Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Der Mensch und die Macht. Aufbruch in die Moderne: Die Entdeckung der Individualität

06.03.2007
Im März 2007 veranstaltet die Europäische Gesellschaft für frühneuzeitliche Philosophie e.V. ESEMP ihren Ersten Internationalen Kongress. Mehrere Kongresssektionen und Workshops befassen sich mit dem Bild vom Menschen, das sich in der Frühen Neuzeit veränderte: Nicht mehr nur Staatskörper und Untertanen waren die Menschen. Sie wurden erstmals gedacht als Individuen mit privatem Denken und Fühlen. Und mit einem Recht auf Schutz und körperliche Unversehrtheit.

Im März 2007 veranstaltet die Europäische Gesellschaft für frühneuzeitliche Philosophie e.V. ESEMP ihren Ersten Internationalen Kongress. Sie unternimmt mit dem Kongress "Aufbruch ins Moderne Europa - Philosophie zwischen 1400 und 1700" eine Gesamtschau auf kulturelle Fundamente unserer europäischen Identität und schafft eine Vernetzung der Forschung zur Frühen Neuzeit. Der Kongress, der in Zusammenarbeit mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut (KWI) Essen vorbereitet wird, untersucht Weichenstellungen in die moderne Welt, die von der zeitgenössischen Philosophie reflektiert wurden. Wissenschaftler aus ganz Europa sind als Referenten und Gäste dabei.

Mehrere Kongresssektionen und Workshops befassen sich mit dem Bild vom Menschen, das sich in der Frühen Neuzeit veränderte: Nicht mehr nur Staatskörper und Untertanen waren die Menschen. Sie wurden erstmals gedacht als Individuen mit privatem Denken und Fühlen. Und mit einem Recht auf Schutz und körperliche Unversehrtheit.

Die Verheerungen des 30-jährigen Krieges und die Religionskriege in England waren es, die den Blick auf Menschen und Macht verändert hatten: So massiv hatten die Heere gewütet, über Jahrzehnte war die Bevölkerung Krieg, Hunger und Krankheit hilflos ausgeliefert. "Es wuchs erstmals ein Bewusstsein dafür, wie verletzlich die Menschen sind und dass der Staat sie zu schützen hat", erklärt Prof. Dr. Michael Hampe von der ETH Zürich. "Diese andere Philosophie der Macht ist eine sehr hohe zivilisatorische Errungenschaft."

Die Verletzlichkeit Einzelner hatte früher keine große Rolle gespielt, und sie tut es auch heute nicht in unaufgeklärten Gesellschaften und unter religiösen Fanatikern: "Die Auffassung, dass das eigene Leben und das Leben Unbeteiligter zu opfern ist, beispielsweise um einen bestimmten Lebensstil zu bekämpfen, ist eine vormoderne Ansicht", so Hampe. Mit der Philosophie der Aufklärung und der Verantwortung für das eigene Leben, die auch der Protestantismus jedem einzelnen abverlangt, hat Europa sich davon entfernt.

Denn die aufgeklärte Bürgergesellschaft gründet auf individuellen Entscheidungen; selbst die kapitalistische Wirtschaftstheorie geht seit Adam Smith von individuellen Marktteilnehmern aus, die zu ihrem eigenen Vorteil handeln.

Natürlich ist Individualisierung eine ambivalente Entwicklung. Körperliche Unversehrtheit und Schutz, persönliche Freiheiten und Entfaltungsmöglichkeiten können ihre Kehrseite finden in übersteigertem Materialismus, zerbrechenden familiären Werten und aussterbenden Traditionen. Bedroht werden sie heute jedoch vor allem davon, dass vormoderne Weltanschauungen das Recht auf körperliche Unversehrtheit nicht kennen.

Fundamente dieses Konflikts beleuchtet der Kongress "Aufbruch ins Moderne Europa".

Aufbruch ins moderne Europa - Philosophie zwischen 1400 und 1700
26.-30. März 2007, Haus der Technik, Hollestraße 1, 45127 Essen
Schirmherr ist der Minister für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie des Landes Nordrhein-Westfalen, Prof. Dr. Andreas Pinkwart. Der Kongress wird gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Thalia, der WAZ-Mediengruppe und der Gesellschaft der Freunde der FernUniversität e.V.
Weitere Informationen:
FernUniversität in Hagen
ESEMP Kongressbüro
Institut für Philosophie
Universitätsstraße 41
58084 Hagen
E-Mail kongress2007-esemp@fernuni-hagen.de
Prof. Dr. Michael Hampe
ETH Zürich
Telefon 0041-44-632-3040
E-Mail hampe@phil.gess.ethz.ch
Aufbereitete Themen:
Wachstum als Tugend, Wachstum als Sünde: Die beginnende Marktwirtschaft
Die Geburt des Nationalstaats: Die Freiheit im neutralen Staat
Anspruch und Realität der Wissenschaft: Empirische Forschung in der Frühen Neuzeit

Europäer in China und Südamerika: Eine Außensicht auf unseren Kontinent

Susanne Bossemeyer | idw
Weitere Informationen:
http://www.kongress.esemp.de
http://www.fernuni-hagen.de/

Weitere Berichte zu: Aufbruch Kongresssektion Neuzeit Staatskörper Workshops

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Mathematische Algorithmen berechnen soziales Verhalten
14.11.2016 | Technische Universität München

nachricht Schrumpfende Gesellschaften: Welcher Umgang mit den Folgen des demografischen Wandels?
18.10.2016 | Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltweit erste Solarstraße in Frankreich eingeweiht

16.01.2017 | Energie und Elektrotechnik

Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Vermeintlich junger Stern entpuppt sich als galaktischer Greis

16.01.2017 | Physik Astronomie