Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Eingebürgerte Migranten sind erfolgreicher am Arbeitsmarkt

16.10.2008
Migranten mit deutscher Staatsangehörigkeit erreichen höhere Bildungsabschlüsse und haben mehr beruflichen Erfolg als nicht eingebürgerte Migranten.

Aus einer am Donnerstag veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) geht jedoch auch hervor: Selbst bei gleichen Ausbildungsabschlüssen haben Migranten schlechtere Arbeitsmarktchancen als Deutsche - und junge Türken sind besonders benachteiligt.

Das IAB hat in der Studie die Bildungsabschlüsse und Arbeitsmarktsituation von 26- bis 35-Jährigen untersucht, die in Deutschland zur Schule gegangen sind. Bei den eingebürgerten Migranten ist der Anteil derer, die keinen Schulabschluss vorweisen können, deutlich geringer als bei ihren Landsleuten ohne deutschen Pass. Junge Türken sind hier am schlechtesten gestellt. 13 Prozent von ihnen haben keinen Schulabschluss - aber nur acht Prozent der eingebürgerten Türken, sieben Prozent der sonstigen Ausländer, drei Prozent der eingebürgerten sonstigen Ausländer und zwei Prozent der Deutschen ohne Migrationshintergrund.

Die geringere Bildung wirkt sich auf die gesamte weitere Karriere aus. Mehr als die Hälfte der in Deutschland lebenden türkischen Staatsbürger im Alter von 26 bis 35 hat keine abgeschlossene Berufsausbildung, während dies bei eingebürgerten Türken nur für ein Drittel gilt.

Auch alle anderen Zuwanderergruppen absolvieren seltener eine Ausbildung, wenn sie keinen deutschen Pass besitzen: 30 Prozent der Nicht-Eingebürgerten gegenüber 21 Prozent der Eingebürgerten verfügen über keinen beruflichen Abschluss. Bei Deutschen ohne Migrationshintergrund trifft das nur auf 12 Prozent zu. Schul- und Ausbildungsabschlüsse seien aber die wichtigsten Schlüssel für die Arbeitsmarktintegration, betont der Arbeitsmarktforscher Holger Seibert in der IAB-Studie.

Deutsche türkischer Herkunft erzielen durch eine Ausbildung die größten Zugewinne

Schließen sie eine berufliche Ausbildung ab, gewinnen Eingebürgerte türkischer Herkunft am meisten. Mit beruflichem Abschluss sind sie zu 86 Prozent erwerbstätig, ohne beruflichen Abschluss nur zu 66 Prozent. Der Anteil qualifiziert Beschäftigter steigt bei den Deutschen türkischer Herkunft von 27 auf 68 Prozent. Keine andere Gruppe, ob mit oder ohne Migrationshintergrund, profitiert so stark von einer Ausbildung.

Türkische Staatsangehörige sind besonders benachteiligt

Selbst mit abgeschlossener Ausbildung erreichen Migranten jedoch nicht die gleichen Arbeitsmarktpositionen wie Einheimische. Das gilt insbesondere für junge Erwachsene mit türkischer Staatsangehörigkeit: Sie sind häufiger erwerbslos und deutlich seltener qualifiziert tätig als vergleichbar gebildete Deutsche oder Migranten anderer Herkunftsländer. Die besondere Benachteiligung türkischer Staatsangehöriger lasse sich also nur teilweise auf niedrigere oder fehlende Schulabschlüsse zurückführen, so IAB-Forscher Seibert.

Die IAB-Studie im Internet: http://doku.iab.de/kurzber/2008/kb1708.pdf

Wolfgang Braun | idw
Weitere Informationen:
http://doku.iab.de/kurzber/2008/kb1708.pdf
http://www.iab.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Daseinsvorsorge in Stadt und Land sichern
08.11.2017 | Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

nachricht 3, 2, 1, meins: Kaufentscheidungen im Labor erforscht
28.08.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics