Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Süddeutsche leben länger als Bürger im Norden

19.09.2011
Ganz so einfach ist der Zusammenhang zwischen Region und Lebensalter nicht, doch das Max-Planck-Institut für demographische Forschung arbeitet daran zu erkennen, wo genau Unterschiede in der Lebenserwatung in Deutschland auftreten und welche Gründe es dafür gibt.

Lange Jahre ergaben sich die größten Unterschiede in der Lebenserwartung zwischen Osten und Westen. Heute zeigt sich im aktuellen Forschungsbericht: "Stärker als die Differenzen zwischen Ost und West sind die Differenzen zwischen den einzelnen Regionen Deutschlands ausgeprägt."

Gründe für geringere Lebenserwartung gleich

Konkret heißt das zum Beispiel, dass ein Mann, der in Freiburg lebt, im Durchschnitt vier Jahre älter wird als einer, der auf Rügen zu Hause ist. Bei Frauen in denselben Regionen beträgt der Unterschied in der Lebenserwartung gut zwei Jahre. "Diese großen Unterschiede stehen im Zusammenhang mit der regionalen Bevölkerungs-, Wirtschafts- und Sozialstruktur sowie der Qualität der Gesundheitspolitik", so der Forschungsbericht weiter.

Um die Unterschiede zu erkennen, haben die Forscher Deutschland in verschiedene "Cluster" zerlegt und diese miteinander verglichen. Um der Frage nachzugehen, warum es in Deutschland deutliche Unterschiede in der Lebenserwartung gibt, wurde die Sterblichkeit auf der Suche nach der Todesursache in den einzelnen Clustern miteinander verglichen. Das Ergebnis des Vergleichs ist auch für die Forscher überraschend, denn die Ursache für eine geringe Lebenserwartung ähnelt sich in allen Clustern.

"Der größte Anteil entfällt auf Herz- und Kreislauferkrankungen - die sogenannte kardiovaskuläre Sterblichkeit. Dahinter folgen Krebs - hierbei vor allem der gefürchtete Lungenkrebs - und Atemwegserkrankungen." In einigen Clustern kommen dann vermehrt Tod durch Alkoholkonsum und externe Todesursachen, zum Beispiel durch Unfälle, hinzu.

Problemfelder für die Regionalpolitik

Die Ursachen ließen sich, wenn es nach den Forschern geht, jedoch verändern. "Regionale Unterschiede in der Lebenserwartung zeigen immer auch Problemfelder für die Regionalpolitik, die Gesundheitsplanung und Gesundheitsversorgung vor Ort auf." Ziel ist es, mit weiteren Forschungen das Zusammenspiel von Individual- und Regionalfaktoren zu erkennen und mit adäquaten Maßnahmen anzugleichen, "damit die Bewohner auf Rügen irgendwann genauso viel vom Leben erwarten dürfen wie die Menschen in Freiburg."

Lydia Stübler | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.demogr.mpg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht 3, 2, 1, meins: Kaufentscheidungen im Labor erforscht
28.08.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um
26.05.2017 | Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie