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Klimawandel als Chance?

28.02.2007
Forscher der TU Darmstadt raten Regionen zur schnellen Anpassung. Projekt KLARA-Net präsentiert sich in Berlin im Rahmen der Forschungsoffensive "klimazwei".

Spätestens der 4. IPCC Bericht hat die Diskussionen rund um das Thema Klimawandel wieder neu aufgeheizt. Die Chancen des Wandels sehen bislang jedoch nur wenige: "Der Klimawandel wird in der Regel als Bedrohung gesehen, doch man kann ihn auch als Chance begreifen", sagt Prof. Hans Reiner Böhm von der TU Darmstadt.

Er ist Leiter des Pilotprojektes KLARA-Net, einer Klima-Initiative für die Region Starkenburg, südlich von Frankfurt am Main. Sie ist eines der Projekte, die im Rahmen der Förderlinie "klimazwei" vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt werden. Noch bis zum 1. März kommen jetzt in Berlin alle bundesweiten Projektteams zum Auftakt der neuen deutschen Forschungsoffensive zusammen.

KLARA-Net bereitet die Region Starkenburg gemeinsam mit regionalen Akteuren konkret auf die zu erwartenden Klimaveränderungen vor. Die Darmstädter Initiative gehört damit zu den in Berlin vertretenen Projekten, die ihren Schwerpunkt auf ein Anpassen an den kommenden Klimawandel gelegt haben.

Kiwis und Melonen aus dem Odenwald

Mit welchen Klimaveränderungen die Starkenburger rechnen müssen, geht aus neuen Klimadaten des Max-Planck-Institutes für Meteorologie hervor: Wärmere und feuchteren Winter, dafür aber heißeren und trockeneren Sommer. Hitzewellen werden genauso zunehmen wie starke Niederschläge und Stürme. Auf diese Prognosen soll mit neuen Produkten reagieren werden. Im Odenwald werde zum Beispiel überlegt, mit Schneekanonen stärker in den Wintersport zu investieren, berichtet Lena Herlitzius von der TU Darmstadt. Der sinkenden Schneesicherheit stehe die Hoffnung eines boomenden Mittelgebirgstourismus gegenüber. Denn wenn es woanders zu heiß wird, sei beispielsweise der Odenwald ein willkommenes Ziel für "abwandernde" Mittelmeertouristen. Die Starkenburger Bauern planen Feldversuche mit neuen Kulturpflanzen. Sie hoffen, durch die größere Hitze Früchte wie Melonen und Kiwis anbauen zu können. Und: Merlot oder Cabernet Sauvignon könnten schon bald zu typisch deutschen Wein-Marken werden.

Medienkontakt: Dipl.-Ing. Lena Herlitzius,
l.herlitzius@iwar.tu-darmstadt.de
Telefon: 06151/16-6862

Lars A. Rosumek | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-darmstadt.de
http://www.iwar.bauing.tu-darmstadt.de/umwr/Deutsch/forschung/lu-KLARA01.htm

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