Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zellgift am Eindringen gehindert

29.10.2012
Freiburger Pharmakologen erhalten den PHOENIX Pharmazie Wissenschaftspreis 2012

Mit dem PHOENIX Pharmazie Wissenschaftspreis prämiert die PHOENIX group, ein führender Pharmahändler in Europa, alljährlich herausragende Forschungsarbeiten aus dem deutschsprachigen Raum. Der mit jeweils 10.000 Euro dotierte Preis wird in vier Fachgebieten vergeben.

Er zählt zu den renommiertesten und höchstdotierten deutschen Wissenschaftspreisen. In diesem Jahr erhält die Forschungsgruppe um den Pharmakologen Prof. Dr. Dr. Klaus Aktories, Direktor der Abteilung I des Instituts für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie der Universität Freiburg, mit seinen Mitarbeitern Dr. Panagiotis Papatheodorou, Dr. Carsten Schwan und Dr. Gregor Guttenberg die Auszeichnung für eine Arbeit in Kooperation mit dem Labor von Dr. Thijn Brummelkamp, Whitehead Institute, Boston/USA.

Die Autoren haben in ihrer Arbeit den Zellrezeptor für den Giftstoff CDT-Toxin des für den Darm schädlichen Bakteriums Clostridium difficile identifiziert. Dieses Bakterium produziert zwei typische Giftstoffe und verursacht häufig Durchfall sowie schwere Darmentzündungen nach Behandlung mit Antibiotika. Infektionen mit C. difficile stellen weltweit ein großes medizinisches und hygienisches Problem in Kliniken dar. Besonders virulente Stämme dieses Keims produzieren zusätzlich das CDT-Toxin, das direkt am Zellskelett angreift. Das CDT-Toxin wird von den Bakterien freigesetzt und benötigt zunächst einen Zelloberflächenrezeptor, um in Wirtszellen eindringen zu können. Dieser Rezeptor wurde nun mithilfe neuer genetischer Verfahren, die von gentechnisch veränderten Krebszellen mit nur einem Chromosomensatz ausgehen, identifiziert. Wie die Forscher in ihrer Arbeit zeigen konnten, sind Zellen, die nicht mehr zur Herstellung dieses Zellrezeptors befähigt sind, vor dem CDT-Toxin geschützt. Dieser Befund ermöglicht nun neue Strategien, um die Aufnahme des CDT-Gifts in Zielzellen zu verhindern.

In Anwesenheit der Bundesgesundheitsministerin a.D. Ulla Schmidt fand am Donnerstag, 25. Oktober 2012, in Berlin die feierliche Preisverleihung statt.

Die Arbeit ist im Jahr 2011 in der renommierten Wissenschaftszeitschrift PNAS (Proceedings of the National Academy of Sciences) erschienen.

Originaltitel der prämierten Veröffentlichung:
P. Papatheodorou et al.: Lipolysis-stimulated lipoprotein receptor (LSR) is the host receptor for the binary toxin Clostridium difficile transferase (CDT). Proc Natl Acad Sci U S A. 2011; 108(39):16422-7.

Kontakt:
Prof. Dr. Dr. Klaus Aktories
Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Tel. +49-761-203-5308
E-Mail: klaus.aktories@pharmakol.uni-freiburg.de

Rudolf-Werner Dreier | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-freiburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro
24.03.2017 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

nachricht TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro
24.03.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Von Agenten, Algorithmen und unbeliebten Wochentagen

28.03.2017 | Unternehmensmeldung

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE

Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome

28.03.2017 | Medizin Gesundheit