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Hurrikan Charleys Route verwundert Forscher

17.08.2004


Wirbelstürme bleiben trotz intensiver Anstrengungen rätselhaft



Nicht der Wirbelsturm Charley per se macht den Forschern einiges Kopfzerbrechen: Viel mehr ist es Charleys scharfe Kurve, die dazu führte, dass die Küstenstadt Punta Gorda mit Windspitzen von rund 260 km/h vollkommen zerstört wurde. Innerhalb von Minuten hatte der Hurrikan seine Richtung gewechselt und damit mindestens 20 Menschenleben und Millionenschäden angerichtet, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist.



"Wir rätseln immer noch, warum es zu einer plötzlichen Intensivierung und einem Abgleiten des Kurses des Wirbelsturmes kam", so Mark Saunders, Wirbelsturm-Fachmann vom Benfield Hazard Centre am University College in London. Klimaforscher verwenden bei der Berechnung solcher tropischen Stürme verschiedene physikalische Parameter wie Oberflächen-Temperatur des Wassers, Windgeschwindigkeit und Richtung um den Weg und die Kraft von solchen Hurrikans zu bestimmen. Bis zu fünf Tage im Voraus lassen sich damit die Stürme vorhersagen. "Aber", so Saunders, "sie bleiben immer noch unberechenbar."

Für die großräumigen Vorhersagen ob die Hurrikan-Saison heftig wird oder nicht zählen vor allem die Parameter Oberflächen-Temperaturen des Atlantik zwischen Afrika und der Karibik und die Intensität des Ost-West-Passats und daraus resultierend die Wirbelbewegung. In dieser Saison erwarten die Meteorologen insgesamt acht Hurrikans, die auch die USA treffen werden, so Saunders. Weitere Zerstörungen wird etwa der vierte Hurrikan Earl bringen: Er wird noch in dieser Woche in Zentralamerika, nördlich von Belize Verwüstungen anrichten. In weiterer Folge sollte er über dem Golf von Mexiko schwächer werden.

Zwar sehen die Forscher keinen unmittelbaren Zusammenhang zwischen der Wirbelsturmaktivität und der globalen Erwärmung, dennoch gibt es Experten, die davon ausgehen, dass es einen solchen gibt. In den vergangenen Jahren konnten die Meteorologen eine Verringerung von Hurrikans verzeichnen. Durchschnittlich sind es 1,6 solcher Stürme in den USA pro Jahr. In den vergangenen vier Jahren waren aber nur drei Hurrikans aufgetreten.

Charley war ein Hurrikan der "Kategorie 4" und der schlimmste Wirbelsturm seit Andrew 1992. Charley war allerdings kleiner in seiner Ausdehnung - mit einem Durchmesser von nur 160 Kilometer, aber einer auftürmenden Höhe von mindestens 3.000 Metern. Die statistische "Hurricane-Season" beginnt im Juni und endet im November. Spitzenaktivitäten sind August bis Oktober.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.benfieldhrc.org

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