Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Steter Druck zerreißt den Stein

29.03.2004


Ein dreidimensionales Abbild des Meeresbodens vor der kanadischen Westküste, das Bremer Wissenschaftler unlängst veröffentlichten, hilft ein altes Puzzle zusammenzusetzen. Die Bremer zeigten mit dieser Abbildung wie hoher Flüssigkeitsdruck in den Poren des Bodens die umgebenden Sedimentgesteine auseinanderdrückt. Damit bestätigten sie eine lange gehegte Theorie. Bei diesem Hydraulic-Fracturing genannten Prozess entweicht explosionsartig eine Mischung aus Schlamm, Wasser und Kohlenwasserstoffen, z.B. Methan aus dem Meeresboden. Wie die Geophysiker Lars Zühlsdorff und Volkhard Spieß kürzlich in der angesehenen Fachzeitschrift Geology berichteten, hinterlässt dieser zyklisch wiederkehrende Prozess am Meeresgrund Narben in Form von lang gestreckten Kratern, die in den 3D-Daten deutlich zu erkennen sind.



In den oberen Schichten des Meeresbodens lagern an manchen Stellen gigantische Mengen von Methan. Doch nur bei ganz bestimmten Druck und Temperaturbedingungen verbinden sich Wasser und Methangas zu einer eisähnlichen Substanz, die als Methan-Hydrat oder Methan-Eis bekannt ist. Unter der Methan-Eisschicht ist es zu warm, als das Methan-Eis stabil wäre. Hier liegt das Methangas frei vor. Forscher beobachten immer wieder, dass freies Gas durch die darüber liegende Schicht aus Sediment und gefrorenem Gas an die Oberfläche des Meeresbodens gelangt. Die Vorgänge rund um die Methanlagerstätten am Meeresboden erwecken schon seit längerem das Interesse der Forscher, nicht nur, weil Methan ein 60-mal wirksameres Treibhausgas als Kohlendioxid ist, sondern weil das Methan am Meeresboden vermutlich genauso viel Energie enthält, wie alle bisher bekannten Erdöl- und Gasvorkommen zusammen.

... mehr zu:
»Meeresboden »Methan »Methangas


Bis jetzt wissen die Wissenschaftler aber noch viel zu wenig darüber, wie gasförmiges Methan aus den Tiefen des Meeresbodens ins Wasser gelangt. "Wir haben mit Schall den Meeresboden sehr intensiv vermessen und haben aus den gewonnen Daten eine detaillierte, dreidimensionale Abbildung der Aufstiegszone samt Oberflächenkrater konstruiert. Sie zeigt erstmals deutlich geologische Strukturen, die entstehen, wenn sich eingeschlossene Gase und Flüssigkeiten unter hohem Druck gewaltsam aus der Umklammerung ihres umgebenden Gesteins befreien", erklärt Zühlsdorff. "Wir haben jetzt endlich die Beobachtungen von Wissenschaftlern unterschiedlicher Fachrichtungen wie ein Puzzle zu einem stimmigen Ganzen zusammensetzen können. Dabei sind unsere Ergebnisse keinesfalls auf die Westküste Kanadas beschränkt, sondern können auf viele Gebiete mit hohem Druck im Meeresboden übertragen werden, an denen Methangas austreten könnte."

Kontakt: Dr. Lars Zuehlsdorff, Universität Bremen, Fachbereich Geowissenschaften, Tel: 0421 218-7184, Fax: -7179

Kirsten Achenbach | idw
Weitere Informationen:
http://www.ozeanraender.de

Weitere Berichte zu: Meeresboden Methan Methangas

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Eine detaillierte Waldkarte des blauen Planeten
26.09.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

nachricht In Zeiten des Klimawandels: Was die Farbe eines Sees über seinen Zustand verrät
21.09.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die schnellste lichtgetriebene Stromquelle der Welt

Die Stromregelung ist eine der wichtigsten Komponenten moderner Elektronik, denn über schnell angesteuerte Elektronenströme werden Daten und Signale übertragen. Die Ansprüche an die Schnelligkeit der Datenübertragung wachsen dabei beständig. In eine ganz neue Dimension der schnellen Stromregelung sind nun Wissenschaftler der Lehrstühle für Laserphysik und Angewandte Physik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) vorgedrungen. Ihnen ist es gelungen, im „Wundermaterial“ Graphen Elektronenströme innerhalb von einer Femtosekunde in die gewünschte Richtung zu lenken – eine Femtosekunde entspricht dabei dem millionsten Teil einer milliardstel Sekunde.

Der Trick: die Elektronen werden von einer einzigen Schwingung eines Lichtpulses angetrieben. Damit können sie den Vorgang um mehr als das Tausendfache im...

Im Focus: The fastest light-driven current source

Controlling electronic current is essential to modern electronics, as data and signals are transferred by streams of electrons which are controlled at high speed. Demands on transmission speeds are also increasing as technology develops. Scientists from the Chair of Laser Physics and the Chair of Applied Physics at Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) have succeeded in switching on a current with a desired direction in graphene using a single laser pulse within a femtosecond ¬¬ – a femtosecond corresponds to the millionth part of a billionth of a second. This is more than a thousand times faster compared to the most efficient transistors today.

Graphene is up to the job

Im Focus: LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

Auf der diesjährigen productronica in München stellt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT das Laser-Based Tape-Automated Bonding, kurz LaserTAB, vor: Die Aachener Experten zeigen, wie sich dank neuer Optik und Roboter-Unterstützung Batteriezellen und Leistungselektronik effizienter und präziser als bisher lasermikroschweißen lassen.

Auf eine geschickte Kombination von Roboter-Einsatz, Laserscanner mit selbstentwickelter neuer Optik und Prozessüberwachung setzt das Fraunhofer ILT aus Aachen.

Im Focus: LaserTAB: More efficient and precise contacts thanks to human-robot collaboration

At the productronica trade fair in Munich this November, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be presenting Laser-Based Tape-Automated Bonding, LaserTAB for short. The experts from Aachen will be demonstrating how new battery cells and power electronics can be micro-welded more efficiently and precisely than ever before thanks to new optics and robot support.

Fraunhofer ILT from Aachen relies on a clever combination of robotics and a laser scanner with new optics as well as process monitoring, which it has developed...

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Im Spannungsfeld von Biologie und Modellierung

26.09.2017 | Veranstaltungen

Archaeopteryx, Klimawandel und Zugvögel: Deutsche Ornithologen-Gesellschaft tagt an der Uni Halle

26.09.2017 | Veranstaltungen

Unsere Arbeitswelt von morgen – Polarisierendes Thema beim 7. Unternehmertag der HNEE

26.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Europas erste Testumgebung für selbstfahrende Züge entsteht im Burgenland

26.09.2017 | Verkehr Logistik

Nerven steuern die Bakterienbesiedlung des Körpers

26.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit künstlicher Intelligenz zum chemischen Fingerabdruck

26.09.2017 | Biowissenschaften Chemie