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Wo endet der Alpenraum?

11.12.2013
Betrachtet man, wie die Bevölkerung in Europas Gemeinden zu- und abnimmt, hebt sich der Alpenraum im Vergleich zu den angrenzenden Gebieten nicht ab.

Dies zeigt eine neue Karte, die das EURAC-Institut für Regionalentwicklung und Standortmanagement ausgearbeitet und vor Kurzem ins Netz gestellt hat. Dazu haben die Wissenschaftler des Instituts Daten von rund 40.000 Gemeinden in 13 Ländern verarbeitet. Die Karte gibt einen detaillierten Überblick darüber, wo die Bevölkerung in den vergangenen zehn Jahren zu- und abgenommen hat, nicht nur für jede einzelne Gemeinde der Alpen, sondern auch für die angrenzenden Länder.


Karte mit demografischer Entwicklung (rot: Zunahme, blau: Abnahme)

In Europa bedeutet überdurchschnittliches demographisches Wachstum zumeist auch wirtschaftliche Stärke, weil es ein Ausdruck davon ist, wo Menschen hinziehen und Familien gründen. Der Indikator „Bevölkerungswachstum“ kann somit auch Auskunft darüber geben, wie sich ökonomische Stärke und Schwäche räumlich verteilen.

Die neue Karte zeigt bekannte Ergebnisse, ermöglicht aber auch eine neue Sicht: Aus europäischer Perspektive schwächt sich die Besonderheit der Alpen ab. Es treten die bekannten europäischen Wachstumszentren – Metropolregionen wie etwa Mailand, Zürich oder München - hervor, die auch große Teile des Alpenraumes miteinbeziehen.

Die Karte zeigt auch, dass bei der Beurteilung von Bevölkerungswachstum und –rückgang im Alpenraum nationale Unterschiede stärker berücksichtigt werden müssen. Das zeigt sich am Beispiel des französischen Alpenraums, dessen demografische Entwicklung sich stark von den umliegenden Ländern abgrenzt. Gleichzeitig bedeutet Bevölkerungswachstum nicht automatisch wirtschaftliche Stärke.

So ist Lothringen von andauernden Arbeitsplatzverlusten betroffen, verzeichnet aber dennoch einen Bevölkerungswachstum, da es im Einflussbereich der wachsenden Metropole Luxemburg liegt. Und schließlich gibt es im Untersuchungszeitraum nach wie vor (und wieder) Regionen des flächenhaften Bevölkerungsrückgangs. Dieser Prozess ist aber nicht auf die Alpen beschränkt.

Die Befunde werfen neu die Frage auf, wie sinnvoll bestehende Abgrenzungen des Alpenraumes sind und wo sie liegen sollten. Es stellt sich gleichzeitig die Frage, wie die Besonderheiten des Alpenraumes neu zu definieren sind und wie die Interessen der dort lebenden Einwohner und Wirtschaftsakteure auch in Zukunft am besten gewahrt werden können.

Das EURAC-Institut für Regionalentwicklung und Standortmanagement plant weitere Karten auf der Basis dieser Abgrenzung, in denen es der Frage nachgeht, wie sich der Alpenraum im Vergleich zum Rest Europas entwickelt.

Laura Defranceschi | idw
Weitere Informationen:
http://www.eurac.edu/de/research/institutes/regionaldevelopment/Projects/ExtendedAlps/default.html

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