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Hessen und Rheinland-Pfalz entwickeln gemeinsam ein großmaßstäbiges Bodeninformationssystem

22.07.2008
Der Boden auf dem wir stehen erfüllt viele Funktionen. Deshalb sind Bodeninformationen auch für alle interessant, die mit und auf dem Boden tätig sind.

Dazu gehören Flächennutzer, Landeigentümer, Behörden, Planungsbüros oder Bauherren. Für eine lokale, flurstücksdifferenzierende Standort- und Bodenfunktionsbewertung gab es bisher keine Flächeninformation im geeigneten Maßstab.

Das Hessische Landesamt für Umwelt und Geologie (HLUG) und das Landesamt für Geologie und Bergbau Rheinland-Pfalz (LBG-RLP) haben deshalb gemeinsam in einer fünfjährigen Projektarbeit ein großmaßstäbiges Bodeninformationssystem entwickelt. "Vorsorgender Bodenschutz, wie er seit 1998 im Bundesbodenschutzgesetz verankert ist und im Altlasten- und Bodenschutzgesetz (HaltBodSchG) seit 2007 für Hessen präzisiert wurde, setzt Kenntnisse über den Boden und seine Funktionen voraus.

Diese werden in dem Bodeninformationssystem gebündelt und den Anwendern zur Verfügung gestellt", betont Klaus Friedrich, der im HLUG für dieses Projekt verantwortlich ist.

"Als Grundlage haben wir die Daten der Bodenschätzung verwendet, die seit 1934 in Deutschland einheitlich erhoben werden und Bodeninformationen bis zu einem Meter Tiefe bereitstellen", erläutert Friedrich. Das Projekt konnte nur durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den Oberfinanzdirektionen und den Katasterämtern beider Länder realisiert werden.

Dort wurden die analogen Flächen- und Punktdaten seit 2001 digitalisiert. Die Mitarbeiter des HLUG und des LBG-RLP haben die Daten fachlich geprüft, zusammengeführt und methodisch ausgewertet. Die Ergebnisse werden in Form von Karten bis hin zu interaktiven, kartenbasierten Abfragesystemen im Internet präsentiert.

"Damit steht erstmals eine großmaßstäbige Datengrundlage (1:5000) für lokale Planungen im Bereich von landwirtschaftlichen Nutzflächen neben dem bereits etablierten Weinbaustandort-Viewer zur Verfügung. Diese Daten erlauben parzellenscharfe Aussagen, die zum Beispiel für die Bauleitplanung, für die Ermittlung von Kompensationsflächen im Offenland oder für die Bewertung der Erosionsgefährdung von Ackerflächen verwendet werden", hebt Friedrich hervor. In Zukunft sollen die großmaßstäbigen Datengrundlagen noch durch Bodenflächendaten für die forstwirtschaftlichen Nutzflächen ergänzt werden

Für Fragestellungen im Boden-, Wasser- und Naturschutz, in Kommunal- und Landesplanung sowie für angewandte Fragestellungen, biete das Bodeninformationssystem auch mittel- bis kleinmaßstäbige Bodeninformationen.

Umfassende Informationen sind auf der Web-Site des HLUG http://www.hlug.de unter dem Medium Boden zu finden. Ein vom Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie und dem Landesamt für Geologie und Bergbau Rheinland-Pfalz gemeinsam herausgegebener Sonderband "Großmaßstäbige Bodeninformation für Hessen und Rheinland-Pfalz" kann beim Vertrieb des HLUG (0611-6939111) oder als Download über die HLUG-WebSite bezogen werden.

Helmut Weinberger | idw
Weitere Informationen:
http://www.hlug.de

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