro - und das häufig für das Zehnfache des Datenvolumens. Maximal 15 Kilobyte/Sekunde schaffen die Leitungen in Afrika - ein Wert, der vor mehr als zehn Jahren in Europa Standard war. Fortschrittlicher entwickelt hat sich dagegen Südafrika, aber die Datenmenge ist auch hier limitiert und kostet soviel wie eine 20 Mal schnellere Internet-Anbindung in London. Bezeichnend ist zudem, dass bislang gerade einmal zwei Prozent der globalen Investitionen in Seekabel auf Afrika selbst entfielen.

"Ich gehe davon aus, dass die Fußballweltmeisterschaft 2010 einen positiven Einfluss auf den Ausbau der Telekommunikationsstruktur haben wird. Zu sehr erwarten internationale Gäste einen entsprechend schnellen Service wie zuhause", hält Behpour fest. Der Ausbau ist dringend nötig. Bisher wurde die 7.000-Kilometer-Ostküste nur durch normale Telefonkabel und Satellitenverbindungen versorgt. Doch man rüstet auf. Neben dem privat finanzierten Seacom-Kabel sind weitere Glasfaser-Seekabel über mehrere Mrd. Dollar im Gespräch. Bis 2011 könnten somit bis zu vier Kabel in Betrieb gehen. Der dadurch zunehmende Wettbewerb würde auch die Preise drücken, obwohl die Internutzung verglichen mit Europa oder den USA dann noch immer um ein Vielfaches teurer wäre. Fraglich bleibt auch, ob das Angebot durch die Nachfrage bestimmt wäre und sich der Großteil der Bevölkerung PCs leisten könnte.

Florian Fügemann | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.funambol.com
http://www.seacom.mu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Informationstechnologie:

nachricht Weltrekord: Jülicher Forscher simulieren Quantencomputer mit 46 Qubits
15.12.2017 | Forschungszentrum Jülich GmbH

nachricht Neues Epidemie-Management-System bekämpft Affenpocken-Ausbruch in Nigeria
15.12.2017 | Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Informationstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Im Focus: First-of-its-kind chemical oscillator offers new level of molecular control

DNA molecules that follow specific instructions could offer more precise molecular control of synthetic chemical systems, a discovery that opens the door for engineers to create molecular machines with new and complex behaviors.

Researchers have created chemical amplifiers and a chemical oscillator using a systematic method that has the potential to embed sophisticated circuit...

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltrekord: Jülicher Forscher simulieren Quantencomputer mit 46 Qubits

15.12.2017 | Informationstechnologie

Wackelpudding mit Gedächtnis – Verlaufsvorhersage für handelsübliche Lacke

15.12.2017 | Verfahrenstechnologie

Forscher vereinfachen Installation und Programmierung von Robotersystemen

15.12.2017 | Energie und Elektrotechnik