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Wissenschaft ausgezeichnet vermittelt - Preisverleihung im Senckenberg Naturmuseum in Frankfurt

21.02.2013
Zum 20ten Mal wird heute der Alexander von Humboldt-Gedächtnispreis verliehen.
Mit diesem Preis ehrt die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung die beste wissenschaftliche Veröffentlichung in einer Senckenberg-Publikation. Auch für den besten populärwissenschaftlichen Beitrag gibt es heute eine Auszeichnung, den Hanns Christian Schroeder-Hohenwarth-Preis.

Alexander von Humboldt-Gedächtnispreis

Am Grund der arktischen Tiefsee existieren Lebensgemeinschaften, die bisher kaum untersucht sind. Ein internationales Forscherteam hat im Rahmen des „Census of Marine Life“ -Programms allein 1125 wirbellose Bodenbewohner ausmachen können. Etwa die Hälfte der gefundenen Arten kam in den Proben vom Meeresboden sehr selten vor und ca. 400 waren vorher unbekannt. Mit der systematischen Bestandsaufnahme legte das Team für die arktische Tiefsee die Grundlagen an, auf denen zukünftige Biodiversitätsforschung in diesem Lebensraum aufbauen kann. Außerdem lässt sich nun beobachten, wie sich in diesen sensiblen Artengemeinschaften langfristig die Folgen des Klimawandels bemerkbar machen.

Für den 2011 in der Zeitschrift „Marine Biodiversity“ erschienen Artikel „Diversity oft he arcticdeep-seabenthos“, der heute mit dem Alexander von Humboldt-Gedächtnispreis gewürdigt wird, ist die Tiefseeexpertin Dr. Bodil Bluhm von der Universität Alaska Fairbanks federführend. Gemeinsam mit einem internationalen Team von Tiefseeforschern, darunter Experten des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven, erhält sie die mit einem Preisgeld von 6.000 Euro verbundene Auszeichnung.

„Der Artikel zeigt, wie artenreich und vielfältig das Leben am Meeresboden der arktischen Tiefsee wirklich ist. Dieses Wissen ist eine wichtige Grundlage für zukünftige Arbeiten darüber, wie sich der Klimawandel auf unsere Artenvielfalt auswirkt“, erklärt Prof. Dr. Volker Mosbrugger, Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung.

Stellvertretend für die insgesamt 15 an dem Artikel beteiligten Autoren nimmt Dr. Ingo Schewe vom AWI den Preis entgegen und hält gemeinsam mit Bluhm, die per Videokonferenz teilnehmen wird, den Festvortrag.

Hanns Christian Schroeder-Hohenwart-Preis

Der zweite an diesem Abend überreichte Preis ist eine Auszeichnung, die die Leser der populärwissenschaftlichen Senckenberg Mitgliederzeitschrift „Natur – Forschung – Museum“ vergeben. Der Artikel „Biologische Krusten – die Haut der Erde.“ von Prof. Burkhard Büdel zog unter den für 2011 nominierten Artikeln die meisten Stimmen auf sich.

Biologische Krusten sind Lebensgemeinschaften aus Flechten, Grünalgen, Moosen und Cyanobakterien. In ihrer Bedeutung für Klima und Ökosysteme sind sie bisher nur teilweise erforscht. Dabei leisten diese unscheinbaren und hoch verletzlichen Bewohner der oberen Bodenschichten Gewaltiges: Sie binden CO2, sorgen für die bodeneigene Düngung und schützen vor Erosion.

Der „Hanns Christian Schroeder-Hohenwarth-Preis“ ist mit 1.500 Euro dotiert. Er wurde 2001 von der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung zu Ehren des langjährigen Präsidenten und Ehrenpräsidenten Dr. Hanns Christian Schroeder-Hohenwarth eingeführt. Schroeder-Hohenwart hat seinerseits im Jahr 1992 den Alexander von Humboldt-Gedächtnispreis gestiftet.

Während der Sieger-Artikel des Hanns Christian Schroeder-Hohenwart-Preises jährlich durch eine Umfrage durch die Mitglieder der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung ermittelt wird, vergibt den Alexander von Humboldt-Gedächtnispreis ein Wissenschaftlergremium der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung.

Kontakt

Thomas Soltwedel
Alfred-Wegener-Institut für Meeresforschung
Tel. 0471 48311775
thomas.soltwedel@awi.de
Dr. Burkhard Büdel
Pflanzenökologie und Systematik
Universität Kaiserslautern
buedel@rhrk.uni-kl.de
Pressestelle
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Dr. Sören Dürr
Tel. 069- 7542 1580
Fax 069- 75421517
soeren.duerr@senckenberg.de
Pressestelle
Alfred-Wegener-Institut für Meeresforschung
Kristina Bär
Tel. 0471 – 4831 2139
kristina.charlotte.baer@awi.de
Die Erforschung von Lebensformen in ihrer Vielfalt und ihren Ökosystemen, Klimaforschung und Geologie, die Suche nach vergangenem Leben und letztlich das Verständnis des gesamten Systems Erde-Leben – dafür arbeitet die SENCKENBERG Gesellschaft für Naturforschung. Ausstellungen und Museen sind die Schaufenster der Naturforschung, durch die Senckenberg aktuelle wissenschaftliche Ergebnisse mit den Menschen teilt und Einblick in vergangene Zeitalter sowie die Vielfalt der Natur vermittelt.

Judith Jördens | Senckenberg
Weitere Informationen:
http://www.senckenberg.de

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