Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zwei Göttinger Wissenschaftler erhalten wichtigsten Nachwuchspreis Deutschlands

19.03.2010
DFG ehrt Juniorprofessorin Dr. Hannah Markwig und Dr. Ansgar Reiners mit Heinz Maier-Leibnitz-Preis

Juniorprofessorin Dr. Hannah Markwig und Dr. Ansgar Reiners von der Universität Göttingen erhalten den Heinz Maier-Leibnitz-Preis 2010 der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Die DFG würdigt damit die außergewöhnlichen wissenschaftlichen Leistungen der beiden Nachwuchswissenschaftler auf ihrem jeweiligen Gebiet: Juniorprofessorin Markwig leitet am Courant Forschungszentrum "Strukturen höherer Ordnung in der Mathematik" die Nachwuchsgruppe "Tropische algebraische Geometrie".

Dr. Reiners leitet am Institut für Astrophysik eine Emmy-Noether-Forschungsgruppe, die sich mit der magnetischen Aktivität von sonnenähnlichen Sternen und planetenähnlichen Objekten befasst. Der Heinz Maier-Leibnitz-Preis wird jedes Jahr sechs herausragenden jungen Wissenschaftlern verliehen und gilt als die wichtigste Auszeichnung für den Forschungsnachwuchs in Deutschland. Das Preisgeld von jeweils 16.000 Euro stellt das Bundesministerium für Bildung und Forschung zur Verfügung. Die Preisverleihung findet am 20. Mai 2010 in Bonn statt.

Der Sprecher des Courant Forschungszentrums, Prof. Dr. Thomas Schick, sagte, "Hannah Markwig hat sich in der algebraischen Geometrie international große Anerkennung erworben. Sie ist hervorragend in die Forschergemeinschaft eingebunden und gehört zu den weltweit führenden Nachwuchswissenschaftlern auf ihrem Gebiet." Hannah Markwig erklärte: "Der Preis ist eine große Würdigung meiner bisherigen Forschung und macht mir Mut für meine weitere wissenschaftliche Arbeit. Er bedeutet gleichzeitig auch eine Anerkennung des gesamten Fachgebiets." Die tropische Geometrie ist eine neue Form der algebraischen Geometrie, mit deren Hilfe komplizierte Berechnungen beispielsweise in der Physik erst möglich wurden. Ein weiteres Anwendungsgebiet ist die Biomathematik, wo mit dieser Methode in Modellrechnungen zum Beispiel die Ausdifferenzierung von Arten im Laufe der Evolution untersucht wird.

Hannah Markwig, Jahrgang 1980, studierte Mathematik, Physik und Philosophie in Kaiserslautern und Berkeley (USA). Sie wurde 2006 an der Technischen Universität Kaiserslautern promoviert und arbeitete im Anschluss daran als Postdoktorandin und als Assistant Professor an der amerikanischen University of Michigan in Ann Arbor. Seit Juni 2008 ist sie Juniorprofessorin an der Universität Göttingen. Das Courant Forschungszentrum "Strukturen höherer Ordnung in der Mathematik" wird aus Mitteln der Exzellenzinitiative gefördert.

Prof. Dr. Stefan Dreizler vom Institut für Astrophysik sagte, "Ansgar Reiners ist ein international anerkannter Wissenschaftler im Bereich der stellaren Astrophysik, wo er zwei Arbeitsgebiete selbstständig erarbeitet und durch neue Ansätze von Beobachtungs- und Analyseverfahren maßgeblich vorangebracht hat. Mit einer von ihm entwickelten Methode gelang der erste spektroskopische Nachweis differentieller Rotation in einem Stern. Ein anderes seiner Verfahren ermöglichte die erste direkte Messung von Magnetfeldern in besonders kühlen Sternen." Die Nachwuchsgruppe um Dr. Reiners untersucht Sterne, Planeten und so genannte "Braune Zwerge", die wie Sterne entstehen, aber Eigenschaften von Planeten aufweisen. Die Forschung soll Aufschluss geben über die Entstehung und den Einfluss von Magnetfeldern der Sonne sowie der Sterne und Planeten.

Ansgar Reiners, Jahrgang 1973, studierte Mathematik und Physik in Heidelberg. Er wurde 2003 an der Universität Hamburg promoviert. Forschungsaufenthalte führten ihn unter anderem an die schwedischen Universitäten Uppsala und Lund sowie an die University of California in Berkeley (USA). Seit April 2007 leitet er am Institut für Astrophysik der Universität Göttingen die Emmy-Noether-Forschungsgruppe "High Precision Astrophysics - Magnetic Activity from Stars to Planets", die von der DFG gefördert wird.

Hinweis an die Redaktionen:
Fotos von Juniorprofessorin Dr. Hannah Markwig und Dr. Ansgar Reiners stellen wir Ihnen auf Wunsch gerne zur Verfügung.
Kontaktadressen:
Juniorprofessorin Dr. Hannah Markwig
Georg-August-Universität Göttingen
Fakultät für Mathematik und Informatik - Mathematisches Institut
Bunsenstraße 3-5, 37073 Göttingen, Telefon (0551) 39-7749
E-Mail: hannah@uni-math.gwdg.de
Dr. Ansgar Reiners
Georg-August-Universität Göttingen
Fakultät für Physik - Institut für Astrophysik
Friedrich-Hund-Platz 1, 37077 Göttingen
Telefon (0551) 39-13825, Fax (0551) 39-5043
E-Mail: ansgar.reiners@phys.uni-goettingen.de

Dr. Bernd Ebeling | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-goettingen.de/de/90653.html
http://www.astro.physik.uni-goettingen.de/~areiners

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Innovationspreis 2017 der Deutschen Hochschulmedizin e.V.
24.04.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

nachricht EU-Förderung in Millionenhöhe für Regensburger Wissenschaftler
21.04.2017 | Universität Regensburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

3. Bionik-Kongress Baden-Württemberg

24.04.2017 | Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für Netzleittechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact beteiligt sich an Berliner Start-up Unternehmen für Energiemanagement

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für industrielle Kommunikationstechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung