Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Rettung kulturellen Erbes

19.09.2001


An die 30 Geophysiker aus Europa und Afrika treffen sich in Leoben (Österreich), um ein Netzwerk-Projekt der EU festzulegen. Ziel ist die Rettung kulturellen Erbes.



Junge Wissenschaftler im Bereich der Paläomagnetik weiterzubilden ist das Ziel des EU-Projektes "Archaeomagnetic Application for Rescue Cultural Heritage" (AARCH 2001). Für die inhaltliche Festlegung dieses Ausbildungsnetzwerkes treffen sich von 24. bis 27. September knapp 30 Spezia-listen aus zwölf europäischen Staaten und Ägypten an der österreichischen Montanuniversität Leoben.



Der Grund für den Treffpunkt Leoben ist das Paläomagnetik-Labor Gams bei Frohnleiten, das als Einrichtung des Institutes für Geophysik der Montanuniversität zu den Spitzenlabors in Europa zählt.

Den Paläomagnetikern geht es um eine möglichst genaue Datierung archäologischer Funde. Ziel von Professor Dr. Hermann Mauritsch vom Institut für Geophysik ist es, dass bei historisch be-deutsamen Funden "alles an wissenschaftlichen Informationen sinnvoll erfasst wird". "Leider", bedauert Mauritsch, "wird das bei historischen Funden zu oft vergessen. So gehen viele Informati-onen verloren."

Die Paläomagnetiker, Spezialisten aus dem Fachbereich der Geophysik, streben eine gültige Eich-kurve über die Änderungen des Magnetfeldes der Erde an, um damit zur Datierung archäologi-scher Objekte beizutragen. Durch den Vergleich einzelner Messergebnisse von unterschiedlichen archäologischen Objekten, wie zum Beispiel keltischen Schmelzplätzen, römischen Mauerziegeln oder Münzen, mit der Eichkurve kann das Alter des letzten Schmelzprozesses, des Brennens der Mauerziegel oder des Gießens der Münzen bestimmt werden.

Die Paläomagnetik bedient sich dabei der "remanenten Magnetisierung", die beim Schmelzen, beim Brennen oder beim Gießen unter der Wirkung des Erdmagnetfeldes verursacht wird. Die Stärke und Richtung des Erdmagnetfeldes an einer bestimmten Lokalität wird beim Abkühlprozess "eingefroren".

Das Ausbildungsnetzwerk der EU soll Nachwuchs-Geophysikern, -Geowissenschaftern, -Archäologen und -Geochemikern diesen Wissensbereich näher bringen. Acht Kernlabors, darun-ter jenes der Montanuniversität, beteiligen sich an diesem Programm. Mit der Ausbildung der Pa-läomagnetiker geht auch der Wunsch einher, kulturelles Erbe im Sinne einer umfassenden Siche-rung aller wissenschaftlich relevanten Informationen zu retten. "Wenn Spezialisten", so der Leo-bener Geophysiker Mauritsch, "rechtzeitigen Zugang zu historischen Fundplätzen haben, können wertvolle wissenschaftliche Informationen über unsere Vergangenheit gewonnen werden". Der Besuch des Magdalensberges sowie der Schmelzplätze in der Eisenerzer Ramsau bilden den prak-tisch-wissenschaftlichen Schwerpunkt des Treffens der Paläomagnetiker in der Steiermark.

Weitere Informationen:
Univ.-Prof. Dr. Hermann Mauritsch, Institut für Geophysik der Montanuniversität Leoben, Tel. (03842) 402-864, E-Mail: hermann.mauritsch@notes.unileoben.ac.at


Magister Thomas Winkler | idw
Weitere Informationen:
http://www.unileoben.ac.at/institute/geophwww.htm

Weitere Berichte zu: Erdmagnetfeld Geophysik Paläomagnetik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht In Zeiten des Klimawandels: Was die Farbe eines Sees über seinen Zustand verrät
21.09.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

nachricht Der Salzwasser-Wächter auf der Darßer Schwelle
19.09.2017 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

23. Baltic Sea Forum am 11. und 12. Oktober nimmt Wirtschaftspartner Finnland in den Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

6. Stralsunder IT-Sicherheitskonferenz im Zeichen von Smart Home

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

OLED auf hauchdünnem Edelstahl

21.09.2017 | Messenachrichten

Weniger (Flug-)Lärm dank Mathematik

21.09.2017 | Physik Astronomie

In Zeiten des Klimawandels: Was die Farbe eines Sees über seinen Zustand verrät

21.09.2017 | Geowissenschaften