Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wissenschaftsforum Chemie 2013: Vergabe des Fresenius- und Wöhler-Preises, Stiftungen zeichnen aus

29.07.2013
Der Fresenius-Preis der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) wird an Wissenschaftler vergeben, die sich besondere Verdienste um die wissenschaftliche Entwicklung und um die Förderung der analytischen Chemie erworben haben.

Am 3. September wird er anlässlich des Wissenschaftsforums Chemie in Darmstadt an Professor Dr. Torsten C. Schmidt, Universität Duisburg-Essen, vergeben. Den Wöhler-Preis für Nachhaltige Chemie erhält am 4. September, ebenfalls anlässlich des Wissenschaftsforums, Professor Dr. Bernhard Rieger, Technische Universität München. An beiden Tagen vergeben auch die bei der GDCh angesiedelten Dr. Hermann-Schnell-, Klaus-Grohe- und Hellmut-Bredereck-Stiftungen ihre Preise.

Über die mit dem Karl-Ziegler-Preis, der Adolf-von-Baeyer-Denkmünze, dem Wilhelm-Klemm-Preis sowie mit Namensvorlesungen zu Ehrenden informierten bereits die Pressedienste Nr. 21, 25 und 26/13 der GDCh.

Schmidt hat sich ein exzellentes wissenschaftliches Profil an der Schnittstelle zwischen Wasserchemie und Analytischer Chemie erarbeitet, was sich in zahlreichen Publikationen niedergeschlagen hat. Dafür und für seine umfangreichen Aktivitäten in der wissenschaftlichen Community wird ihm der Fresenius-Preis zuerkannt. Er hat den Analytik-Standort Essen gestärkt, beispielsweise mit dem Bachelor-Studiengang „Wasser – Chemie, Analytik, Mikrobiologie“ und dem internationalen Master-Studiengang „Water Science“. Derzeit ist er Vorsitzender der Wasserchemischen Gesellschaft, einer Fachgruppe in der GDCh. Die ANAKON, die bedeutendste Tagung der GDCh-Fachgruppe Analytische Chemie, hat er 2013 nach Essen geholt und dort im März erfolgreich durchgeführt.

Seine Forschungsinteressen gelten der Entwicklung und Anwendung analytischer Methoden mit Fokus auf Probenvorbereitung, Trenntechniken und Isotopenanalytik sowie der prozessorientierten Umweltchemie in natürlichen und technischen aquatischen Systemen mit Fokus auf Sorptions- und Oxidationsprozesse. Schmidt studierte Chemie und Rechtswissenschaften in Marburg, war Postdoc an der ETH Zürich und habilitierte sich in Tübingen, bevor er nach Essen ging.

Rieger wird mit dem Wöhler-Preis für Nachhaltige Chemie für seine hoch aktuellen Beiträge zur Entwicklung der klassischen Polymerchemie hin zu neuen Polymeren und Polymerisationsprozessen auf Basis alternativer Kohlenstoffquellen gewürdigt. Heraus ragen seine Arbeiten zu nachhaltiger Polymersynthese und zur Einbindung von CO2 in großvolumige chemische Produkte. Seine Beiträge entstehen an der Grenze zwischen akademischer und industrieller Forschung. Insbesondere sind seine Beiträge, die Nutzungsbreite und –tiefe von CO2 zu verbessern, bemerkenswert. Er synthetisiert maßgeschneiderte molekulare Polymerisationskatalysatoren und erforscht deren kinetische Reaktionsprofile und geeignete Reaktorsysteme. Sein Arbeitsgebiet spannt den Bogen von katalytisch erzeugten Funktionspolymeren bis zur Abtrennung, Aufreinigung und Hydrierung von CO2 zu Methan. Seine akademische Laufbahn führte ihn nach dem Chemie-Studium an der Ludwig-Maximilians-Universität München über die University of Massachusetts, das Kunststofflabor der BASF, die Universitäten Tübingen und Ulm an die TU München.

Juniorprofessor Dr. Felix H. Schacher von der Friedrich-Schiller-Universität Jena wird am 3. September das Dr. Hermann-Schnell-Stipendium für seine Arbeiten auf dem Gebiet der Polymerwissenschaften verliehen. Der Preis fördert junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf dem Gebiet der Makromolekularen Chemie, deren physikalisch-chemischer Grundlagen und Analytik. Seit August 2010 baut Schacher in Jena eine Nachwuchsgruppe auf, die sich mit der Synthese und Selbstorganisation von Blockpolymeren, beispielsweise in Membranen und Hybridmaterialien, beschäftigt. Die Membranforschung und –entwicklung treibt er auch zusammen mit industriellen Partnern voran. Schacher studierte Chemie an den Universitäten Bayreuth und Lund und absolvierte Forschungsaufenthalte an der Universität Bristol und am Kyoto Institute of Technology.

Dr. Claudia Höbartner vom Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie in Göttingen wird der Preis der Hellmut-Bredereck-Stiftung zuerkannt, und zwar in Würdigung ihrer Leistungen auf dem Gebiet der Nukleinsäurechemie. Überreicht wird der Preis am 4. September im Rahmen des Life-Science-Symposiums „Molecules of Life – Molecules in Life“. Höbartner, seit 2008 eigenständige Gruppenleiterin am Göttinger MPI, konnte mit ihrer Arbeitsgruppe bereits mehrere neue chemische und enzymatische Zugangswege zu modifizierten Nukleotid-Bausteinen sowie deren Einbau in längere DNA- und RNA-Stränge entwickeln. Ihre Arbeiten schließen die Entwicklung innovativer Methoden zur Analyse katalytisch aktiver DNA ein. Höbartner hat an der ETH Zürich, der TU Wien und der Universität Innsbruck Chemie studiert und kam nach Forschungsaufenthalten an der University of Illinois und an der Universität Innsbruck an das MPI für Biophysikalische Chemie.

Dr. Rainer Wilcken vom Medical Research Council, Laboratory of Molecular Biology (MRC LMB), in Cambridge (GB) und Dr. Bartlomiej Krawczyk, Technische Universität Berlin, werden für ihre vorbildlichen Leistungen auf dem Gebiet der Medizinischen Chemie mit dem Klaus-Grohe-Preis für Medizinische Chemie ausgezeichnet, und zwar ebenfalls im Rahmen des Symposiums „Molecules of Life – Molecules in Life“. Der gebürtige Pole Krawczyk hat in Breslau Biotechnologie studiert und auf biochemischem Gebiet an der TU Berlin promoviert. Z.Zt. verbringt er dort seinen Postdoc-Aufenthalt mit biosynthetischen Untersuchungen von mikrobiellen Sekundärmetaboliten. Besonderes Augenmerk gilt der Erforschung und dem Engineering von Biosynthesen der Lanthipeptide, Peptidwirkstoffen mit Anwendungspotential. Wilcken hat an der Universität Jena Chemie studiert und an der LMU München und der Universität Tübingen promoviert. Seit 2011 ist er Postdoc am MRC LMB. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf der quantenmechanischen Beschreibung und experimentellen Validierung molekularer Interaktionen sowie auf dem molekularen Design und der Biophysik medizinisch relevanter Zielproteine.

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) ist mit über 30.000 Mitgliedern eine der größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie vergibt zahlreiche international angesehene Preise, darunter den Fresenius-Preis der erstmals 1962 vergeben wurde. Der Wöhler-Preis wurde seit 1960 zunächst von der Chemischen Gesellschaft der DDR vergeben, 1997 von der GDCh reaktiviert als Wöhler-Preis für ressourcenschonende Prozesse und 2012 umbenannt in Wöhler-Preis für Nachhaltige Chemie. Dr. Hermann Schnell richtete seine Stiftung 1995 bei der GDCh ein, der Klaus-Grohe-Preis für Medizinische Chemie, gestiftet 2001 vom Ehepaar Dr. Klaus und Eva Grohe, wird seit 2004 jährlich an zwei oder drei erfolgreiche jüngere Wissenschaftler verliehen, und Elisabeth Bredereck errichtete 1995 im Andenken an ihren Mann, Professor Hellmut Bredereck, die gleichnamige Stiftung.

Dr. Renate Hoer | GDCh
Weitere Informationen:
http://www.gdch.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus
23.02.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Eine Milliarde Euro für die Hochschulmedizin
17.02.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2017

23.02.2017 | Veranstaltungen

Wie werden wir gesund alt? - Alternsforscher tagen auf interdisziplinärem Symposium in Magdeburg

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus

23.02.2017 | Förderungen Preise

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Planeten außerhalb unseres Sonnensystems: Bayreuther Forscher dringen tief ins Weltall vor

23.02.2017 | Physik Astronomie