Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Aerosolmessungen am MPI für Meteorologie in Hamburg nach Vulkanausbruch

20.04.2010
Aerosolmessungen am MPI für Meteorologie in Hamburg (9.97E, 53.57N) am Beispiel des Eyjafjallajökull-Vulkanausbruchs am Morgen des 14. April 2010

Regelmäßige Aerosolmessungen werden am Max-Planck-Institut für Meteorologie im Rahmen von Netzwerk-Aktivitäten von AERONET und EARLINET durchgeführt. Ein Sonnenphotometer misst in regelmäßigen Zeitabständen die Abschwächung der Sonne in verschiedenen Bereichen des Sonnenspektrums und greift auch gelegentlich das gestreute Sonnenlicht ab.

Dadurch lassen sich die Aerosolmenge sowie die mittlere Teilchengröße und das mittlere Absorptionsverhalten in der atmosphärischen Säule herleiten. Die Messungen sind nur bei Sonne (also am Tag) und nur bei Wolkenfreiheit möglich. Ein Lidar ergänzt diese Messungen, wobei über das Rückstreuverhalten der in die Atmosphäre geschossenen Laserstrahlen die Vertikalverteilung atmosphärischer Teilchen erfasst werden kann. Die Lasermessungen in Hamburg werden rund um die Uhr durchgeführt. Resultate im Bezug auf eine erhöhte atmosphärische Trübung in Hamburg nach dem Vulkanausbruch über Island sind im Folgenden zusammengefasst:

Die Aschewolke traf am Morgen und Vormittag des 16. April 2010 in Hamburg ein. Die Aerosolbelastung lag dabei um ein Vielfaches (5 bis 10 Mal) über den normalen Werten. Diese hohen Werte wurden über Parallelmessungen auf Helgoland bestätigt. Die Teilchen dieser ersten Wolke hatten die Größe von ein paar Mikrometern. Diese Teilchengröße ist relativ groß für Aerosole, aber immer noch kleiner als typisch für Wolkenteilchen.

Schon am Nachmittag des 16. April 2010 war kaum noch eine zusätzliche Trübung durch Asche vom Vulkanausbruch wahrzunehmen. Allein unterhalb von 2,5 km Höhe gab es weiterhin eine dünne Schicht kleiner Ascheteilchen, die mit der Zeit dann über die nächsten zwei Tage langsam an Höhe verlor und am 19. April 2010 nicht mehr zu erkennen war.

Auch in größeren Höhen um 10 km wurden Rückstreusignale entdeckt. Inwieweit es sich dabei um reine Cirren handelt oder um Cirren, die mit Asche verschmutzt und daduch unter Umständen zum Leben gebracht und am Leben erhalten bleiben, ist unklar. Sicher ist, dass ein Rückverfolgen der hohen Signale am 16. April 2010 direkt zu einer gleichen Höhe über dem explodieren Vulkan führt. Da der Vulkan nicht nur Asche sondern auch Wasser in die Atmosphäre einbringt, ist nicht auszuschließen, dass auch beobachtete Cirren auf den Vulkanausbruch zurückzuführen sind.

Kontakt:

Dr. Stefan Kinne
Max-Planck-Institut für Meteorologie
Tel.: 040 41173 383
E-Mail: stefan.kinne@zmaw.de

Dr. Annette Kirk | Max-Planck-Institut
Weitere Informationen:
http://www.mpimet.mpg.de

Weitere Berichte zu: Aerosolmessungen Asche MPI Meteorologie Teilchengröße Vulkan Vulkanausbruch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Geowissenschaften:

nachricht Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur
22.06.2017 | Fraunhofer-Gesellschaft

nachricht Ursuppe in Dosen
21.06.2017 | Universität Duisburg-Essen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Geowissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften