Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wissenschaftsforum Chemie 2011 - Zahlreiche Ehrungen für Naturwissenschaftler

28.07.2011
Auf dem Wissenschaftsforum Chemie 2011 der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) in Bremen gehören Auszeichnungen von Spitzenwissenschaftlern zu den Höhepunkten. Neben GDCh-Preisen werden auch mehrere Stiftungspreise vergeben.

Der Fresenius-Preis für Analytische Chemie, benannt nach dem Gründer des allseits bekannten Laboratoriums, wird am 6. September zum 24. Mal vergeben und zwar an Professor Dr. Christian Huber von der Universität Salzburg. Er erhält den Preis für die Entwicklung und Anwendung von Analysenmethoden für biologisch relevante Moleküle.

Die Methoden dienen vor allem der Proteincharakterisierung und der klinischen Analyse. Im wissenschaftlichen und industriellen Bereich haben seine neuen Entwicklungen in der Flüssigchromatographie zur Hochleistungstrennung von Biopolymeren sehr große Beachtung erlangt. Gekoppelt mit hochauflösender Massenspektroskopie, hat Huber somit essentielle Beiträge zum Fortschritt in der Bioanalytik geliefert.

Huber hat sich nach seiner Promotion an der Universität Innsbruck und einem Postdoktorat in den USA im Jahr 1997 im Fach „Analytische Chemie“ habilitiert. Nach einer Professur für Analytische Chemie und Radiochemie an der Universität Innsbruck folgte er 2002 einem Ruf an die Universität des Saarlandes. Seit 2008 hat er an der Universität Salzburg eine Professur für „Chemie der Biowissenschaften“ inne und leitet dort die Abteilung für Chemie und Bioanalytik.

Der Arfvedson-Schlenk-Preis wurde von der Chemetall GmbH bei der GDCh für herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der Lithiumchemie eingerichtet und erstmals 1999 vergeben. Im Rahmen des Arfvedson-Schlenk-Symposiums wird am 7. September der Preis an Professor Peter Bruce von der University of St. Andrews in Schottland überreicht. Die Forschungsinteressen von Peter Bruce liegen auf der Entwicklung von neuen Materialien für die Energiewandlung und –speicherung. Insbesondere befasst er sich mit Materialentwicklungen für Lithium-Ionen-Batterien. Er gehört er zu den ersten Forschern, die die Bedeutung und Vorteile nanoskaliger Materialien, wie Nanodrähte und Nanoröhrchen, für Lithiumbatterien erkannten und nutzten. Darüberhinaus beschäftigt er sich mit der Ionenleitfähigkeit von Polymerelektroyten. Als sein wichtigstes neueres Forschungsfeld gilt die Materialforschung für die erfolgversprechende Lithium-Luft-Batterie, die fünf- bis zehnmal so viel Energie speichern kann wie die Lithium-Ionen-Batterie.

In einem gemeinsamen Stiftungssymposium am 6. September stellen die Klaus-Grohe-, die Hellmut-Bredereck- und die Hermann-Schnell-Stiftung herausragende Arbeiten junger Wissenschaftler vor.

Zwei Wissenschaftler werden mit dem Klaus-Grohe-Preis für Medizinische Chemie ausgezeichnet: Dr. Ralph Holl von der Universität Münster und Dr. Simon Lucas, Grünenthal GmbH, Aachen.

Holl promovierte nach einem Pharmaziestudium in Münster, wo er derzeit wissenschaftlicher Mitarbeiter und Habilitand am Institut für Pharmazeutische und Medizinische Chemie ist. Seine Projekte, die einen weiten Bogen spannen von der synthetischen Chemie einschließlich analytischer und stereochemischer Fragestellungen über Rezeptorbindungsstudien bis hin zu in vitro Cytotoxitätstests, sind für die Grundlagen- und die angewandte Pharmaforschung von großer Bedeutung.

Lucas war nach seiner Promotion 2008 an der Universität des Saarlands Postdoktorand an der Universität Kopenhagen und am Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland, bevor er als Laborleiter für Medizinische Chemie zu Grünenthal ging. Er ist Erfinder zweier Patente und hat bereits jetzt ein breites Spektrum an medizinisch-chemischen Fragestellungen bearbeitet und auch Wirkstoffkandidaten für therapeutische Anwendungen entwickelt, zur Lizenznahme durch pharmazeutische Unternehmen.

Der Preis der Hellmut-Bredereck Stiftung für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der bioorganischen Chemie geht an Professor Dr. Christoph Arenz von der Humboldt-Universität Berlin. Nach der Promotion an der Universität Karlsruhe schloss Arenz ein Postdoktorat an der Universität Bonn an, bevor er dem Ruf auf eine Juniorprofessur an die Humboldt Universität folgte. Arenz betreibt chemische Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Synthese von Kohlenhydraten, Lipiden, Nukleosiden, Aminosäuren und Peptiden, wobei auch molekularbiologische und gentechnische Methoden zum Einsatz kommen. Viele Substanzen haben das Potenzial, als pharmakologische Wirkstoffe in Betracht zu kommen.

Das Herrman Schnell-Stipendium, das Arbeiten zur makromolekularen Chemie, zu deren physikalisch-chemischen Grundlagen und deren Analytik fördert, erhalten in Bremen PD Dr. Dariush Hinderberger vom Max-Planck-Institut für Polymerforschung in Mainz und die Chinesin Dr. Yan Lu, die am Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH arbeitet.

Hinderberger ging nach der Promotion mit einem DFG-Forschungsstipendium an die ETH Zürich an das EPR(Elektronenspinresonanz)-Labor von Professor Arthur Schweiger. Seit 2006 ist er Leiter der EPR-Gruppe des Max-Planck-Institutes für Polymerforschung. Hinderberger nutzt in seinen Forschungsarbeiten die zahlreichen Anwendungsmöglichkeiten der EPR-Spektroskopie und behandelt eine breite Palette physikalisch-chemischer Fragestellungen in der Polymerforschung und zu Biopolymeren.

Die gebürtige Chinesin Lu hat an der Technischen Universität Dresden promoviert. Nach einem Postdoktorat an der Universität Bayreuth war sie dort als Akademische Rätin tätig. Seit 2009 ist sie Gruppenleiterin Kolloidchemie am Institut Weiche Materie und Kolloidchemie des Helmholtz-Zentrum Berlin. Ihre Forschungsarbeiten haben den Fokus auf Design und Herstellung funktionaler Hybrid-Materialien, die auf kolloidalen Teilchen basieren und vielfältige Anwendungsmöglichkeiten zeigen wie Katalysatoren oder Solarzellen.

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) ist mit rund 30.000 Mitgliedern eine der weltweit größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften. Alle zwei Jahre veranstaltet sie die größte deutsche Chemietagung, das Wissenschaftsforum - 2011, im Internationalen Jahr der Chemie, in der Hansestadt Bremen. U.a. vergibt die GDCh bei dieser Veranstaltung zahlreiche Auszeichnungen. Der Fresenius- und der Arfvedson-Schlenk-Preis sind je mit 7.500 Euro dotiert. Die beiden Grohe-Preisträger erhalten je 2.000 Euro. 4.000 Euro stellt die Hellmut-Bredereck-Stiftung dem Preisträger zur Verfügung, und das Herrmann-Schnell-Stipendium ist mit je 3.000 Euro dotiert. Über die Vergabe des Karl-Ziegler-Preises und des Wöhler-Preises für Ressourcenschonende Prozesse anlässlich des Wissenschaftsforums in Bremen wurde in gesonderten GDCh-Pressemitteilungen berichtet.

Dr. Renate Hoer | GDCh
Weitere Informationen:
http://www.gdch.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)
26.05.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Neues Helmholtz-Institut in Würzburg erforscht Infektionen auf genetischer Ebene
24.05.2017 | Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften