Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Verschenktes Innovationspotenzial

24.02.2012
Wissenschaftler der Universitäten in Bamberg und Erlangen-Nürnberg forschen zum demografischen Wandel

Der demografische Wandel hat weitreichende Folgen für die Gesellschaft und einzelne Unternehmen (z.B. Fachkräftemangel). Die gesamte Bevölkerung und somit auch die Belegschaften in den Unternehmen altern. Vor diesem Hintergrund müssen wichtige Fragen beantwortet werden: „Wie gelingt es uns trotz einer alternden Belegschaft innovativ und wettbewerbsfähig zu bleiben?“, „Wie können Wissensträger langfristig ans Unternehmen gebunden werden?“ und „Wie kann der Wissenstransfer zwischen jungen und älteren Beschäftigten optimal gestaltet werden?“.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Instituts für Psychologie der Otto-Friedrich-Universität Bamberg (Prof. Dr. Astrid Schütz) sowie des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik I (Prof. Dr. Kathrin Möslein) und des Instituts für Soziologie (Prof. Dr. Rainer Trinczek) der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg entwickeln in einem Verbundprojekt „Wertschätzungsnetzwerke als integrierte Innovationsinstrumente der Personal- und Organisationsentwicklung im Demografischen Wandel“ (WiIPOD).

Im Rahmen der Auftaktveranstaltung am 26. Januar in Nürnberg zeigten sich die beteiligten Unternehmen und Experten einig, dass den Herausforderungen des demografischen Wandels aktiv begegnet werden muss. Ziel des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekts WiIPOD ist es deshalb, die mit dem Wandel einhergehenden Chancen durch innovative Personal- und Organisationsinstrumente zu nutzen.

„Häufig verschenken Unternehmen wertvolles Innovationspotenzial, da insbesondere im demografischen Wandel bedeutende Mitarbeitergruppen als Innovatoren nicht berücksichtigt werden“ erläutert Prof. Dr. Möslein, Koordinatorin des Verbundprojekts WiIPOD. Gemeint sind insbesondere die Innovationspotenziale derjenigen Mitarbeiter, die dabei sind, die „Grenze“ des Unternehmens zu überqueren (so genannte „Grenzinnovatoren“). Hierzu zählen engagierte und motivierte Auszubildende und junge Eltern sowie ausscheidende Mitarbeiter. Ihre kreativen Fähigkeiten und Erfahrungen werden oft nicht erkannt, nicht wertgeschätzt und deshalb nicht eingebunden. Gemeinsam in einer altersgemischten Gruppe vereinen Grenzinnovatoren jedoch wertvolle Erfahrungsschätze und neue Denkansätze – eine ideale Grundlage für nachhaltige Innovation.

WiIPOD setzt gezielt auf die Etablierung wertschätzender Prozesse und Strukturen und gestaltet Innovationsworkshops und virtuelle Sitzungen bei seinen Praxispartnern. Auf diese Art entstehen ganze „Wertschätzungsnetzwerke“. Langfristig zielt das Projekt darauf ab, Wertschätzungsnetzwerke als Instrument zu verankern, die Unternehmenskultur entsprechend zu beeinflussen und die Innovationsfähigkeit der Unternehmen auch im demografischen Wandel zu erhalten und auszubauen.

Kontakt:
Dr. Frank Danzinger
Tel.: 0911/5302-158
Mail: frank.danzinger@wiso.uni-erlangen.de

Dr. Monica Fröhlich | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bamberg.de/perspsych/leistungen/forschung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um
26.05.2017 | Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften

nachricht Deutschland altert unterschiedlich
22.05.2017 | Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: 3-D scanning with water

3-D shape acquisition using water displacement as the shape sensor for the reconstruction of complex objects

A global team of computer scientists and engineers have developed an innovative technique that more completely reconstructs challenging 3D objects. An ancient...

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungen

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungen

Recherche-Reise zum European XFEL und DESY nach Hamburg

24.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Lupinen beim Trinken zugeschaut – erstmals 3D-Aufnahmen vom Wassertransport zu Wurzeln

24.07.2017 | Biowissenschaften Chemie