Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sprachliche Vielfalt fördern, sprachliche Kompetenzen stärken

16.03.2007
Anlässlich der jüngsten Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Sprachwissenschaft bezogen namhafte Fachvertreter im Rahmen einer Pressekonferenz auch Stellung zu aktuellen bildungspolitischen Fragen.
In allen gesellschaftlichen Zusammenhängen spielt sprachliche Kommunikation eine zentrale Rolle, Sprachkompetenz ist insbesondere an Bildungsprozessen maßgeblich beteiligt. Dabei sind Sprachen keine fixen, unveränderlichen Systeme - sie verändern sich ständig, u. a. durch Kontakt mit anderen Sprachen.

So gerät etwa das Deutsche - besonders in den Großstädten - durch Migration in den Kontakt mit einer Vielzahl von Einwanderersprachen. Die hier resultierende Sprachenvielfalt kann gesellschaftlich wie individuell als Herausforderung begriffen werden, wenn es darum geht, sich über sprachliche und kulturelle Grenzen hinweg zu verständigen und möglichst vielen Menschen eine Teilhabe am sozialen Leben zu ermöglichen; die Vielfalt kann aber auch mit einem Reichtum an Lebensformen und Ausdrucksmöglichkeiten korrespondieren, der eng mit der jeweiligen eigenen Identität verbunden ist und den es - gerade auch in der Schule - zu fördern gilt.

Um zu verhindern, dass Kinder und Jugendliche - mit oder ohne Migrationshintergrund - an sprachlichen Barrieren scheitern, sollten gezielte Fördermaßnahmen das gesamte Altersspektrum vom Eintritt in die vorschulischen Einrichtungen bis hin zur Berufsschule abdecken. Um zugleich Mehrsprachigkeit zu erhalten bzw. stärker zu fördern und so die Integration zu verbessern, gilt es, Maßnahmen wie die folgenden stärker als bisher umzusetzen:

- Grundlegende Stärkung der linguistischen Kompetenzen von Deutschlehrerinnen und Deutschlehrern - dies beinhaltet mehr elementares Wissen über Mehrsprachigkeit, Zweitspracherwerb, unterschiedliche Diskurs- und Texttraditionen, aber auch sichere Kenntnisse des Deutschen, seiner Orthographie, Grammatik und Stilistik

... mehr zu:
»Kompetenz »Mehrsprachigkeit

- (Freizeit-)Projekte, in denen in Gruppen mit Kindern unterschiedlicher Herkunftssprachen, inklusive Muttersprachler(innen) des Deutschen, gearbeitet wird und in denen die Bereitschaft zum Deutschsprechen und Deutschschreiben auf natürliche Weise gefördert und professionell unterstützt wird

- Echte bilinguale Schulprogramme - auch in den Migrationssprachen -, in denen der Unterricht von angemessen ausgebildeten Lehrer(innen) gleichberechtigt in zwei Sprachen erfolgt

Maßnahmen wie die genannten, die sich auf Engagement und Fantasie von Lehrenden und Lernenden stützen, führen allen beteiligten Schüler(inne)n alltagspraktisch vor Augen, dass und wie unsere persönliche und kollektive Identität auf Sprache beruht und dass in der modernen Welt selbstbewusste mehrsprachige Menschen gefragt sind. Der Sprachwissenschaft kann eine Schlüsselrolle zukommen, wenn es darum geht, jenseits politischer Ideologien und einfacher Rezepte auf empirischer Basis konkrete Modelle zu entwickeln und zu bewerten: für Alternativen zum monolingualen Habitus der deutschen Schulen und für eine mehrsprachige Erziehung.

Kontakt:
Dr. Alexandra Zepter (PhD)
Pressesprecherin DGfS
Tel.: 0221-2585009
Fax: 0021-2585010
E-Mail: azepter@worthaus.com

Dr. Alexandra Zepter | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgfs.de

Weitere Berichte zu: Kompetenz Mehrsprachigkeit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um
26.05.2017 | Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften

nachricht Deutschland altert unterschiedlich
22.05.2017 | Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften