Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Universität Heidelberg: Auszeichnung für herausragende onkologische Forschung

16.06.2011
Dr. Sven Danckwardt und Dr. Andreas Fischer erhalten Hella-Bühler-Preis – Preisgeld von jeweils 75.000 Euro

Mit dem Hella Bühler-Preis für onkologische Forschung werden in diesem Jahr zwei Mediziner der Universität Heidelberg ausgezeichnet: Preisträger 2011 sind Dr. Sven Danckwardt und Dr. Andreas Fischer, die ein Preisgeld von jeweils 75.000 Euro erhalten.

Dr. Fischer ist Leiter einer Arbeitsgruppe im Bereich „Vaskuläre Biologie“, die an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Ruperto Carola und zugleich am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) angesiedelt ist. Dr. Danckwardt forschte bis vor kurzem im Rahmen der Molecular Medicine Partnership Unit; diese Einrichtung wird vom Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL) und der Medizinischen Fakultät Heidelberg getragen. Die zum sechsten Mal vergebene Auszeichnung wendet sich an junge Forscher der Universität Heidelberg, die bereits durch herausragende wissenschaftliche Qualität in der Krebsforschung auf sich aufmerksam gemacht haben. Die Preisverleihung findet am 22. Juni 2011 statt.

Sven Danckwardt (Jahrgang 1973) studierte Humanmedizin in Tübingen, Berlin und San Diego (USA). Nach dem Ende des Studiums 2001 wurde er im Jahr 2002 an der Humboldt-Universität zu Berlin mit einer wegweisenden Arbeit zu Mechanismen der Genotyp-Phänotyp-Modulation promoviert. Dafür erhielt er den Robert-Koch-Preis der Humboldt-Universität. Nach der Promotion war er zunächst als Assistenzarzt in Berlin tätig, ehe er 2003 an das Universitätsklinikum Heidelberg wechselte. Als Postdoktorand forschte Dr. Danckwardt an der Molecular Medicine Partnership Unit von EMBL und Medizinischer Fakultät Heidelberg. Zum 1. April 2011 folgte der Wissenschaftler einem Ruf an die Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Mit seinen Forschungsarbeiten verfolgt Dr. Danckwardt das Ziel, die Grundlage für die „rätselhafte“ Beziehung zwischen aktivierter Blutgerinnung und der Entstehung sowie Metastasierung von Tumorerkrankungen zu erforschen. Dieser bislang weitgehend unbekannte Zusammenhang mit weitreichenden Konsequenzen für die Prognose von Krebserkrankungen ist in den vergangenen Jahren vor allem in klinischen Arbeiten beobachtet und beschrieben worden. Mit seinen Untersuchungen will Dr. Danckwardt einen Beitrag dazu leisten, den zugrundeliegenden molekularen Mechanismus aufzuklären und damit auch neue Erkenntnisse für die Tumorbiologie und daraus resultierende therapeutische Ansätze zu gewinnen.

Andreas Fischer (Jahrgang 1976) hat in Würzburg und Boston Medizin studiert und wurde 2003 an der Universität Würzburg promoviert. Nach der ärztlichen Approbation absolvierte er eine dreijährige Postdoktorandenausbildung am Biozentrum der Universität Würzburg, bevor er 2007 an die Medizinische Fakultät Mannheim und das DKFZ wechselte. Seine Forschungen am Deutschen Krebsforschungszentrum führt er im Rahmen der strategischen Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg (ZMBH), der DKFZ-ZMBH-Allianz, durch. Im Januar dieses Jahres hat Dr. Fischer den mit 100.000 Euro dotierten Chica und Heinz Schaller-Förderpreis für seine wegweisenden Arbeiten zu zellulären Signalwegen erhalten.

Die Auszeichnung mit dem Hella-Bühler-Preis gilt Dr. Fischers Untersuchungen zur Entstehung von Gefäßfehlbildungen im Gehirn. Diese sogenannten zerebralen Kavernome sind durch stark erweiterte, instabile und unstrukturierte Blutgefäße gekennzeichnet. Wachsen diese Kavernome, so steigt die Gefahr von Gehirnblutungen aus diesen Gefäßwucherungen, was zu Krampfanfällen, neurologischen Ausfällen bis hin zum Schlaganfall führen kann. Dr. Fischer konnte mit seinen Forschungen zeigen, dass ein gestörter Signalweg in den die Gefäße auskleidenden Endothelzellen zu einem überschüssigen und unkontrollierten Gefäßwachstum und damit zur Bildung von Kavernomen führt. Am Tiermodell testet seine Arbeitsgruppe nun den Einsatz eines Krebsmedikaments, das die Neubildung von Blutgefäßen hemmt und damit ein Kandidat auch für die Behandlung von Kavernomen ist.

Der von der Heidelberger Zahnärztin Dr. Hella Bühler (1910 bis 2002) gestiftete Forschungspreis soll junge Heidelberger Wissenschaftler unterstützen, ihre bereits herausragenden Arbeiten auf dem Gebiet der Krebsforschung fortzuführen und zu vertiefen. In diesem Jahr werden mit Dr. Danckwardt und Dr. Fischer erstmals zwei Preisträger ausgezeichnet, nachdem die Jury die Forschungen der beiden Wissenschaftler als preiswürdig bewertet hat.

Verleihung des Hella-Bühler-Preises

Den Festakt zur Verleihung des Hella-Bühler-Preises 2011 eröffnet Prof. Dr. Thomas Rausch, Prorektor der Universität Heidelberg. Anschließend spricht der Preisträger des vergangenen Jahres, Privatdozent Dr. Jochen Utikal, Dermatologe an der Medizinischen Fakultät Mannheim. Die Laudationes auf die beiden diesjährigen Träger des Hella Bühler-Preises hält Prof. Dr. Matthias Henze, der am EMBL forscht und einer der beiden Direktoren der Molecular Medicine Partnership Unit ist. Es folgt die Vorstellung der ausgezeichneten Forschungsarbeiten. Dr. Danckwardt wird in seinem Vortrag der Frage „Die rätselhafte Beziehung zwischen Blutgerinnung und Krebs: Epiphänomen oder funktionell relevant?“ nachgehen. Dr. Fischer erläutert, „Wie Signalwege Blutgefäße im ruhenden Zustand halten und die Entwicklung zerebraler Kavernome verhindern“. Die Veranstaltung am 22. Juni 2011 findet im BioQuant-Zentrum, Im Neuenheimer Feld 267, Großer Hörsaal, statt und beginnt um 17.00 Uhr.

Kontakt:
Kommunikation und Marketing
Pressestelle, Telefon (06221) 54-2311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de

Marietta Fuhrmann-Koch | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-heidelberg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Rosige Zeiten für die Meeresforschung: SFB „Roseobacter“ wird weitere vier Jahre gefördert
08.12.2017 | Leibniz-Institut DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH

nachricht Wie lassen sich künstliche Lungen implantieren?
06.12.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Im Focus: Towards data storage at the single molecule level

The miniaturization of the current technology of storage media is hindered by fundamental limits of quantum mechanics. A new approach consists in using so-called spin-crossover molecules as the smallest possible storage unit. Similar to normal hard drives, these special molecules can save information via their magnetic state. A research team from Kiel University has now managed to successfully place a new class of spin-crossover molecules onto a surface and to improve the molecule’s storage capacity. The storage density of conventional hard drives could therefore theoretically be increased by more than one hundred fold. The study has been published in the scientific journal Nano Letters.

Over the past few years, the building blocks of storage media have gotten ever smaller. But further miniaturization of the current technology is hindered by...

Im Focus: Successful Mechanical Testing of Nanowires

With innovative experiments, researchers at the Helmholtz-Zentrums Geesthacht and the Technical University Hamburg unravel why tiny metallic structures are extremely strong

Light-weight and simultaneously strong – porous metallic nanomaterials promise interesting applications as, for instance, for future aeroplanes with enhanced...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Papstar entscheidet sich für tisoware

08.12.2017 | Unternehmensmeldung

Natürliches Radongas – zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs

08.12.2017 | Unternehmensmeldung

„Spionieren“ der versteckten Geometrie komplexer Netzwerke mit Hilfe von Maschinenintelligenz

08.12.2017 | Biowissenschaften Chemie