Neue Servopressen von Beutler Nova bewähren sich in der Praxis

Bei den neuen Servopressen ist der Elektroantrieb komplett mit dem Antriebsstrang gekoppelt, wie der Hersteller erläutert. Damit lasse sich jede Phase des Bewegungsablaufs über den elektrischen Antrieb programmieren und ansteuern: von der Einbremsphase kurz vor Beginn der eigentlichen Umformung über das sichere Ziehen bis hin zur höheren Rücklaufgeschwindigkeit in den Phasen, in denen keine Umformung erfolgt.

Servopressen bieten ideale Leistungskurve

Die Servopressen verfügten zudem über eine zweite Getriebestufe mit Servomotor und hydraulischer Kupplungs-Bremskombination, die speziell für den Einsatz in Servopressen entwickelt wurde. „Die Anlage vollzieht je nach Prozess eine ideale Leistungskurve, die nicht nur für eine deutliche Verkürzung der Taktzeiten sorgt. Auch die Qualität der produzierten Bauteile steigt“, erläutert Beni Schenker, technischer Leiter von Beutler Nova.

Dafür ist ebenfalls die Servosteuerung des Motors verantwortlich, denn mit ihrer Hilfe ist die Geschwindigkeit des Ziehvorgangs auf den Umformvorgang abgestimmt. Weil weniger Wärme in die Bauteile eingebracht wird, halten diese genauer Maß. Bei der Herstellung von 50 000 Bauteilen aus höherfestem Stahl zeigten sich im Praxistest Grattoleranzen von nur 0,01 mm.

Servosteuerung schont Umformwerkzeuge

Zugleich wird durch die Servosteuerung das Werkzeug geschont; seine Standzeiten steigen im Vergleich zu Pressen mit Sinus-Antrieb deutlich. Zusätzlich weist Schenker auf das Arbeitsvermögen der Pressen hin: „Im Gegensatz zu Schwungradpressen können sie ihre maximale Umformenergie auch bei sehr niedrigen Drehzahlen erzielen – einem Einsatz als Try-Out-Presse steht somit nichts im Wege.“

Der Praxiseinsatz bestätigt: Ein süddeutscher Stanzbetrieb, dessen Produktionserfahrung mit Servopressen von Beutler Nova rund 6,5 Mio. Hübe umfasst, erreicht je nach Bauteil eine um 10 bis 20% höhere Ausbringung, wie es heißt.

Servopresse arbeitet deutlich energieeffizienter

Zusätzlich macht sich die Energiesteuerung der Servopresse während des Betriebs bemerkbar. Der Strom wird direkt aus dem Netz gezogen, beim Bremsvorgang über einen Regler aber wieder dorthin zurück gespeist – in diesem Fall sind das bis zu 25% der zuvor bezogenen Energie.

„Unsere Kunden müssen sich nicht von Anfang an entscheiden. Wer will, kann erst später auf die Servotechnik setzen und eine rein mechanische Presse mit dem Einbau des Servoantriebes umrüsten lassen“, so Schenker. Die Voraussetzungen dafür sind gegeben, denn für sämtliche Nova-Stanzautomaten von 125 bis 500 t Stanzkraft biete das Tochterunternehmen des Schuler-Konzerns zwei unterschiedlich starke Servoantriebe auch als Nachrüstmodule an.

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Stéphane Itasse MM MaschinenMarkt

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