Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forscher korrigieren falsche Temperatur-Messdaten

02.11.2009
Wiener Meteorologe liefert weitere Beweise für Klimawandel

Ein Wiener Klimaforscher hat neue Erkenntnisse geliefert, um Gegnern der Treibhauseffekt-Theorie den Wind aus den Segeln zu nehmen. Die häufig verwendete Argumentation der Diskrepanzen zwischen Klimamodellen und tatsächlichen Daten aus den Messungen der Radiosonden (Wetterballons) ist nicht auf fehlerhafte Modelle zurückzuführen. Die Ursache liege bei Fehlern der gemessenen Daten, meint Leopold Haimberger, Klimaforscher an der Universität Wien gegenüber pressetext.

"Die Unstimmigkeiten ergeben sich bereits daraus, wenn man die Satellitendaten mit jenen der Radiosonden, die mit Hilfe von Wetterballons hoch in die Stratosphäre transportiert werden, vergleicht", so Haimberger. Da man inzwischen auch weiß, wie die Vertikalstrukturen der Temperaturtrends aussehen müssen, könne man recht schnell Diskrepanzen feststellen, so der Meteorologe. Einen weiteren Hinweis liefern auch noch Messungsvergleiche aus Radiosonden der damaligen Zeit mit jenen der Jetztzeit.

Messgeräte immer präziser

"Vor allem in der Anfangszeit des Einsatzes von Radiosonden in der Meteorologie sind die Fehler passiert", erklärt der Forscher. Die Radiosonden, die seit den 60er Jahren verwendet werden, messen beim Aufstieg Temperatur, Luftdruck und Luftfeuchtigkeit. "Seit damals hat sich die Instrumentierung der Geräte wesentlich verbessert und die Messungen sind immer präziser geworden", so der Meteorologe. "Um genaue Ergebnissen im Bereich des Klimawandels zu erzielen, ist eine sehr gute Messqualität erforderlich."

"Zum Beispiel haben sich die Sonden zu Beginn der Aufzeichnungen oft in der Sonne erhitzt und daher zu hohe Temperaturen angezeigt", erklärt Haimberger. "Heute weiß man darum, und beugt solchen potenziellen Fehlerquellen bereits bei der Messung vor." Interessanterweise verschwinde die beschriebene Diskrepanz zwischen Simulation und empirischer Beobachtung, wenn diese systematischen Fehler bei der Dateninterpretation berücksichtigt werden.

Korrektur von tausenden Messergebnissen

Ziel des seit Juli 2009 laufenden FWF-Projekts unter der Leitung des Meteorologen ist es, die Radiosondenzeitreihen der letzten 50 Jahre zu korrigieren. "Um diese Diskrepanzen ausfindig zu machen, vergleichen wir die Daten einer Wetterstation mit jenen ihrer Nachbarstationen. Die Differenz sollte eigentlich nicht mehr als ein 'statistisches Rauschen' betragen", so Haimberger. Doch es gebe immer wieder abrupte Sprünge, die Hinweise auf eine Verfälschung liefern.

Die auf diese Weise ermittelten Fehler werden mit Hilfe von Durchschnittswerten aus den Messungen der benachbarten Stationen korrigiert. Dafür hat der Wissenschaftler das Korrekturprogramm "RAOBCORE - Radiosonde Observation Correction using Reanalyses" entwickelt. Arbeit wartet auf die Forscher genug, denn weltweit gibt es an die 1.000 Wetterstationen und geschätzte fünf- bis zehntausend Fehler im globalen Radiosondennetz.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.univie.ac.at
http://homepage.univie.ac.at/leopold.haimberger

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Meeresforschung in Echtzeit verfolgen
22.02.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

nachricht Weniger Sauerstoff in allen Meeren
16.02.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Proteine Zellmembranen verformen

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor Oliver Daumke vom MDC erforscht. Er und sein Team haben nun aufgeklärt, wie sich diese Proteine auf der Oberfläche von Zellen zusammenlagern und dadurch deren Außenhaut verformen.

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor...

Im Focus: Safe glide at total engine failure with ELA-inside

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded after a glide flight with an Airbus A320 in ditching on the Hudson River. All 155 people on board were saved.

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded...

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Poseidon goes Politics – Wer oder was regiert die Ozeane?

27.02.2017 | Veranstaltungen

Fachtagung Rapid Prototyping 2017 – Innovationen in Entwicklung und Produktion

27.02.2017 | Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Herz-Untersuchung: Kontrastmittel sparen mit dem Mini-Teilchenbeschleuniger

27.02.2017 | Medizintechnik

Neue Maßstäbe für eine bessere Wasserqualität in Europa

27.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wenn der Schmerz keine Worte findet - Künstliche Intelligenz zur automatisierten Schmerzerkennung

27.02.2017 | Medizintechnik