Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Starke Soziologie in der Leibniz-Gemeinschaft

21.04.2008
Die Leibniz-Serviceeinrichtung "Sozio-oekonomisches Panel (SOEP)" gehört zu den forschungsstärksten drei Soziologie-Einrichtungen in Deutschland. Das hat ein Rating des Wissenschaftsrates ergeben, das jüngst veröffentlicht wurde.

Der Wissenschaftsrat hat die Forschungsqualität des "Sozio-oekonomischen Panels" (SOEP) als exzellent bewertet. "Das Rating der Soziologie in Deutschland zeigt eindrucksvoll, dass sehr guter wissenschaftlicher Service und Beratung mit exzellenter Forschungsqualität verbunden sein kann - und sollte", kommentierte der Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, Ernst Th. Rietschel, das Ergebnis.

Das SOEP ist eine Leibniz-Serviceeinrichtung. Nur noch zwei weitere Einrichtungen in Deutschland erreichen diese Spitzenbewertung: das Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung (Köln) und die Universität Mannheim.

Der Wissenschaftsrat erstellte 2007 und 2008 erstmals ein "Forschungsrating", das heißt, er evaluierte die Forschungsleistung in den Fächern Chemie und Soziologie. Da die am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) angesiedelte Serviceeinrichtung SOEP überwiegend soziologische Forschungsarbeiten, unter Einschluss der Methodik empirischer Forschung, durchführt, wurde sie mit ihrem gesamten Forschungs-Output in das Soziologie-Rating einbezogen.

Das SOEP stellt Daten für viele sozial-, wirtschafts- und verhaltenswissenschaftliche Disziplinen bereit und ist ein Beispiel für eine interdisziplinäre Forschungseinheit, wie sie gerade in außeruniversitären Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft häufiger zu finden sind.

"Auch unsere eher ökonomisch ausgerichteten Forschungsarbeiten haben sicherlich mit zu dem exzellenten Ergebnis beigetragen, das der Wissenschaftsrat festgestellt hat", erklärt dazu der Leiter des SOEP, Professor Gert G. Wagner. Er fügt hinzu: "Interdisziplinäre Arbeit ist ja gerade für Leibniz-Institute typisch." Forschungsthemen des SOEP sind zum Beispiel Bildungsmobilität, Verteilung sozialer Schichten und der Einkommen, Armut und Reichtum, Integration von Zuwanderern, Wohnqualität, und Lebenszufriedenheit.

Auch zwei Abteilungen des Wissenszentrums Berlin (WZB) wurden evaluiert. Auch das WZB ist eine Einrichtung der Leibniz-Gemeinschaft evaluiert. Die soziologische Forschungsqualität wurde mit "gut" bewertet, im Bereich Wissensvermittlung und -verbreitung erreichte das WZB die Höchstnote ("überdurchschnittlich").

Die unabhängige Bewertungsgruppe des Wissenschaftsrates unter dem Vorsitz von Friedhelm Neidhardt (ehemals WZB) hat 54 Universitäten und drei außeruniversitäre Einrichtungen mit insgesamt 254 Soziologie-Einheiten bewertet. In nur drei der 57 Einrichtungen wurde die Forschungsqualität insgesamt mit exzellent bewertet.

Innerhalb der einzelnen Bewertungskategorien hat der Wissenschaftsrat keine weitere Reihung vorgenommen. Das Ergebnis des Ratings bestätigt, dass die Serviceeinrichtung SOEP zugleich auf höchstem Niveau forscht.

"Bei der Nachwuchsarbeit schneiden wir mit der Note ,gut' zwar zufriedenstellend, aber doch nur durchschnittlich ab", erklärt SOEP-Leiter Gert G. Wagner. "Im Interesse des Nachwuchses wollen wir unsere Zusammenarbeit mit den Berliner Universitäten gezielt intensivieren. Die Leibniz-Gemeinschaft unterstützt uns darin vorbildlich."

Der Wissenschaftsrat hat insgesamt fünf verschiedene Kriterien bewertet. Dabei schneidet das SOEP wie folgt ab:

o Forschungsqualität: exzellent
o Impact (absolute Sichtbarkeit des Forschungsoutputs; ein auch von der Größe einer Einrichtung abhängiger Indikator): sehr gut
o Effizienz (Impact durch Mitarbeiterzahl): exzellent
o Nachwuchsförderung: gut
o Transfer in andere gesellschaftliche Bereiche: überdurchschnittlich (das ist die höchste Kategorie, die für dieses - schwer messbare - Kriterium vergeben wurde)

o Wissensverbreitung: überdurchschnittlich (das ist die höchste Kategorie, die für dieses - schwer messbare - Kriterium vergeben wurde)

Für weitere Auskünfte stehen der Leiter des SOEP, Gert G. Wagner, Lehrstuhlinhaber für Empirische Wirtschaftsforschung an der TU Berlin, und Jürgen Schupp, Honorarprofessor für Soziologie an der FU Berlin, zur Verfügung (Tel. 030 89 78 92 83 und 030 / 89 78 92 38).

Kontakt
Leibniz-Gemeinschaft
Josef Zens
Schützenstraße 6a
10117 Berlin
Tel.: + 49 (0) 30 20 60 49-42
Fax: + 49 (0) 30 20 60 49-55
E-Mail: zens@leibniz-gemeinschaft.de
Zur Leibniz-Gemeinschaft gehören 82 außeruniversitäre Forschungsinstitute und Serviceeinrichtungen für die Wissenschaft sowie sechs assoziierte Mitglieder. Leibniz-Institute bearbeiten gesamtgesellschaftlich relevante Fragestellungen strategisch und themenorientiert. Dabei bedienen sie sich verschiedener Forschungstypen wie Grundlagen-, Groß- und anwendungsorientierter Forschung.

Sie legen neben der Forschung großen Wert auf wissenschaftliche Dienstleistungen sowie Wissenstransfer in Richtung Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Die Institute beschäftigen rund 13.700 Mitarbeiter, ihr Gesamtetat beträgt etwa 1,1 Milliarden Euro. Sie werden gemeinsam von Bund und Ländern finanziert.

Josef Zens | idw
Weitere Informationen:
http://www.leibniz-gemeinschaft.de

Weitere Berichte zu: Forschungsqualität SOEP Soziologie WZB Wissenschaftsrat

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Gesellschaftswissenschaften:

nachricht Mathematische Algorithmen berechnen soziales Verhalten
14.11.2016 | Technische Universität München

nachricht Schrumpfende Gesellschaften: Welcher Umgang mit den Folgen des demografischen Wandels?
18.10.2016 | Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Gesellschaftswissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie