Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wohin verschwindet der ganze Kohlenstoff?

17.08.2004


Es gibt Hinweise dafür, dass die Weltmeere das globale Klima vor steigenden Kohlendioxidkonzentrationen in der Atmosphäre schützen können. Die Ergebnisse von europäischen Meeresforschern unterstreichen diese vielversprechende Theorie.



Die Hinweise auf eine globale Erwärmung durch die steigenden Konzentrationen von Treibhausgasen nehmen zu. Kohlendioxid ist das wichtigste Treibhausgas. Hauptursache für die Entstehung ist die Verbrennung von fossilen Kraftstoffen zur Energieerzeugung, für Transportzwecke und industrielle Bedürfnisse. Aber auch Abholzung sowie Verbrennung von Biomasse spielen eine Rolle. Daher ist ein Verständnis des globalen Kohlenstoffzykluses unerlässlich, wenn eine Lösung zur Vermeidung steigender globaler Temperaturen gefunden werden soll.



Die Ozeane nehmen innerhalb des globalen Kohlenstoffzykluses eine Schlüsselrolle ein. Atmosphärisches Kohlendioxid wird an der Grenze zwischen Luft und Meer absorbiert und ein Teil davon wird in gelösten anorganischen Kohlenstoff umgewandelt. Der gelöste anorganische Kohlenstoff wird anschließend über große Zeitspannen hinweg durch Strömungen zum Meeresboden transportiert. Außerdem wird Kohlendioxid von Zooplankton aufgenommen, das in die Nahrungskette des Ozeans eingeleitet wird. Das führt zu einer weiteren Absorption.

Wissenschaftler haben schon lange versucht, die Kapazität der Weltmeere für eine Aufnahme von Kohlendioxid zu modellieren. Pläne für die künstliche Injektion von Kohlendioxid tief unter dem Wasser werden ebenfalls untersucht. Für eine Lösung solcher Fragen greifen Wissenschaftler auf Kohlenstoffzyklusmodelle für Meere zurück. In der zweiten Phase des "Ocean Carbon-Cycle Model Intercomparison" Projekts (OCMIP-2) fanden sich 13 verschiedene Modelliergruppen zusammen. Das innerhalb des ENV 2C-Programms durchgeführte GOSAC-Projekt (Global Ocean Storage of Anthropogenic Carbon) diente der Finanzierung der sieben europäischen OCMIP-2-Partner.

Eine Reihe von Untersuchungen wurden durchgeführt, um die wichtigsten Komponenten der Modelle bewerten zu können. Simulationen des Kohlendioxidflusses zwischen Luft und Meer wurden mit aus Datenbanken abgeleiteten Schätzungen verglichen. Zonale (longitudinale) jährliche Mittelwerte wurden im Gegensatz zu zonalen und saisonalen Abweichungen ordnungsgemäß reproduziert. Auf der anderen Seite konnte die Menge und die Verteilung von natürlichem Kohlenstoff-14 mit allen Modellen optimal nachgebildet werden, wobei im Pazifik geringfügig bessere Ergebnisse als im Atlantik realisiert wurden. Während der Ausführung dieser Aufgabe wurden neue diagnostische Techniken entwickelt, die für zukünftige Arbeiten nützlich sein werden.

Aufbauend auf diesen positiven Ergebnissen wurden die Modelle angewendet, um die vollständige Kohlenstoffaufnahme durch Ozeane über die Jahrzehnte hinweg zu berechnen. Die Ergebnisse erwiesen sich als sehr interessant, wobei die Kohlenstoffaufnahme zwischen den 80ern und 90ern des 20. Jahrhunderts deutlich gestiegen ist. Dieses Ergebnis widerspricht den Ergebnissen des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), bei dem für den gleichen Zeitraum eine Abnahme vorhergesagt wurde. Der Koordinator von OCMIP-2, Dr. James Orr, ist überzeugt, dass die OCMIP-2-Ergebnisse genauer als die von IPCC sind. Das ergibt sich aus der guten Übereinstimmung der OCMIP-2-Modelle mit den C-14- und CFC-11-Daten. Die dritte Phase des Projekts, OCMIP-3, hat begonnen und ist auf weitere Modellverbesserungen gerichtet.

Kontakt:

Dr.James Opr
LSCE/CEA SACLAY (IPSL)
Bat. 709 L’Orme
91191 Gif-Sur-Yvette, Frankreich
Tel: +33-1-69-087723
Fax: +33-1-69-087716
Email: orr@cea.fr

Dr.James Opr | ctm
Weitere Informationen:
http://www.lsce.cnrs-gif.fr

Weitere Berichte zu: IPCC Kohlendioxid Kohlenstoff Verbrennung Weltmeer

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Meeresforschung in Echtzeit verfolgen
22.02.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

nachricht Weniger Sauerstoff in allen Meeren
16.02.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie